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MicroStrategy wird unter dem Wert seiner Bitcoin-Bestände bewertet

Die mNAV von MicroStrategy ist erstmals unter 1 gefallen. Damit liegt die Bewertung des Unternehmens unter dem Wert seiner Bitcoin-Reserven, was neue Aktienausgaben potenziell verwässernd machen könnte.

MicroStrategy wird unter dem Wert seiner Bitcoin-Bestände bewertet

Wichtigste Erkenntnisse

  • MicroStrategy wird erstmals unter dem Wert seiner Bitcoin-Bestände bewertet, nachdem die mNAV unter 1 gefallen ist.
  • Der Aktienkurs liegt inzwischen bei rund $82, wodurch sich der Enterprise Value auf etwa $50,4 Milliarden beläuft, während die Bitcoin-Reserven rund $51,1 Milliarden wert sind.
  • Neue Aktienausgaben könnten damit verwässernd wirken. Zugleich zeigt die Entwicklung, welche Risiken entstehen, wenn Unternehmen vor allem über ihre Bitcoin-Bestände bewertet werden.

MicroStrategy, das von Michael Saylor geführte Unternehmen, wird derzeit unter dem Wert seiner Bitcoin-Bestände gehandelt. Die Enterprise Multiple to Net Asset Value (mNAV) ist erstmals unter 1 gefallen. Damit liegt der Marktwert des Unternehmens unter dem Wert seiner Bitcoin-Reserven.

Bewertung und Auswirkungen auf die Kapitalerhöhung

Die Aktie von MicroStrategy ist auf rund $82 (€72) gefallen und liegt damit etwa 85% unter dem Hoch aus November 2024. In der Folge ist der Enterprise Value des Unternehmens auf ungefähr $50,4 Milliarden (€44,2 Milliarden) gesunken. Die Bitcoin-Reserven sind bei einem Kurs von $60.000 (€52.600) pro Bitcoin derzeit rund $51,1 Milliarden (€44,8 Milliarden) wert. Neue Aktienausgaben könnten damit verwässernd sein, weil das Unternehmen Anteile unter dem inneren Wert der zugrunde liegenden Assets verkaufen würde.

Die mNAV ergibt sich aus dem Verhältnis von Enterprise Value zu den Bitcoin-Reserven. Zum Enterprise Value zählen der Marktwert aller ausstehenden Stammaktien sowie die gesamten Schulden und Vorzugsaktien, abzüglich der USD-Reserve. Zwar kann das Unternehmen weiterhin neue Aktien ausgeben, auf diesem Bewertungsniveau dürfte das aber eher kritisch gesehen werden. Das gilt vor allem deshalb, weil frühere Bitcoin-Käufe von MicroStrategy bereits Verwässerung ausgelöst und in der Community für Unmut gesorgt haben.

Vergleich mit geschlossenen Investmentfonds

Die aktuelle Bewertung von MicroStrategy erinnert an die Struktur eines geschlossenen Investmentfonds. Solche Fonds, etwa der Grayscale Bitcoin Trust vor seiner Umwandlung in einen ETF, wurden bei hoher Nachfrage häufig mit einem Aufschlag auf den zugrunde liegenden Bitcoin gehandelt. Später fielen sie jedoch oft wieder auf einen Abschlag zurück, wenn sich die Marktstimmung eintrübte. Der Grund: Geschlossene Fonds verfügen meist nicht über wirksame Rücknahme-Mechanismen, die Arbitrage zwischen Kurs und innerem Wert ausgleichen könnten.

MicroStrategy hat allerdings mehr Spielraum als klassische geschlossene Fonds. Das Unternehmen kann je nach Lage Schulden oder Aktien ausgeben, wenn das wertsteigernd erscheint, Wertpapiere refinanzieren oder zurückkaufen, operative Cashflows über die Software-Sparte erwirtschaften und seine Kapitalstruktur aktiv steuern. Dadurch bleibt die Flexibilität deutlich höher als bei traditionellen Closed-End-Fonds.

Relevanz für europäische Anleger

Für europäische Krypto-Anleger zeigt diese Entwicklung, welche Risiken entstehen können, wenn Unternehmen stark über ihre Bitcoin-Bestände als Kernwert bewertet werden. Sie macht deutlich, wie stark die Marktbewertung schwanken kann und dass der Unternehmenswert zeitweise sogar unter den Wert der zugrunde liegenden Krypto-Assets rutschen kann. Das dürfte auch Einfluss darauf haben, wie solche Unternehmen Kapital aufnehmen und wie Anleger ihre Position in einem volatilen Kryptomarkt einschätzen.

Der Bewertungsdruck passt zu einem breiteren Rückgang bei digitalen Asset-Treasuries: In einem separaten Artikel wurde beschrieben, wie die institutionelle Nachfrage nach Bitcoin eingebrochen ist, weil Unternehmenskäufe ausblieben und Spot-ETFs weiter Abflüsse verzeichneten.


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