Invesco bringt tokenisierten Fonds für Stablecoin-Reserven nach GENIUS Act an den Start
Der Fonds setzt auf Cash und kurzlaufende Treasuries für Stablecoin-Reserven und nutzt Superstate für die Onchain-Verwaltung. Der Antrag passt zur US-amerikanischen GENIUS Act und zum wachsenden Markt für digitale Dollar.

Wichtigste Erkenntnisse
- Invesco hat bei der SEC einen Antrag für einen tokenisierten Fonds eingereicht, der auf Stablecoin-Reserven ausgerichtet ist.
- Der Fonds investiert in Cash und kurzlaufende US-Staatsanleihen und soll zur GENIUS Act passen.
- Superstate wird als Sub-Transfer-Agent eingesetzt und führt ein blockchain-integriertes Aktionärsregister.
Invesco, einer der größten Vermögensverwalter der Welt mit mehr als 2,5 Billionen Dollar (2,2 Billionen Euro) an verwaltetem Vermögen, hat bei der amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) einen Antrag für einen neuen tokenisierten Fonds eingereicht, der auf den wachsenden Stablecoin-Markt ausgerichtet ist. Der Fonds mit dem Namen Invesco Stablecoin Reserves Onchain Fund soll in Cash und kurzlaufende US-Staatsanleihen investieren und darauf ausgelegt sein, die Reserveanforderungen für Stablecoins zu erfüllen, wie sie in der US-amerikanischen GENIUS Act festgelegt sind.
Reserveanforderungen und Tokenisierung
Die GENIUS Act, die im Juli 2025 eingeführt wurde, verpflichtet Stablecoin-Emittenten dazu, Reserven in Höhe von mindestens 100 % der ausstehenden Token zu halten. Diese Reserven müssen aus hochwertigen, liquiden Assets bestehen, etwa US-Währung, kurzlaufenden Staatsanleihen und Overnight-Repurchase-Agreements. Invescos Fonds passt genau dazu, weil er in Cash und kurzlaufende US-Treasury Securities investiert und damit einen direkten Bezug zum rechtlichen Rahmen für Stablecoins herstellt.
Superstate, ein Spezialist für Tokenisierung, wurde als Sub-Transfer-Agent benannt und wird ein blockchain-integriertes Aktionärsregister führen. Damit verbindet das Modell klassische Fondsverwaltung mit Onchain-Token, die Eigentum abbilden. Obwohl der Fonds auf einer öffentlichen Blockchain laufen soll, wurde das Netzwerk noch nicht bekanntgegeben.
Ausbau traditioneller Asset Manager im Krypto-Bereich
Dieser Schritt von Invesco zeigt das wachsende Interesse traditioneller Vermögensverwalter daran, eine Rolle in der Infrastruktur hinter digitalen Dollar zu spielen. Während der Stablecoin-Markt weiter wächst, mit einer Marktkapitalisierung von bereits mehr als 310 Milliarden Dollar (273 Milliarden Euro) Mitte 2026, entsteht ein lukrativer Markt für die Verwaltung der zugrunde liegenden Reserven. Auch andere große Akteure wie BlackRock, State Street und ProShares haben Fonds registriert, die sich auf die Verwaltung von Stablecoin-Reserven konzentrieren.
Bereits Anfang dieses Jahres übernahm Invesco die Verwaltung von Superstates tokenisiertem Treasury-Fonds mit einem Volumen von rund 900 Millionen Dollar (794 Millionen Euro) und wurde damit einer der ersten Drittanbieter, der blockchain-basierte Fondsverwaltung nutzt. Damit reiht sich Invesco in die Gruppe von Vermögensverwaltern ein, die Blockchain einsetzen, um traditionelle Anlageinstrumente zu modernisieren und effizienter zu machen.
Relevanz für europäische Krypto-Investoren
Für europäische Krypto-Investoren könnte die Entwicklung tokenisierter Fonds wie der von Invesco interessant sein, weil sie eine Brücke zwischen traditionellen Finanzmärkten und der Krypto-Welt schlagen. Wenn Fonds tokenisiert werden und strenge Reserveanforderungen erfüllen, könnte das für mehr Transparenz und mehr Sicherheit rund um Stablecoins sorgen. Das könnte auch Einfluss auf die Adoption und Regulierung ähnlicher Produkte in Europa haben, wo die MiCA-Regulierung vergleichbare Ziele verfolgt.