Laser Digital investiert in ZIGChain für Private Credit im Golf
Die Nomura-Tochter will über ZIGChain Onchain Private Credit und Invoice Financing in der Golfregion ausbauen, mit Fokus auf Tokenization und Sharia-Compliance.

Wichtigste Erkenntnisse
- Laser Digital, der digitale Asset-Bereich von Nomura, hat strategisch in ZIGChain investiert, eine Layer 1-Blockchain aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.
- Mit dem Deal wollen die Parteien Private Credit in der Golfregion über Onchain-Produkte zugänglicher machen, inklusive eines Sharia-konformen Angebots.
- Laser Digital will gemeinsam mit ZIGChain einen Risikorahmen und Governance für institutionelle Onchain-Vault-Produkte aufsetzen.
Laser Digital, die Digital-Asset-Sparte der japanischen Nomura Group, hat sich strategisch an ZIGChain beteiligt. Das Projekt ist eine Layer 1-Blockchain aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ziel der Partnerschaft ist es, Private Credit in der Golfregion über Onchain-Produkte breiter zugänglich zu machen, darunter auch ein Sharia-konformes Angebot. Der Investitionsbetrag soll im hohen einstelligen Millionenbereich liegen, auch wenn die genaue Summe nicht veröffentlicht wurde.
Fokus auf Private Credit
ZIGChain arbeitet bereits mit Standard Chartered und Apex Group zusammen und versteht sich als Infrastruktur für tokenisierte Real-World Assets. Konkret geht es um Anwendungsfälle wie Private Credit und Invoice Financing, die über die Blockchain leichter handelbar oder zugänglicher werden sollen. Damit reiht sich das Projekt in einen breiteren Trend ein: Immer mehr Krypto-Unternehmen versuchen, klassische Finanzierung und Onchain Settlement enger miteinander zu verbinden. Auch große Vermögensverwalter und Banken testen ähnliche Modelle, etwa bei tokenized money market funds für das institutionelle Cashmanagement.
Nach Angaben von ZIGChain-Mitgründer Abdul Rafay Gadit geht es bei der Zusammenarbeit nicht nur um frisches Kapital, sondern auch um den Zugang zum Markt. Er verweist auf eine Region, in der Kapitalgeber nicht immer die passenden Kreditgelegenheiten finden, während Finanzierung für kleinere Anbieter wegen hoher Gebühren und Hürden oft schwer erreichbar bleibt. Laser Digital erklärte, dass das Unternehmen gemeinsam mit ZIGChain einen Risikorahmen und Governance für eine Pipeline institutioneller Onchain-Vault-Produkte aufbauen will.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Leser ist das vor allem deshalb interessant, weil es zeigt, wie sich institutionelle Krypto-Infrastruktur außerhalb der USA und Europas weiterentwickelt. Die Verbindung aus Tokenization, regulierten Anbietern und Private Credit dürfte mitentscheiden, wie Kapitalmärkte in anderen Regionen künftig Onchain organisiert werden. Zugleich macht der Schritt deutlich, dass große Häuser wie Nomura über Laser Digital im Krypto-Sektor engagiert bleiben, allerdings mit einem klar konservativen Ansatz.
Laser bleibt bei Krypto engagiert
Ganz neu ist dieser vorsichtigere Ton nicht. Im Februar hatte Nomura die Risikolimits bei Laser Digital gesenkt, nachdem Krypto-Verluste den Quartalsgewinn belastet hatten. Am Markt wurde das teilweise als Rückzug interpretiert. Der Konzern stellte damals jedoch klar, dass er im Krypto-Bereich bleiben will, wenn auch mit stärkerem Fokus auf Risikomanagement.
Laser-Digital-Chef Jez Mohideen sagte, das Unternehmen beobachte die Private-Credit-Kategorie schon seit Längerem, sehe aber oft, dass das Umsetzungsrisiko unterschätzt werde. Nach seiner Einschätzung bringt ZIGChain regionale Erfahrung und eine Erfolgsbilanz bei der Origination mit, während Laser die institutionellen Standards für Risikorahmen einbringen will, die das Unternehmen auch bei anderen Produkten nutzt.