Handel mit Insiderwissen bei Coinbase? Die Staatsanwaltschaft wird es untersuchen
Coinbase stapelt weiterhin Skandale auf.

Coinbase stapelt weiter Skandale auf. Die größte Bitcoin-Börse in den USA kämpft mit sinkenden Kryptowährungspreisen, entlässt rund 18 Prozent seiner Belegschaft und hat nun einen Fall von möglichem Insiderhandel an der Hand. Der US-Staatsanwalt verhaftet den ehemaligen Coinbase-Mitarbeiter Ishan W. wegen des Verdachts großangelegten Insiderhandels. Es ist der erste Fall von Insiderhandel im Kryptoraum.
Wie das Büro des Generalstaatsanwalts des Bundesstaates New York in einer ausführlichen Pressemitteilung schreibt, laufen derzeit Untersuchungen gegen den ehemaligen Coinbase-Mitarbeiter Ishan W. Der ehemalige Produktmanager soll seinem Bruder Nikhil W. und Freund Sameer R. systematisch Hinweise auf kommende Coin- und Token-Listings bei Coinbase gegeben haben, die die zwei für sich selbst genutzt hätten. Die Staatsanwaltschaft schätzt den daraus erzielten Gewinn auf 1,5 Millionen US-Dollar. Es läuft auch ein Verfahren gegen Bruder W. und Freund R.
Laut einer Pressemitteilung sind die beiden Brüder bereits festgenommen, aber Sameer R. vorerst noch auf freiem Fuß.
Laut dem Ankläger soll R. zwischen Juni 2021 und April 2022 in mindestens 14 Fällen von kommenden Notierungen Kenntnis gehabt und diese Informationen an eine oder beide Personen weitergegeben haben. Diese konnten wiederum die Informationen nutzen, um rentable Positionen zu eröffnen, da der Kurs der betroffenen Münze üblicherweise nach Bekanntgabe neuer Notierungen steigt. W. soll in dem betreffenden Zeitraum Teil eines kleinen Kreises rund um Coinbase gewesen sein, der über diese Notierungen informiert war.
Das systematische Verbergen dieser Transaktionen zeigt sich auch darin, dass Nikhil W. und Sameer R. nicht unter eigenem Namen gehandelt haben, sondern Konten auf Drittennamen genutzt haben. Außerdem sollen sie angeblich versucht haben, die Transaktionshistorie mit einem komplexen System von Ethereum-Adressen zu verschleiern.
Twitter-Influencer wird Privatdetektiv
Cobie" war vermutlich auch maßgeblich am Fall beteiligt bei der Untersuchung der mutmaßlichen Insiderhandels-Sache. Der Twitter-Influencer, der mehr als 700.000 Follower hat, hatte im April dieses Jahres auf Trader hingewiesen, die Vermögenswerte im Wert von Hunderttausenden US-Dollar gekauft hatten. Die Vermögenswerte, na klar, wurden innerhalb von 24 Stunden an Coinbase notiert. Laut dem Ankläger soll der Besitzer der ETH-Adresse Freund R. sein.
Laut dem Ankläger hatte Coinbase nach dem Tweet von Cobie alles unternommen, um die Täter des Insiderhandels-Systems zu finden, und kam schließlich auf Ishan W., der daraufhin von Coinbase entlassen wurde. Coinbase schreibt in einer Pressemitteilung:
"Coinbase nimmt Beschuldigungen des Missbrauchs von Geschäftsgeheimnissen sehr ernst, wie unsere schnelle Untersuchung zu diesem Fall zeigt. Wir dulden diese Art von Fehlverhalten absolut nicht und werden nicht zögern, gegen einen Mitarbeiter vorzugehen, wenn wir Fehlverhalten feststellen."
Als Ishan W. von den Untersuchungen gegen ihn erfuhr, versuchte er vermutlich noch nach Indien zu fliehen. Die Polizei nahm den ehemaligen Coinbase-Mitarbeiter jedoch am Flughafen fest.
Für Insiderhandel in den USA drohen bis zu 20 Jahre Haft.