Bitcoin-Mining-Difficulty sinkt wegen schwacher Erträge um 14 %
Der Rückgang deutet auf schwächere Mining-Erträge und eine stärkere Kapitalverschiebung hin zu KI und High-Performance Computing. Auch Curtailments in Texas belasten die Bitcoin-Hashrate.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die Bitcoin-Mining-Difficulty ist auf 126,23 Billionen gefallen und liegt damit rund 1,1 % unter dem Niveau von vor einem Jahr.
- Der Rückgang steht im Zusammenhang mit schwächeren Mining-Erträgen, einer Kapitalverschiebung hin zu KI sowie Störungen wie Curtailments in Texas.
- Der Hashprice hat sich leicht auf 31,7 $ erholt, doch der Forward-Markt signalisiert nur eine begrenzte Erholung der Einnahmen.
Die Bitcoin-Mining-Difficulty ist erstmals seit Jahren wieder unter das Vorjahresniveau gefallen. Hintergrund sind eine schwächere Mining-Ökonomie und die zunehmende Verlagerung von Kapital in Richtung KI, die den Ausbau der Kapazitäten bremsen. Die Kennzahl liegt nun bei 126,23 Billionen. Das entspricht einem Rückgang von 0,74 % und damit rund 1,1 % unter dem Stand von vor einem Jahr sowie 19,1 % unter dem Allzeithoch von 155,97 Billionen aus November 2025.
Difficulty sinkt erneut
Die Mining-Difficulty von Bitcoin wird ungefähr alle 2.016 Blocks angepasst, also etwa alle zwei Wochen. Ziel ist es, die durchschnittliche Blockzeit bei rund zehn Minuten zu halten. Sinkt die Difficulty, bedeutet das in der Regel, dass in der vorherigen Periode weniger Rechenleistung im Netzwerk aktiv war. Für die Miner, die weiterhin online sind, nimmt damit der Wettbewerbsdruck etwas ab.
Der aktuelle Rückgang fügt sich in einen breiteren Abwärtstrend seit dem Hoch im Januar ein. Nach einem Minus von 10 % im Juni und weiteren 5 % Anfang Juli liegt die Kennzahl inzwischen rund 14 % unter dem Jahreshöchststand. Es ist erst das zweite Mal in der Geschichte des Netzwerks, dass die Difficulty unter das Niveau von vor einem Jahr fällt. Zuvor war das nach dem chinesischen Mining-Verbot im Jahr 2021 der Fall, als zeitweise etwa die Hälfte der Netzwerk-Hashrate wegfiel.
Druck auf die Mining-Ökonomie
Nach Angaben von Luxors Hashrate Index ist der Rückgang vor allem auf schwächere Mining-Erträge zurückzuführen. Hinzu kommt, dass sich Kapital, Strom und Betreiber zunehmend in Richtung KI- und High-Performance-Computing-Infrastruktur bewegen. Auch Curtailments in Texas sowie Störungen in anderen Mining-Regionen haben die verfügbare Kapazität belastet.
Eine spürbare Entlastung für Miner ist bislang nicht in Sicht. Der Hashprice, also die Kennzahl für den erwarteten Ertrag pro Einheit Rechenleistung, fiel Ende Juni auf 27,66 $ (24 €) pro Petahash und Tag und näherte sich damit dem Tiefstand von Februar. Inzwischen hat er sich auf 31,7 $ (28 €) erholt. Der Forward-Markt von Luxor kalkuliert bis einschließlich Dezember im Schnitt jedoch nur mit 31,85 $ (28 €) pro Petahash und Tag. Das liegt nur knapp über den jüngsten Spot-Niveaus und spricht dafür, dass Miner für den Rest von 2026 nur begrenzte Spielräume für eine deutliche Erholung der Einnahmen sehen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Interessierte ist das relevant, weil Bitcoin-Mining nicht nur ein technischer Bestandteil des Netzwerks ist, sondern auch als Indikator für den wirtschaftlichen Druck in der Branche gilt. Wenn die Margen der Miner sinken, kann das eine stärkere Umverteilung von Hardware und Kapital begünstigen, etwa in Richtung KI oder anderer rechenintensiver Anwendungen. Deshalb ist die Entwicklung auch für alle interessant, die die Infrastruktur hinter Bitcoin genauer verfolgen.