IRS warnt: KI ist der Regulierung voraus
KI-Agenten verarbeiten bereits Millionen kleiner Zahlungen auf Base und Solana, während die IRS und andere Aufsichtsbehörden noch nach passender Aufsicht und Haftung suchen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die US-amerikanische IRS warnt, dass KI-Systeme schneller wachsen, als Aufsichtsbehörden mithalten können.
- BeInCrypto sah zwischen dem 23. Juli und dem 26. August 6,4 Millionen x402-Transaktionen auf Base und Solana, zusammen im Wert von $119.947.
- Auch der IWF und die britische FCA suchen nach neuen Rahmenwerken für KI-Zahlungen, relevant für europäische Krypto- und Fintech-Unternehmen.
KI-Systeme verarbeiten inzwischen bereits Millionen von Zahlungen, während Aufsichtsbehörden darauf noch nicht im gleichen Tempo reagieren. Während eines Panels in New York warnte Dottie Romo, Chief Risk and Control Officer bei der amerikanischen IRS, dass diese Lücke riskant werden könnte, da KI-Agenten immer mehr Kontrolle über Geldströme erhalten.
KI-Zahlungen wachsen schnell
BeInCrypto untersuchte für seinen State of AI Agent Payments 2026, wie maschinengesteuerte Zahlungen heute bereits aussehen. Zwischen dem 23. Juli und dem 26. August wurden auf Base und Solana 6,4 Millionen x402-Transaktionen verfolgt, zusammen im Wert von $119.947 (€107.100). Laut der Untersuchung waren 90,8% dieser Überweisungen weniger als ein Cent wert, während das System seit dem Start fast 200 Millionen Settlement-Transaktionen verarbeitet hat.
Dieser kleine Betrag sagt nach Einschätzung der Forscher vor allem etwas über die Nutzung aus. KI-Agenten bezahlen heute oft für einzelne digitale Dienste, etwa Daten, API-Zugang oder Rechenleistung. Gerade die hohe Transaktionsfrequenz zeigt, wie anders maschineller Handel funktionieren kann als traditionelle Zahlungen. Das passt zu der breiteren Erwartung, dass Blockchain und Stablecoins eine wichtigere Rolle übernehmen, wenn Software selbstständig Geld bewegen soll.
Regulierungsbehörden hinken hinterher
Romo sagte, dass Aufsichtsbehörden weiterhin stark auf periodische Berichte setzen, um Betrug, Kontrollfehler und andere Risiken aufzudecken. Ihrer Ansicht nach kann das zu langsam werden, wenn autonome Systeme in Minuten Millionen von Entscheidungen treffen. Sie erklärte, dass wahrscheinlich eine Form von automatisierter Aufsicht nötig wird, zusätzlich zur menschlichen Kontrolle an wichtigen Stellen.
Auch andere Panelteilnehmer legten den Fokus auf Sicherheit und Verantwortung. Julius Moye von Mastercard verwies auf die Handelskatastrophe bei Knight Capital im Jahr 2012 und auf Terra/Luna als Beispiele dafür, was schiefgehen kann, wenn automatisierte Systeme ohne ausreichende Leitplanken laufen. Dino Cataldo Dell’Accio vom UN Joint Staff Pension Fund sagte, dass Verantwortung letztlich immer darauf zurückgeführt werden müsse, wer den Code entwickelt, implementiert und verwaltet hat.
Bedeutung für Europa
Die Diskussion ist nicht nur für die USA relevant. Der IWF hat bereits auf das Potenzial von agentischer KI in Zahlungssystemen hingewiesen und plädiert für ein dreistufiges Rahmenwerk, um autonome KI-Entscheidungen mit der bestehenden Zahlungsinfrastruktur zu verbinden. Auch die britische FCA prüft mögliche Anpassungen der Regeln für solche Systeme, was zeigt, dass Aufsichtsbehörden breiter nach neuen Rahmenwerken suchen.
Für europäische Krypto- und Fintech-Unternehmen kann das wichtig sein, weil KI-Zahlungen immer häufiger mit Stablecoins, Wallets und Onchain-Settlement in Berührung kommen. Die Kernfrage ist nicht, ob diese Systeme kommen, sondern wie Aufsicht, Compliance und Verantwortung darin gestaltet werden.