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Michael Saylor will MicroStrategy zur Bitcoin-Bank machen

Dass Michael Saylor als Missionar für die größte Kryptowährung auftritt, ist nichts Neues.

Michael Saylor will MicroStrategy zur Bitcoin-Bank machen

Dass Michael Saylor als Missionar für die größte Kryptowährung auftritt, ist nichts Neues. Auch MicroStrategy setzt seit geraumer Zeit begeistert Bitcoin als Reservewährung für Unternehmen ein. Nun möchte das Unternehmen das Marketing in diesem Bereich noch weiter ausbauen. Dafür wird eine 'Bitcoin Advocacy Manager' eingestellt, wie aus einer kürzlich veröffentlichten Stellenausschreibung hervorgeht. Wie könnte dies die Adoption von BTC beeinflussen und was bedeutet es, dass Michael Saylor die zukünftige Rolle des Unternehmens als 'Bitcoin-Bank' sieht?

MicroStrategy-Aktie erreicht neues Allzeithoch Die Einführung der Spot-Bitcoin-ETFs hätte dem Kurs der MicroStrategy-Aktie eigentlich einen ordentlichen Dämpfer verpassen müssen. Institutionelle Anleger benötigen die Wertpapiere des Softwareunternehmens nicht mehr, um von Kurssteigerungen der größten Kryptowährung zu profitieren. Stattdessen können sie jetzt direkt in einen der BTC-Fonds investieren.

Doch diese Annahme ist bislang nicht ansatzweise eingetreten. Selbst nach dem Start der regulierten Produkte von BlackRock und Co. konnte die Aktie ein neues Rekordhoch erreichen. Allein im vergangenen Monat stieg sie um fast 66 Prozent. Zum Vergleich: BTC legte im gleichen Zeitraum um lediglich rund zehn Prozent zu. Vier Jahre nach der Einführung des Bitcoin-Standards hat MicroStrategy – bislang – besser performt als alle Unternehmen im S&P 500. Sogar NVIDIA kann da nicht mithalten.

Michael Saylor will von MicroStrategy eine Bitcoin-bank machen

MicroStrategy ist mehr als nur ein Bitcoin-Investor Auch die NAV (Net Asset Value) Premium, also der Aufschlag des Werts der MicroStrategy-Aktie relativ zum Wert der Bitcoin-Bestände, ist wieder gestiegen und liegt nun auf dem Niveau von Ende März. Das Unternehmen wird von Investoren also deutlich höher bewertet, als es der bloße Bitcoin-Bestand rechtfertigen würde.

Diese scheinbare Überbewertung wirft bei einigen Analysten Fragen auf. Neben dem Bitcoin, den das Unternehmen besitzt, und dem Softwaregeschäft werden auch qualitative Faktoren in die Bewertung einbezogen. Das praktische Know-how, das Michael Saylor und MicroStrategy in dieser Nische erworben haben – besonders in Verbindung mit ihren bestehenden Aktivitäten – ist jedoch schwer zu bewerten. Wie das Unternehmen diese in Zukunft nutzen will, um den Unternehmenswert zu steigern, lässt sich schwer vorhersagen – doch mit zunehmender Akzeptanz und steigenden BTC-Preisen sind diese Aspekte sicherlich von großer Bedeutung.

Michael Saylor hält es sogar für möglich, dass der MSTR-Premium in Zukunft verdoppelt werden könnte. Das Unternehmen will seine Expertise als Bitcoin-Pionier in den kommenden Jahren noch stärker nutzen, um anderen Unternehmen bei der Adoption von BTC zu helfen. Die nun gesuchte ‚Bitcoin Advocacy Manager‘-Person wird die neue Assetklasse durch neue Initiativen in den Fokus der Corporate-Treasury-Abteilungen und die Interaktion zwischen Unternehmen und der Bitcoin-Community rücken.

Neue Position als Schlüsselrolle bei Bitcoin-Initiativen

Die neu geschaffene Funktion wird entscheidend für das weitere Aufklärungs- und Bewusstseinsarbeits des Unternehmens rund um Bitcoin und dessen Adoption als Reservewährung sein. Die Person in dieser Rolle wird verantwortlich sein für die Planung und Durchführung der jährlichen Konferenz ‚Bitcoin for Corporations‘. Das japanische Unternehmen Metaplanet war hiervon begeistert von Bitcoin und hat mittlerweile 748 BTC gesammelt. Neben der Bereitstellung externer Schulungen für Unternehmen zur BTC-Adoption wird der neue Manager auch interne Ausbildungsprogramme leiten.

Außerdem wird er mit Branchenführern, einflussreichen Persönlichkeiten sowie politischen und regulatorischen Institutionen zusammenarbeiten. Unter seiner Leitung wird zudem eine Bitcoin-Hub in Washington D.C. aufgebaut. Dieser Standort soll unter anderem als gemeinsames Co-Working-Space und als Treffpunkt für Bitcoin-Entwickler dienen. Zudem wird er helfen, das BTC-Wissen an Universitäten zu fördern.

MicroStrategy als „Bitcoin-Bank“ Das Unternehmen besitzt mittlerweile 252.220 BTC, die zu einem durchschnittlichen Preis von 39.266 US-Dollar pro Bitcoin eingekauft wurden. Das entspricht einer Gesamtinvestition von 9,9 Milliarden Dollar. Der aktuelle Wert der BTC-Bestände des Unternehmens liegt bei rund 16,6 Milliarden Dollar, was etwa 1,2 Prozent der insgesamt jemals verfügbaren 21 Millionen Bitcoin entspricht.

Saylor sieht MicroStrategy als eine „Bitcoin-Bank“. Anstatt BTC auszuleihen, will das Unternehmen über verschiedene Kapitalmarktinstrumente weiter Eigen- und Fremdkapital beschaffen, um in die größte Kryptowährung zu investieren. Derzeit macht Bitcoin rund 0,1 Prozent des weltweiten Finanzkapitals aus. Der Technologunternehmer prognostiziert, dass dieser Anteil bis 2045 auf sieben Prozent steigen könnte – was einem Bitcoin-Preis von 13 Millionen Dollar pro Coin entsprechen würde.

Saylor betrachtet die Schuldenstrategie des Unternehmens als „unendlich skalierbar“. Der 59-Jährige sagt weiter: „Ich habe kein Problem damit zu sehen, wie wir weitere 100 Milliarden Dollar und danach 200 Milliarden Dollar an Kapital anziehen können. Es ist eine Assetklasse von derzeit etwa einer Billion Dollar, die auf 10 Billionen und dann auf 100 Billionen Dollar wachsen wird.“ Seine Schlussfolgerung zur riskanten Alles-oder-Nichts-Strategie von MicroStrategy: „Das Risiko ist ganz einfach – es ist Bitcoin. Ob du glaubst, dass Bitcoin etwas ist, oder ob du glaubst, dass es nichts ist.“


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