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JPMorgan sieht beschleunigten Rückzug aus der Debasement-Trade bei Bitcoin

JPMorgan sieht, dass Anleger bei Bitcoin als Inflationsschutz schneller aussteigen. Auch Gold verliert an Boden, während sich die Marktposition beider Assets verschiebt.

JPMorgan sieht beschleunigten Rückzug aus der Debasement-Trade bei Bitcoin

Wichtigste Erkenntnisse

  • JPMorgan sieht einen beschleunigten Rückzug aus der Debasement-Trade, mit Abflüssen sowohl aus Bitcoin- als auch aus Gold-ETFs.
  • Bitcoin-ETFs verzeichneten vier Wochen lang steigende Abflüsse, während Gold-ETFs in einer Woche bis zum 5. Juni rund 20 Milliarden Dollar verloren.
  • Laut JPMorgan bewegt sich Bitcoin stärker mit risikoreichen Märkten, während die Korrelation von Gold mit dem S&P 500 zunimmt.

Anleger steigen immer stärker aus der sogenannten Debasement-Trade aus, bei der sie sich mit Assets wie Gold und Bitcoin gegen Inflation und Währungsverfall absichern wollen. Laut Analysten von JPMorgan hat sich dieser Rückzug bei Bitcoin zuletzt beschleunigt, während auch Gold weiter Abflüsse sieht.

Abflüsse bei Bitcoin- und Gold-ETFs

In der Woche bis zum 5. Juni verzeichneten Gold-ETFs Abflüsse von rund 20 Milliarden Dollar, nach einer kurzen Phase von Zuflüssen. Bitcoin-ETFs zeigten in den vergangenen vier Wochen einen schrittweise steigenden Abfluss. Die JPMorgan-Analysten um Nikolaos Panigirtzoglou melden, dass sich sowohl private als auch institutionelle Anleger breit aus dieser Strategie zurückziehen. Diese Bewegung ist in ETFs, Futures-Märkten und der Positionierung der Investoren zu sehen.

Institutionelle Anleger reduzieren ihr Exposure über Futures, wobei die Goldpositionen seit Ende Februar stetig zurückgehen. Bitcoin, das seit Beginn des Nahostkonflikts als wichtigste Ausprägung der Debasement-Trade galt, begann Anfang Mai zu fallen und hat sich seitdem weiter abgeschwächt. Momentum-Indikatoren von JPMorgan zeigen einen ähnlichen Trend: Anleger bauen Long-Positionen in Gold ab, während Bitcoin zunächst von Short Covering profitiert hat, dann aber ebenfalls nachgegeben hat. Neue Short-Positionen dürften den jüngsten Rückgang bei Gold verstärkt haben.

Die Abflüsse passen auch ins breitere Bild einer schwächeren Nachfrage nach Spot-Fonds. In einem separaten Überblick wurde bereits berichtet, dass Bitcoin-ETF-Abflüsse vor allem mit dem Abbau von Arbitrage-Positionen und Makrodruck zusammenhängen.

Veränderte Marktkorrelationen und Anlageverhalten

Die Analysten sehen auch eine Verschiebung bei den Marktkorrelationen. Bitcoin zeigt zuletzt eine negative Korrelation mit 10-jährigen US-Realrenditen, eine Bewegung, die Gold schon früher in diesem Jahr gemacht hat. Das deutet darauf hin, dass die Opportunitätskosten des Haltens von nicht verzinslichen Assets eine Rolle spielen. Gleichzeitig nähert sich die Korrelation von Gold mit dem S&P 500 der von Bitcoin an, was darauf hindeutet, dass sich beide Assets eher wie risikoreiche Anlagen verhalten als wie klassische Portfoliodiversifikatoren.

Diese Entwicklungen unterstreichen, dass sich Bitcoin immer stärker im Einklang mit risikoreichen Märkten bewegt, im Gegensatz zu seiner früheren Rolle als digitaler Wertspeicher, vergleichbar mit Gold. Das kann Einfluss darauf haben, wie Anleger Bitcoin und Gold in ihren Portfolios gewichten.

Relevanz für europäische Anleger

Für europäische Anleger könnte dieser Trend auf eine veränderte Dynamik bei der Rolle von Bitcoin und Gold als sichere Häfen im globalen Umfeld wirtschaftlicher Unsicherheit und geopolitischer Spannungen hindeuten. Der Rückgang der Debasement-Trade bedeutet möglicherweise, dass Anleger ihre Strategien überdenken, was für Portfolios wichtig sein kann, die stark auf diese Assets zur Absicherung gegen Inflation und Währungsrisiken setzen.


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