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Bitcoin bleibt nach Öl- und CPI-Druck unter 65.000 $

Ölpreise, die Straße von Hormus und der US-CPI setzen risikoreiche Assets unter Druck. Auch Strategys wöchentlicher BTC-Verkauf belastet die Stimmung.

Bitcoin bleibt nach Öl- und CPI-Druck unter 65.000 $

Wichtigste Erkenntnisse

  • Bitcoin blieb am Dienstag unter 65.000 $ und lag über 24 Stunden weiter im Minus, während auch Ether schwächer tendierte.
  • Nach den Spannungen rund um die Straße von Hormus legten die Ölpreise zu, während Anleger zugleich auf die US-CPI-Daten vom Mittwoch warten.
  • Strategy verkaufte erneut 1.690 BTC. Das verstärkt den Eindruck, dass ein großer struktureller Käufer vorerst an der Seitenlinie steht.

Der Kryptomarkt bewegte sich am Dienstag insgesamt seitwärts, nachdem die kurze Erholung im Zuge möglicher Fortschritte in der Straße von Hormus wieder abgeflaut war. Bitcoin lag seit Mitternacht UTC zwar leicht im Plus, notierte auf 24-Stunden-Sicht aber weiterhin im Minus. Auch Ether gab nach. Der Blick der Anleger richtet sich derweil vor allem auf die US-CPI-Daten vom Mittwoch, die in dieser Woche als wichtigster makroökonomischer Impuls gelten dürften.

Öl und Makro halten den Markt fest

Die abwartende Stimmung erhielt zusätzlichen Rückenwind, nachdem Präsident Donald Trump von Iran 50 Jahre Entschädigung als Voraussetzung für weitere Verhandlungen gefordert hatte. In der Folge stieg Brent crude auf 89,08 $ (77 €) und lag damit mehr als 12 Prozent über dem Tief der Vorwoche. Die Straße von Hormus ist eine zentrale Route für den globalen Ölhandel, über die täglich rund 20 Prozent des weltweiten Öls transportiert werden. Entsprechend kann jede Eskalation dort sowohl die Energiepreise als auch risikoreiche Assets wie Krypto direkt belasten.

Auch der breitere Markt zeigte sich zurückhaltend. U.S. equity index futures bewegten sich kaum, und im Krypto-Markt fehlte ebenfalls eine klare Richtung. Das passt zur vorsichtigen Haltung vor den Inflationsdaten, zumal Trader offenbar damit rechnen, dass höhere Ölpreise die Debatte über Zinsen länger am Laufen halten könnten.

Strategy-Verkäufe setzen zusätzlich unter Druck

Neben dem makroökonomischen Gegenwind spielte auch ein unternehmensspezifischer Faktor eine Rolle: Strategy verkaufte am Montag weitere 1.690 BTC, bereits den vierten Wochenrückgang in Folge. Seit Juni hat das Unternehmen keine Bitcoin mehr gekauft. Für den Markt ist das vor allem deshalb relevant, weil solche Verkäufe den Eindruck verstärken, dass ein großer, struktureller Käufer vorerst an der Seitenlinie steht. In einem separaten Beitrag wurde außerdem erläutert, wie Strategy seinen Bitcoin-Verkauf mit einer Kapitalrunde kombiniert hat, um Reserven und Preferred Stock zu stützen.

Am Derivatemarkt blieb die Aktivität hoch, ohne dass sich daraus eine klare Richtung ableiten ließ. Das Futures-Volumen stieg innerhalb von 24 Stunden um 51 Prozent auf 143,15 Milliarden $ (124 Milliarden €), während das Open Interest bei rund 115,6 Milliarden $ (100 Milliarden €) stabil blieb. Das spricht eher für Churn als für neue Positionierungen. Das Long-Short-Taker-Verhältnis kehrte zudem auf ein neutrales Niveau zurück, mit nahezu gleich verteilten Long- und Short-Positionen.

XRP und Optionen signalisieren Spannung

XRP zog auf der Derivateseite besonders viel Aufmerksamkeit auf sich. Das Open Interest in aktiven Futures-Kontrakten stieg um 14 Prozent auf 2,72 Milliarden Token und erreichte damit den höchsten Stand seit Oktober. Gleichzeitig bleibt der Token unter Druck und könnte erstmals seit 2024 unter 1 $ (0,87 €) fallen. Auch das negative 24-Stunden-Cumulative-Volume-Delta zeigt, dass Shorts derzeit aggressiver agieren als Käufer.

Bei Bitcoin und Ether wurde der Ton am Optionsmarkt vorsichtiger. Der wöchentliche Call-Skew schwächte sich ab und könnte ins Negative drehen, falls der CPI höher ausfällt als erwartet. Die 30-Tage-implizite Volatilität von Bitcoin sprang zudem von einem längeren Boden bei rund 36 Prozent auf 38,64 Prozent, nachdem BTC wieder unter 64.000 $ (55.400 €) gefallen war. Für europäische Krypto-Anleger ist das vor allem deshalb relevant, weil sich daran zeigt, wie schnell Geopolitik, Öl und US-Inflation gemeinsam auf die Preisbildung im Krypto-Markt wirken können, selbst ohne eine größere Bewegung am Spotmarkt.


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