Nouriel Roubini bezeichnet den Großteil von Krypto als Luftschloss, Stablecoins als Ausnahme
Der Ökonom hält ICOs und Altcoins größtenteils für gescheitert, sieht Stablecoins aber als die einzige echte Anwendung. Außerdem spricht er sich für Tokens aus, die durch reale Assets gedeckt sind.

Wichtigste Erkenntnisse
- Nouriel Roubini bezeichnet den Großteil der Kryptoprojekte als Luftschloss ohne zugrunde liegenden Wert.
- Seiner Ansicht nach waren 80 % von rund 20.000 ICOs von Anfang an betrügerisch, und 70 % des Rests verloren am Ende alles.
- Roubini sieht Stablecoins als die einzige legitime Krypto-Anwendung, vor allem als digitales Zahlungsmittel.
Nouriel Roubini, bekannt als Ökonom und Skeptiker des Kryptomarkts, hat erneut scharfe Kritik am Zustand von Krypto geäußert. In einem Podcast mit dem BeInCrypto Expert Council sagte er, dass der Großteil der Kryptoprojekte nichts anderes als Luftschloss ohne zugrunde liegenden Wert sei. Seiner Ansicht nach hat fast zwanzig Jahre Entwicklung seit Bitcoin nur einen legitimen Anwendungsfall hervorgebracht: Stablecoins.
ICOs und Altcoins größtenteils gescheitert
Roubini betonte, dass von den rund 20.000 jemals gestarteten Initial Coin Offerings (ICOs) ganze 80 % von Anfang an betrügerisch gewesen seien. Viele Projekte basierten seiner Meinung nach komplett auf Glauben und Vertrauen, ohne greifbare Grundlage. Von den übrigen Projekten verloren 70 % am Ende ihren gesamten Wert. Selbst die größten Kryptowährungen, darunter Bitcoin, sind seit ihren Höchstständen um 50 bis 60 % gefallen. So rutschte Bitcoin am 24. Juni zeitweise unter die $60.000 (€52.900), also mehr als 50 % unter den Rekord von $126.080 (€111.200).
Diese Zahlen zeigen laut Roubini, dass fast alles, was auf der Blockchain aufgebaut ist, eine spekulative Wette ohne echten Anspruch auf Assets oder Nutzen ist. Die Geschichte der ICO-Betrugsfälle, mit Pump-and-Dump und Projekten, die nach der Kapitalaufnahme verschwanden, stützt diese Sicht. Das passt auch zur breiteren Marktschwäche, unter der Bitcoin zuletzt ebenfalls stand, unter anderem wegen Abflüssen aus US-Spot-ETFs und einem stärkeren Dollar.
Stablecoins als einzige funktionierende Anwendung
Trotz seines harten Urteils über die meisten Kryptoprojekte erkennt Roubini eine Ausnahme an: Stablecoins. Er nennt diese digitalen Tokens die einzige "Killer App" von Krypto nach fast zwei Jahrzehnten Bitcoin. Stablecoins funktionieren als digitale Abbildung von Fiatwährungen und bieten ein Zahlungsmittel, besonders nützlich in Ländern mit hoher Inflation. Gleichzeitig warnt er aber davor, dass sie dieselben Risiken eines Wertverlusts tragen wie traditionelle Währungen und keine Rendite bringen.
Diese Nuance unterstreicht sein Plädoyer für tokenisierte Real-World Assets, bei denen Tokens durch überprüfbare, reale zugrunde liegende Assets gedeckt sind. Das könnte seiner Meinung nach ein nächster Schritt in der Entwicklung der Blockchain-Technologie sein.
Kritik an Zentralisierung und Spekulation
Roubini ist bekannt für seine anhaltende Kritik an der Kryptowelt, wobei er schon früher gesagt hat, dass viele Projekte zu zentralisiert seien und traditionelle Finanzsysteme ohne echten Mehrwert nachbilden. Seine jüngsten Aussagen bestätigen seinen Standpunkt, dass der Kryptomarkt vor allem von Spekulation und Vertrauen getrieben wird, statt von intrinsischem Wert.
Diese Analyse könnte für europäische Krypto-Investoren relevant sein, die die Risiken des Kryptomarkts abwägen wollen, vor allem angesichts der hohen Zahl gescheiterter Projekte und der Bedeutung von Stablecoins als praktisches Zahlungsmittel in bestimmten wirtschaftlichen Kontexten.