Finst

Bitcoin-500-Day-Rule deutet auf neues Kaufmoment hin

Die historische Halving-Regel deutet auf eine Akkumulationsphase im November hin. Spot-Bitcoin-ETFs und institutionelle Zuflüsse machen das alte Zyklusmuster jedoch weniger verlässlich.

Bitcoin-500-Day-Rule deutet auf neues Kaufmoment hin

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die 500-Day-Rule deutet darauf hin, dass Bitcoin Ende November wieder in eine Akkumulationsphase eintreten könnte.
  • Die Regel stützt sich auf den vierjährigen Halving-Zyklus und historisch starke Renditen in früheren Zyklen.
  • Spot-Bitcoin-ETFs und institutionelle Nachfrage machen diesen Zyklus weniger vorhersehbar als frühere Halving-Runden.

Eine historische Bitcoin-Regel rückt erneut in den Fokus, doch diesmal ist das Signal weniger eindeutig als in früheren Marktphasen. Die sogenannte 500-Day-Rule, die sich am vierjährigen Halving-Zyklus orientiert, legt nahe, dass die nächste Akkumulationsphase für Bitcoin Ende November beginnen könnte. Gleichzeitig verändern Spot-Bitcoin-ETFs und institutionelle Anleger die Marktstruktur so stark, dass das alte Halving-Muster offenbar nicht mehr so sauber greift.

Was die 500-Day-Rule sagt

Bekannt wurde die Regel 2023 durch Pantera Capital. Sie basiert auf der Annahme, dass Bitcoin historisch rund 500 Tage vor einem Halving als Kaufgelegenheit galt und etwa 500 Tage danach eher zum Verkaufen neigte. In früheren Zyklen führte dieses Muster teils zu außergewöhnlich hohen Renditen, mit Kursanstiegen von bis zu etwa dem 34-Fachen des ursprünglichen Einsatzes. Pantera verwies damals außerdem darauf, dass Bitcoin historisch 477 Tage vor einem Halving einen Boden gebildet habe, anschließend bis zum Halving gestiegen sei und nach dem Ereignis noch einmal deutlich zugelegt habe.

Das Halving selbst ist ein fest eingebauter Mechanismus, der alle 210.000 Blöcke greift, also ungefähr alle vier Jahre. Dabei wird die Belohnung für Miner halbiert, wodurch weniger neue Bitcoin in den Markt kommen. Ausgehend vom Halving am 20. April 2024 würde sich das nächste Kauf-Fenster nach dieser Regel Ende November öffnen, während ein mögliches Verkaufssignal erst im August 2029 läge.

Warum dieser Zyklus anders ist

Marktbeobachter warnen allerdings, dass der aktuelle Zyklus deutlich weniger gut in das historische Muster passt. Es ist der erste Halving-Zyklus, in dem US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs verfügbar sind, und das hat die Marktmechanik spürbar verändert. Die täglichen ETF-Zuflüsse können inzwischen größer sein als die Menge an neuem Bitcoin, die Miner erzeugen. Damit gewinnt die institutionelle Nachfrage an Gewicht, während der Einfluss des Halvings relativ gesehen kleiner wird.

Laut Jason Fernandes, Mitgründer von AdLunam, wird Bitcoin heute vor allem von institutionellen Akteuren bewegt. ETF-Zuflüsse und der durch das Halving ausgelöste Angebotsrückgang würden sich nicht mehr so klar gegenseitig ausgleichen wie in früheren Zyklen. Auch Mati Greenspan von Quantum Economics betont, dass inzwischen vor allem Wall Street den Takt vorgibt. Aryan Sheikhalian von CMT Digital geht sogar so weit zu sagen, dass der neue Miner-Zufluss im Vergleich zu Spot-Bitcoin-ETFs und Corporate-U.S.-Treasury-Flows nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.

Was das für Anleger bedeutet

Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem deshalb relevant, weil sich Bitcoin damit immer weiter von einem rein zyklischen Retail-Markt entfernt. ETF-Ströme und institutionelle Allokationen können inzwischen stärker bestimmen, wohin sich der Markt bewegt. Die 500-Day-Rule bleibt zwar ein interessantes historisches Raster, doch die heutige Marktstruktur dürfte dafür sorgen, dass frühere Muster weniger zuverlässig funktionieren. Das macht das Signal nicht bedeutungslos, aber deutlich weniger mechanisch als in früheren Halving-Runden. Bitcoin verliert auch gegenüber Aktien an Boden zeigt, dass dieser Wandel breiter angelegt ist: Die Kryptowährung bewegt sich immer häufiger im Gleichschritt mit den traditionellen Märkten, statt sich klar von ihnen abzukoppeln.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.