Bitcoin fällt weiter, während Miner 1,78 Milliarden Dollar verkauften
Neben ETF-Abflüssen und Verkäufen von Treasury-Unternehmen bringen auch börsennotierte Miner zusätzliches Angebot auf den Markt. Ihre Margen stehen unter Druck, weil die Produktionskosten über dem Bitcoin-Kurs liegen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Bitcoin fiel in diesem Jahr um 27 % auf knapp unter 64.000 Dollar und schnitt schlechter ab als große traditionelle Märkte.
- Börsennotierte Miner verkauften 2026 zusammen 28.000 BTC, was beim aktuellen Kurs rund 1,78 Milliarden Dollar entspricht.
- Die durchschnittlichen Produktionskosten liegen bei rund 74.300 Dollar pro Bitcoin, wodurch Miner unter Druck geraten und teilweise zu KI und High-Performance Computing wechseln.
Bitcoin steht in diesem Jahr unter Druck, und zwar nicht nur wegen ETF-Abflüssen und Verkäufen von Treasury-Unternehmen. Eine oft unterschätzte Quelle für Verkaufsdruck sind börsennotierte Miner, die 2026 zusammen bereits 28.000 BTC verkauft haben, was beim aktuellen Kurs rund 1,78 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro) entspricht.
Die größte Kryptowährung verzeichnete in diesem Jahr ein Minus von 27 % und fiel auf knapp unter 64.000 Dollar (55.500 Euro). Damit entwickelt sich Bitcoin schwächer als große traditionelle Märkte, darunter der S&P 500. Den vorliegenden Marktdaten zufolge hängt der Rückgang vor allem mit Nettoabflüssen aus US-amerikanischen Spot-Krypto-ETFs zusammen, die insgesamt mehr als 4,4 Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro) an Abflüssen verzeichneten. Auch lang inaktive Halter und digitale-Asset-Treasury-Unternehmen, darunter Strategy, haben verkauft. Das passt in ein breiteres Bild, in dem auch die Nachfrageseite unter Druck steht, wie die jüngste Kombination aus makroökonomischem Druck und zusätzlichen Verkäufen durch Strategy gezeigt hat.
Miner sorgen für zusätzliches Angebot
Was in diesem Bild oft untergeht, ist die Rolle öffentlicher Miner. Diese Unternehmen validieren Blöcke auf der Bitcoin-Blockchain und erhalten dafür neu ausgegebene BTC. Zu Jahresbeginn hielten sie laut Blockware Intelligence zusammen 127.000 BTC. Inzwischen ist diese Menge auf 99.000 BTC gesunken.
Das bedeutet, dass ein Teil der Bestände zu einem Zeitpunkt auf den Markt gebracht wurde, als das Kaufinteresse bereits schwach war. In Märkten, in denen der Preis vor allem an der Marge gebildet wird, kann auch ein relativ gleichmäßiger Verkauf also stark ins Gewicht fallen. Blockware Solutions nannte die frühen Verkäufe öffentlicher Miner in seinem Newsletter einen unterschätzten Faktor hinter der schwachen Bitcoin-Entwicklung im Jahr 2026.
Margen geraten unter Druck
Der Verkauf hängt mit einer verschlechterten Mining-Ökonomie zusammen. Die durchschnittlichen Kosten, um einen Bitcoin zu produzieren, liegen den vorliegenden Daten zufolge bei rund 74.300 Dollar (64.400 Euro) und damit über dem aktuellen Kurs. Gleichzeitig ist die Mining-Difficulty, also die Rechenleistung, die nötig ist, um einen neuen Block hinzuzufügen, seit dem Höchststand im November um etwa 18 % gesunken.
Dieser Rückgang deutet auf eine längere Phase sinkender Hashrate und auf einen Sektor hin, der sich an niedrigere Margen anpasst. Einige Miner verlagern deshalb Kapital und Kapazitäten in KI und High-Performance Computing, eine Entwicklung, die bei börsennotierten Mining-Unternehmen schon länger zu beobachten ist. Das ist vor allem ein strategischer Versuch, die bestehende Infrastruktur profitabler einzusetzen, solange das traditionelle Mining weniger abwirft.
Bedeutung für Europa
Für europäische Kryptonutzer zeigt das, dass Bitcoin nicht nur auf ETF-Ströme oder makroökonomische Nachrichten reagiert, sondern auch auf die Bilanz von Akteuren, die direkt neues BTC auf den Markt bringen. Wenn Miner ihre Reserven strukturell geringer halten, kann das die Angebotsseite des Kryptomarkts spürbar verändern. Gleichzeitig macht der Wechsel zu KI deutlich, dass Mining-Unternehmen ihr Geschäftsmodell überdenken, sobald die Margen bei Bitcoin unter Druck geraten.