Erebor sucht 1,5 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 9,5 Milliarden Dollar
Die Techbank bedient Krypto-, KI- und Stablecoin-Unternehmen und sah die Einlagen in wenigen Monaten stark wachsen. Neue Investoren könnten die Bewertung fast verdoppeln.

Wichtigste Erkenntnisse
- Erebor Bank verhandelt über eine Finanzierungsrunde von rund 1,5 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von etwa 9,5 Milliarden Dollar.
- Die Einlagen stiegen von 1,1 Milliarden Dollar Ende März auf 4,6 Milliarden Dollar Ende Juli, während die Bank den Kreditbereich aufbaut.
- Erebor richtet sich auf Krypto, KI und Stablecoins aus und erhielt im Februar die endgültige Genehmigung von US-Aufsichtsbehörden.
Erebor Bank befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen, um rund 1,5 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) einzusammeln, in einem Deal, der die junge Techbank mit etwa 9,5 Milliarden Dollar (8,2 Milliarden Euro) bewerten würde, berichtete die Financial Times. Für ein Institut, das erst ein Jahr alt ist, zeigt dieser Sprung, wie schnell Kapital in Richtung Anbieter fließt, die Krypto, KI und andere risikoreichere Tech-Sektoren bedienen.
Schnelles Wachstum bei den Einlagen
Laut der FT stiegen die Einlagen von Erebor von 1,1 Milliarden Dollar (1 Milliarde Euro) Ende März auf 4,6 Milliarden Dollar (4 Milliarden Euro) Ende Juli. Die Bank ist damit nicht nur mit der Kapitalaufnahme beschäftigt, sondern baut auch eine größere Bilanz auf und startet die Kreditvergabe.
Die Runde soll große Zusagen von Lux Capital, Human Capital, Valor Equity Partners, Andreessen Horowitz und SV Angel erhalten. Auch bestehende Investoren wie 8VC und Haun Ventures sollen sich beteiligen. Wenn diese Mischung Bestand hat, zeigt das, dass Erebor sowohl bei traditionellen Tech-Investoren als auch bei Akteuren mit klarem Krypto-Fokus Anklang findet.
Fokus auf Krypto und Stablecoins
Erebor richtet sich an Unternehmen aus Krypto, künstlicher Intelligenz, Verteidigung und Produktion. Darüber hinaus bedient die Bank Zahlungsunternehmen, Investmentfonds und Handelsfirmen, mit geplanten Angeboten für Einlagen, Kredite, Stablecoin-Produkte, Treasury Management und Zahlungen.
Diese Positionierung ist für den Kryptomarkt relevant, weil Banken, die Stablecoins und Krypto-Zahlungen unterstützen wollen, zu einem wichtigen Knotenpunkt für Liquidität und Unternehmensdienstleistungen werden könnten. Für europäische Leser ist vor allem interessant, dass solche US-amerikanischen Nischenbanken zeigen, wie stark die Nachfrage nach finanzieller Infrastruktur rund um Krypto bleibt, auch wenn Aufsichtsbehörden Kapital und Risiken strenger prüfen. In den USA läuft gleichzeitig die Debatte über eine breitere Clarity Act, die gerade mehr Klarheit über die Aufsicht über digitale Assets und die Rolle der Aufsichtsbehörden schaffen soll.
Regulatorischer Druck und Kapital
Erebor erhielt im Februar die endgültige Genehmigung der US-Aufsichtsbehörden für den Betrieb. In den ersten drei Jahren muss die Bank laut den Regeln eine Leverage Ratio von mindestens 12% einhalten, weshalb frisches Kapital wichtig ist, während die Bilanz wächst.
Die Bank machte zuvor bereits einen ersten Schritt in der Kreditvergabe mit einer Fazilität über 200 Millionen Dollar (173 Millionen Euro) für das Nuklear-Start-up Valar Atomics. Laut dem FT-Bericht führte Erebor diese Fazilität als administrativer Agent zusammen mit JPMorgan, Crescent Cove und Hercules Capital. Die Bank nahm bereits Anfang dieses Jahres Geld bei einer Bewertung von 4,35 Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro) auf, was bedeutet, dass sich die neue Runde die private Bewertung in wenigen Monaten fast verdoppeln würde.