Kraken verklagt PowerTrade wegen verschwundener 7 Millionen Dollar an Krypto
Kraken sagt, dass PowerTrade über nicht autorisierte Transaktionen Millionen an digitalen Assets und Gewinnen abgezweigt hat. Der Fall läuft über die USA und das DIFC in Dubai.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die Kraken-Mutter Payward verklagt PowerTrade wegen der Veruntreuung von rund 7,2 Millionen Dollar an digitalen Assets und nicht realisierten Gewinnen.
- Kraken sagt, dass PowerTrade mehr als 6 Millionen Dollar über unzulässige Transaktionen abgezogen und ein positives Guthaben in ein negatives Guthaben verwandelt hat.
- Kraken hat in Dubai eine weltweite Freezing Order erwirkt und auch in anderen Jurisdiktionen rechtliche Schritte eingeleitet.
Payward, die Muttergesellschaft der Krypto Exchange Kraken, hat eine Klage gegen PowerTrade eingereicht, eine Krypto-Derivateplattform mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Laut der Klage sollen die Gründer von PowerTrade rund 7,2 Millionen Dollar an digitalen Assets und nicht realisierten Gewinnen von Kraken veruntreut haben.
Nicht autorisierte Transaktionen und negatives Guthaben
Kraken erklärt, dass PowerTrade auf unzulässige Weise mehr als 6 Millionen Dollar vom PowerTrade-Konto von Payward über eine Reihe einseitiger Transaktionen abgezogen habe. Dabei sollen profitable Trades, die schon Monate zuvor abgeschlossen oder verrechnet worden waren, nachträglich storniert worden sein. Dadurch sei das positive Guthaben von rund 7 Millionen Dollar in ein negatives Saldo von 2 Millionen Dollar umgewandelt worden. Laut der Klage war das ein Versuch, das Handelskonto von Payward künstlich ins Minus zu drücken und die Sicherheiten von Payward zu veruntreuen.
Rechtliche Schritte und Einfrieren von Geldern
Payward hat bei einem Bundesgericht in den USA einen Antrag gestellt, um Informationen von mehreren US-Finanzinstituten über PowerTrade und dessen Gründer zu erhalten. Außerdem hat Kraken über die Gerichte des Dubai International Financial Centre (DIFC) eine vorläufige weltweite Freezing Order gegen PowerTrade und seine Gründer erwirkt. Auch in anderen Jurisdiktionen wurden rechtliche Verfahren eingeleitet.
Kontext rund um PowerTrade als Derivateplattform
PowerTrade wurde 2019 gegründet und bietet Handel mit mehr als 100 Krypto-Optionen und Perpetual Markets an, darunter bekannte Krypto wie Bitcoin und Ethereum. Die Plattform ist bekannt für Funktionen wie den Verzicht auf Handelsgebühren bei Perpetual Contracts und das Angebot von Hebelwirkung von bis zu 1000x bei Optionen. PowerTrade positioniert sich als zentrale Exchange, die professionellen Tradern institutionelle Tools bieten will. Dieser Hintergrund unterstreicht, wie wichtig Transparenz und Sicherheit bei solchen Plattformen sind, gerade angesichts des Umfangs der Vorwürfe von Kraken.
Der Fall passt in einen breiteren Trend, bei dem große Plattformen ihr Derivateangebot ausbauen. So erweitert Coinbase seine Aktivitäten ebenfalls um neue Handelsprodukte, um weniger von klassischen Spot-Volumina abhängig zu sein.
Relevanz für europäische Krypto-Anleger
Dieser Fall zeigt die Risiken, die mit der Nutzung von Derivateplattformen verbunden sind, auch wenn sie professionell auftreten und hohe Hebelmöglichkeiten bieten. Europäische Anleger können daraus mitnehmen, dass strenge Aufsicht und rechtliche Absicherungen wichtig bleiben, um Verluste durch Missbrauch oder Betrug zu vermeiden. Außerdem zeigt das, wie wichtig sorgfältige Due Diligence bei der Auswahl von Handelsplattformen für komplexe Krypto-Produkte ist.