Janus Henderson startet ersten Nasdaq-lizenzierten tokenisierten Fonds
Janus Henderson nutzt Stellar und Centrifuge für einen Nasdaq-100-Fonds mit Emittentenbeteiligung, ein Schritt über einzelne Stock Tokens hinaus. Das passt in die breitere Tokenisierungswelle an der Wall Street.

Wichtigste Erkenntnisse
- Janus Henderson startet JQQQ, einen Nasdaq-100-Fonds auf der Stellar-Blockchain, gemeinsam mit Centrifuge und Nasdaq.
- Der Fonds arbeitet mit einem issuer-backed Modell, bei dem Janus Henderson den Fonds selbst auflegt und verwaltet.
- Janus Henderson sagt, dass seine Onchain-Investmentplattform inzwischen mehr als 1 Milliarde Dollar in Treasuries, Kreditprodukten und Aktien umfasst.
Janus Henderson macht mit der Einführung von JQQQ einen weiteren Schritt bei der Tokenisierung traditioneller Anlagen. Der Fonds bildet den Nasdaq-100 ab und wird auf der Stellar-Blockchain ausgegeben. Der Vermögensverwalter mit rund 500 Milliarden Dollar (447 Milliarden Euro) unter Verwaltung setzt damit auf ein Modell, bei dem der Emittent den Fonds selbst auflegt und verwaltet, statt auf einen separaten Token, der nur die Kursentwicklung von Aktien abbildet.
Issuer-backed Modell
Für JQQQ arbeitet Janus Henderson mit der Tokenisierungsplattform Centrifuge zusammen. Nasdaq vergibt die Lizenz für den Index, während Stellar die Blockchain-Infrastruktur bereitstellt. Der Fonds bildet Unternehmen wie Nvidia, Apple und Microsoft ab und baut auf der früheren Einführung des Janus Henderson Anemoy S&P 500 Fund auf, der im vergangenen Jahr bereits als erster tokenisierter Indexfonds mit Lizenz von S&P Dow Jones Indices vorgestellt wurde.
Die Entscheidung für einen issuer-sponsored Fonds ist wichtig in der Debatte darüber, wer traditionelle Wertpapiere tokenisieren darf. Bei diesem Modell bleibt der Emittent direkt in den Fonds eingebunden, während Third-Party-Stock-Tokens oft ohne Beteiligung des Unternehmens selbst erstellt werden. Dieser Unterschied ist relevant, weil Anleger in solchen Tokens nicht immer die zugrunde liegenden Aktien besitzen oder Aktionärsrechte erhalten.
Mehr als nur Treasuries
Janus Henderson sagte, dass seine Onchain-Investmentplattform inzwischen mehr als 1 Milliarde Dollar (0,9 Milliarden Euro) in Treasuries, strukturierte Kreditprodukte und Aktien umfasst. Damit verschiebt sich der Fokus weiter über die erste Generation tokenisierter Produkte hinaus, die vor allem auf US-amerikanische Staatsanleihen, Money-Market-Fonds und Private Credit ausgerichtet war.
Der Schritt passt zu einer breiteren Bewegung an der Wall Street, wo traditionelle Anlageprodukte immer häufiger auf Blockchain-Rails gebracht werden. Auch Nasdaq selbst hatte zuvor bereits erklärt, an einem Equity-Token-Design zu arbeiten, das stärker um den Emittenten herum aufgebaut ist, mit dem Ziel, Prozesse wie Corporate Actions und den Kontakt zu Aktionären zu modernisieren. Das passt zur breiteren institutionellen Nachfrage nach Tokenisierung, wie die großen US-Banken sie vor allem als Chance für neue Märkte und eine effizientere Finanzinfrastruktur sehen.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Nutzer zeigt diese Einführung, dass Tokenisierung nicht mehr nur aus einzelnen Experimenten mit digitalen Versionen bestehender Assets besteht. Es geht nun auch um Fonds, die von Anfang an für den Einsatz auf einer Blockchain konzipiert sind. Das könnte wichtig dafür sein, wie institutionelle Akteure später mit Sicherheiten, Übertragbarkeit und dem Zugang zu traditionellen Märkten umgehen, auch wenn Regulierung und Plattformunterstützung dabei entscheidend bleiben.