MicroStrategy führt neue Bitcoin-Kennzahlen ein, während Sorgen über Hebelrisiken wachsen
Saylor will die Bitcoin-Position von MicroStrategy mit neuen Kennzahlen transparenter machen, während Kritiker vor steigenden Hebel- und Verwässerungsrisiken warnen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Michael Saylor hat neue Bitcoin-Kennzahlen vorgestellt, um MicroStrategys Bestand und die finanzielle Lage rund um Bitcoin klarer zu machen.
- Kritiker warnen vor steigenden Schulden, möglicher Verwässerung der Stammaktien und einem Rückgang von MSTR unter den Netto-Bitcoin-Wert.
- Die Bilanz von MicroStrategy hängt weiter stark vom Bitcoin-Kurs ab, wodurch die Aktie besonders empfindlich auf Preisschwankungen reagiert.
Michael Saylor, Vorsitzender von MicroStrategy, hat eine neue Reihe von Bitcoin-Kennzahlen vorgestellt, die den Bestand und die finanzielle Position des Unternehmens rund um Bitcoin klarer machen sollen. Die Ankündigung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Aktienkurs von MicroStrategy (MSTR) deutlich gefallen ist und unter dem Wert des Bitcoin-Bestands notiert, nachdem Schulden und Vorzugsverpflichtungen abgezogen wurden.
Neue Metriken und ihre Bedeutung
MicroStrategy berichtet bereits vier wichtige Leistungskennzahlen (KPIs) an Aufsichtsbehörden: Bitcoin Per Share, BTC Yield, BTC Gain und BTC Dollar Gain. Ab Januar 2026 hat das Unternehmen auch die Berechnungsweise dieser Zahlen für Zwischenzeiträume angepasst. Die neu eingeführten Kennzahlen gehen weiter und ergänzen CEBE BPS, das Bitcoin je Aktie nach Abzug vorrangiger Ansprüche misst, sowie ein Konzept namens Amplification, das den Unterschied zwischen den traditionellen und den neuen Messgrößen zeigt.
Laut Saylor sind nicht alle Verpflichtungen gleich: Kurzfristige, teure Schulden können den Hebeleffekt zu einem Risiko machen, während langfristige, günstige Schulden für Stammaktionäre zusätzlichen Wert schaffen können. Er sagt, dass ein gut kapitalisiertes Unternehmen mit einer Bitcoin-Treasury besser abschneiden kann als Bitcoin selbst, wenn die jährlichen Renditen von Bitcoin die Kapitalkosten übertreffen.
Kritik an Hebel und Aktionärsrisiken
Kritiker äußern jedoch Sorgen über die wachsende Schuldenlast und die mögliche Verwässerung der Stammaktien. Analyst Nic Pucrin weist darauf hin, dass MicroStrategy derzeit bei rund 84% des Brutto-Bitcoin-Werts gehandelt wird und dass jede neue Finanzierungsrunde die Lage verschlechtern könnte. Die Ausgabe neuer Aktien verringert die Menge an Bitcoin je Aktie, während Vorzugsaktien die Verpflichtungen weiter erhöhen, die inzwischen über 13,5 Milliarden Dollar liegen.
Außerdem warnt Quinn Thompson, dass die Stammaktien von MSTR bei etwa 0,8-mal des Nettoinventarwerts gehandelt werden, während 8,2 Milliarden Dollar an Schulden und Vorzugsaktien mit Zinssätzen von bis zu 11,5% ausstehen. Dadurch verkauft das Unternehmen Aktien für weniger als ihren Wert, um Liquidität zu beschaffen, was aus Sicht mancher Beobachter eine nicht tragfähige Strategie ist.
Relevanz für europäische Anleger
Für europäische Anleger ist wichtig zu verstehen, dass MicroStrategys Bilanz stark vom Bitcoin-Preis abhängt, der volatil bleibt. Die Schuldenstruktur, darunter wandelbare Anleihen mit Laufzeiten bis 2028, kann bei fallenden Bitcoin-Kursen zusätzlichen Druck erzeugen. Das macht die Aktie von MicroStrategy besonders anfällig für Preisschwankungen, was ein wichtiger Faktor bei der Bewertung von Risiken und Chancen im Kryptomarkt sein kann.
Wie sich die Lage entwickelt, hängt stark vom künftigen Kursverlauf von Bitcoin ab. Eine starke Rally könnte Saylors Hebelstrategie rechtfertigen, während ein seitwärts laufender oder fallender Markt den Druck auf die finanzielle Position von MicroStrategy erhöhen und die Interessen der Stammaktionäre beeinträchtigen könnte.