KB Kookmin setzt JPMorgan-Blockchain für Handelszahlungen ein
Die südkoreanische Bank nutzt JPMorgans Kinexys zunächst für Dollarzahlungen von Import- und Exportkunden. Das zeigt, dass Blockchain-Rails im klassischen Handel zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Wichtigste Erkenntnisse
- KB Kookmin Bank startet im August mit einem Blockchain-Zahlungsdienst für Import- und Exportunternehmen.
- Zunächst laufen die Zahlungen in US-Dollar über das JPMorgan-Kinexys-Netzwerk.
- In der ersten Phase geht es um Dollarzahlungen in zehn Länder, darunter die USA, Singapur und Indien.
KB Kookmin Bank will im August einen Blockchain-basierten Zahlungsdienst für Import- und Exportunternehmen einführen. Zum Start nutzt die südkoreanische Bank US-Dollar-Zahlungen über das JPMorgan-Kinexys-Netzwerk. Damit erhält ein großes Institut Zugang zu einer Infrastruktur, die vor allem für institutionelle Zahlungen und digitale Abwicklung entwickelt wurde und nicht auf den Retail-Bereich von Krypto ausgerichtet ist.
Kinexys wird von Banken genutzt
Kinexys ist die Blockchain-Sparte von JPMorgan und war zuvor unter dem Namen Onyx bekannt. Über die Plattform laufen institutionelle Zahlungen, Tokenisierung und die Abwicklung digitaler Assets. Nach den verfügbaren Angaben hat das Netzwerk inzwischen mehr als 4 $ Billionen (3,5 € Billionen) an Transaktionen verarbeitet. Das durchschnittliche Tagesvolumen liegt bei über 7 $ Milliarden (6,2 € Milliarden).
Für KB Kookmin bedeutet das, dass Handelszahlungen auf einer bestehenden Blockchain-Infrastruktur abgewickelt werden können, statt dafür ein komplett neues System aufzubauen. Der Dienst soll zunächst über koreanische Niederlassungen sowie über das Büro von KB Kookmin in Singapur angeboten werden.
Dollarzahlungen in zehn Länder
In der ersten Phase stehen Dollar-Überweisungen in zehn Länder im Fokus, darunter die USA, Singapur, Saudi-Arabien, Indien, Thailand, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Südafrika. Laut lokalen Medien geht es dabei um Zahlungen für Kunden aus dem Import- und Exportgeschäft.
Bemerkenswert ist, dass dieser Schritt kurz nach der Auswahl von KB Kookmin für ein staatlich unterstütztes Projekt rund um Deposit Tokens erfolgt. Das Programm wird vom Ministry of Science and ICT und der Korea Internet & Security Agency umgesetzt. Zusammen deuten diese Entwicklungen darauf hin, dass südkoreanische Banken zunehmend mit tokenisiertem Geld und Blockchain-Rails für reguläre Finanzdienstleistungen experimentieren.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem deshalb interessant, weil es zeigt, dass Blockchain-Infrastruktur immer häufiger außerhalb des klassischen Krypto-Markts eingesetzt wird. Wenn mehr Banken solche Rails nutzen, dürfte das auch für die Debatte über tokenisierte Einlagen, Settlement und die Rolle großer Finanzinstitute im Krypto-Umfeld relevant werden. Das ist noch kein Beleg für eine breite Adoption, zeigt aber, dass die Grenze zwischen klassischen Zahlungen und Blockchain weiter verschwimmt. Der Trend passt zu einem breiteren Muster, bei dem Banken und Vermögensverwalter Blockchain vor allem für Abwicklung und tokenisierte Assets einsetzen, etwa bei tokenisierte Einlagen bei Banken.