Metaplanet und Strategy verbuchen fast 10 Milliarden Dollar Buchverlust auf Bitcoin
Metaplanet und Strategy halten zusammen Milliarden an nicht realisierten BTC-Verlusten, während ihr schuldengetriebenes Treasury-Modell die Bilanzrisiken erhöht.

Wichtigste Erkenntnisse
- Metaplanet und Strategy haben zusammen fast 10 Milliarden Dollar an nicht realisierten Buchverlusten auf ihren Bitcoin-Positionen.
- Metaplanet meldete 1,5 Milliarden Dollar Verlust auf 43.000 BTC; Strategy berichtete im vergangenen Monat über 8,2 Milliarden Dollar Verlust.
- Bitcoin handelt seit Wochen zwischen 62.000 Dollar und 66.000 Dollar, während Händler auf Jackson Hole und neue Makrodaten achten.
Die beiden größten börsennotierten Bitcoin-Treasury-Unternehmen der Welt sitzen zusammen auf fast 10 Milliarden Dollar (8,7 Milliarden Euro) an Buchverlusten, ein Betrag, der das Ausmaß ihres Engagements in nur einem Token deutlich zeigt. Metaplanet meldete am Donnerstag früh in Tokio einen nicht realisierten Verlust von 1,5 Milliarden Dollar auf seine 43.000 BTC per Ende Juni, während Strategy im vergangenen Monat einen ähnlichen Buchverlust von 8,2 Milliarden Dollar (7,1 Milliarden Euro) meldete.
Große Positionen, großes Risiko
Die Zahlen unterstreichen, wie weit die Finanzialisierung von Bitcoin inzwischen fortgeschritten ist. Würden diese Verluste tokenisiert, dann wäre ein hypothetischer Loss Token laut dem Vergleich am Markt sogar das elftgrößte digitale Asset, direkt hinter Dogecoin und deutlich vor tokenisierten Treasury-Coins wie ONDO, Privacy-Tokens wie ZEC und dem DeFi-Projekt AAVE.
Damit rückt auch die Konzentration des Risikos auf ein einziges Asset wieder in den Fokus. Viele dieser DAT-Unternehmen haben ihre BTC-Käufe mit Schulden finanziert, was ihre Bilanz anfällig macht, wenn der Kurs über längere Zeit schwach bleibt. Das ist besonders relevant, weil Bitcoin selbst keine inhärente Rendite, keinen Cashflow und keinen Yield erzeugt.
BTC bleibt in enger Spanne
Bemerkenswert ist, dass sich der Markt bislang kaum an diesen Bilanzrisiken zu stören scheint. BTC bewegt sich seit Wochen zwischen 62.000 Dollar (53.700 Euro) und 66.000 Dollar (57.200 Euro) und notierte heute vor allem unter 64.000 Dollar (55.400 Euro). Das hält den Kryptomarkt in einer abwartenden Phase, während Analysten versuchen einzuschätzen, ob der Bärenmarkt seinen Tiefpunkt bereits gesehen hat.
Laut Alex Kuptsikevich, Chefanalyst bei FxPro, liegen die aktuellen Niveaus nahe an den Hochs des Bullenmarkts von 2021. Er wies darauf hin, dass Bitcoin vor drei Jahren seinen Rückgang erst bei rund 20.000 Dollar (17.300 Euro) abfing, nahe dem Hoch des vorherigen Zyklus aus dem Jahr 2017, und dass dies auf nachlassendes bearishes Momentum in Richtung des 200-Wochen-Durchschnitts hindeuten könnte.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto-Investoren ist das vor allem relevant, weil börsennotierte Treasury-Unternehmen zu einem immer sichtbareren Bindeglied zwischen den traditionellen Kapitalmärkten und Bitcoin geworden sind. Wenn solche Akteure ihre Positionen weiter mit geliehenem Geld ausbauen, könnte das die Aufmerksamkeit auf Bilanzrisiken, Finanzierungskosten und die Art und Weise lenken, wie große BTC-Positionen am Markt bewertet werden.
Später heute achten Händler außerdem auf das Jackson-Hole-Symposium der Zentralbanken und auf neue Makrodaten als zusätzliche Orientierung. In einem Markt, in dem Bitcoin seit Wochen in einer engen Spanne handelt, könnte das die Aufmerksamkeit vorübergehend von Unternehmensbilanzen auf Zinserwartungen und das breitere Risikosentiment verschieben. Der jüngste Druck auf den Kurs passt auch zum breiteren Bild schwacher Nachfrage und anhaltenden Verkaufsdrucks am Markt, wie Bitcoin fällt weiter, während Miner 1,78 Milliarden Dollar verkauften zuvor gezeigt hat.