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Coldcard-Hacker-Wallet bekommt Bitcoin-Graffiti von Opfern

Opfer nutzen OP_RETURN, um den mutmaßlichen Hacker direkt auf der Bitcoin-Blockchain anzusprechen. Die Wallet ist laut Galaxy Research mit dem Coldcard-Angriff verknüpft und enthält rund 36 Millionen Dollar.

Coldcard-Hacker-Wallet bekommt Bitcoin-Graffiti von Opfern

Wichtigste Erkenntnisse

  • Eine mit dem Coldcard-Hacker verknüpfte Wallet hat seit dem 30. Juli mehrere kleine Bitcoin-Einzahlungen mit Nachrichten auf der Blockchain erhalten.
  • Die Mitteilungen wurden über OP_RETURN verschickt und reichten von Bitten und Gedichten bis hin zu einem Angebot, gestohlene BTC für 10 Prozent zu waschen.
  • In der Wallet liegen inzwischen rund 36 Millionen Dollar, während der Vorfall auch Diskussionen über Datennutzung und Netzwerklast auf Bitcoin anstößt.

Eine Wallet, die mit dem Coldcard-Hacker in Verbindung gebracht wird, erhält seit dem 30. Juli immer wieder kleine Einzahlungen mit Nachrichten auf der Bitcoin-Blockchain. In den Transaktionen finden sich Bitten, Gedichte und sogar ein Angebot, die gestohlenen BTC gegen eine Gebühr von 10 Prozent zu waschen. Der Bestand der Wallet beläuft sich inzwischen auf rund 36 $ Millionen (31,3 € Millionen).

Nachrichten auf der Blockchain

Die Wallet bc1qq85v2c926eg6pgxhwp6q7lf6cnsz80qs3fcu9r wurde von Blockchain-Analysten, darunter Galaxy Research, als eine der Adressen identifiziert, die dem Angriff zugeordnet werden. Übermittelt werden die Nachrichten per OP_RETURN, einer Bitcoin-Funktion, mit der sich kleine Datenmengen an eine Transaktion anhängen lassen. So bleibt die Botschaft dauerhaft auf der Blockchain sichtbar, während die damit verknüpften Bitcoins nicht ausgegeben werden können.

Eine der Nachrichten lautet: "You stole, please return some." Andere Einträge sind weniger direkt und wirken eher wie kleine Textfragmente oder abstrakte Poesie. In jedem Fall zahlen die Absender eine geringe Menge BTC, um ihre Botschaft zu hinterlassen.

Mehr als nur ein Hack

Die Vielzahl der Nachrichten zeigt, dass ein Hack auf Bitcoin auch eine öffentliche Onchain-Dimension bekommen kann. Für Betroffene ist das eine Möglichkeit, den mutmaßlichen Täter direkt anzusprechen. Andere nutzen denselben Kanal für Witze, Pitches oder sogar kriminelle Angebote. Am Ende entsteht so eine Art Graffitiwand auf der Blockchain, nur eben mit dauerhaften Transaktionen statt mit Farbe.

OP_RETURN ist nicht neu und wird in der Bitcoin-Community seit Jahren kontrovers diskutiert. Die Funktion wurde in Bitcoin Core 0.9.0 im Jahr 2014 standardisiert, damit sich Daten einbetten lassen, ohne das UTXO-Set zu belasten. Befürworter sehen darin eine effiziente Möglichkeit, kleine Datenmengen onchain zu speichern. Kritiker verweisen dagegen auf zusätzlichen Netzwerkdruck und potenziell höhere Transaktionskosten.

Warum das wichtig ist

Für europäische Krypto-Leser ist das vor allem deshalb relevant, weil es zeigt, wie weitreichend Sicherheitsvorfälle auf Bitcoin über die gestohlenen Coins hinausgehen können. Der Einsatz von OP_RETURN berührt auch die breitere Debatte über Datennutzung, Netzwerklast und die Frage, was du dauerhaft auf der Blockchain festhalten willst. Aus einem solchen Vorfall wird damit nicht nur eine Geschichte über einen Hack, sondern auch über die technischen Entscheidungen hinter Bitcoin. Eine ähnliche Nachwirkung gab es auch bei dem Coldcard-Fehler, bei dem nach einem Problem mit der Key Generation in kurzer Zeit Hunderte Wallets geleert wurden.


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