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MoneyGram setzt Blockchain für schnellere grenzüberschreitende Zahlungen ein

MoneyGram nutzt Stellar, Solana und die eigene Stablecoin MGUSD, um die Abwicklung zu beschleunigen und Kosten zu senken. Der Fokus verschiebt sich vom Krypto-Experiment hin zur Zahlungsinfrastruktur.

MoneyGram setzt Blockchain für schnellere grenzüberschreitende Zahlungen ein

Wichtigste Erkenntnisse

  • MoneyGram setzt Blockchain zunehmend ein, um die globale Zahlungsinfrastruktur zu modernisieren und Abwicklung sowie Kosten zu optimieren.
  • Das Unternehmen arbeitet seit Jahren mit Stellar und ist inzwischen auch Validator auf Solana und Tempo.
  • MGUSD ist eine dollar-gestützte Stablecoin auf Stellar, die für den Einsatz im eigenen Zahlungsökosystem von MoneyGram gedacht ist.

MoneyGram betrachtet Blockchain nach eigener Darstellung immer weniger als separates Krypto-Projekt und immer stärker als Baustein für eine modernere globale Zahlungsinfrastruktur. CEO Anthony Soohoo zufolge steht dabei nicht ein sichtbares Blockchain-Produkt für Endkunden im Vordergrund, sondern vor allem schnellere Abwicklung, geringere Kosten und mehr Kontrolle über das Zahlungsnetzwerk.

Vom Experiment zur Infrastruktur

MoneyGram ist seit mehreren Jahren mit dem Stellar-Netzwerk verbunden, das bei früheren Blockchain-Vorhaben des Unternehmens eine zentrale Rolle gespielt hat. Die Zusammenarbeit begann 2021 mit Cash-to-USDC- und USDC-to-Cash-Angeboten in ausgewählten Filialen. 2022 kam dann ein weltweiter Crypto-to-Cash-Dienst auf Stellar hinzu. Inzwischen richtet MoneyGram den Blick auch über ein einzelnes Ökosystem hinaus und ist mittlerweile Validator auf Solana und Tempo.

Der Hintergrund dieser Entwicklung ist vor allem operativ. Internationale Zahlungen laufen vielerorts noch immer über Banköffnungszeiten und Verarbeitung an Werktagen, während Blockchain grundsätzlich ein echtes Real-time Settlement rund um die Uhr ermöglichen kann. Soohoo sagte, dass sich dadurch die Betriebskosten senken und die Nutzererfahrung verbessern lassen könnte, ohne dass Kundinnen und Kunden die zugrunde liegende Technologie überhaupt wahrnehmen müssen.

Stablecoin im eigenen Netzwerk

Die neue Stablecoin-Strategie von MoneyGram folgt derselben Logik. MGUSD, das im Juni 2026 gestartet wurde, ist eine dollar-gestützte Stablecoin auf Stellar und vor allem für die Nutzung innerhalb des eigenen Zahlungsökosystems des Unternehmens vorgesehen. MoneyGram will sich damit mehr Spielraum bei Kosten und künftiger Produktentwicklung verschaffen, etwa bei Wallet-Features, Rewards-Programmen und weiteren Finanzdiensten.

Soohoo verglich Blockchain mit dem Prozessor in einem iPhone: Für Nutzer zählt vor allem, dass alles schnell und zuverlässig funktioniert, nicht unbedingt, welche Technik im Hintergrund arbeitet. Für MoneyGram markiert das einen klaren Wechsel vom Produktdenken hin zu einem Infrastrukturansatz, bei dem das Kundenerlebnis im Mittelpunkt steht und nicht die Technologie selbst.

Bedeutung für Europa

Für europäische Kryptonutzer zeigt dieser Schritt, dass Blockchain zunehmend außerhalb von Handel und Spekulation eingesetzt wird. Gerade bei Remittances und grenzüberschreitenden Zahlungen könnte das relevant sein, weil Anbieter wie MoneyGram Blockchain nutzen, um bestehende Zahlungsrails zu modernisieren, statt neue Token in den Vordergrund zu stellen. Das macht die Entwicklung interessant für alle, die beobachten, wie Stablecoins und Blockchain in reale Zahlungsprozesse eingebunden werden.

Auch große Finanzinstitute prüfen inzwischen ähnliche Anwendungen. Im Markt für tokenisierte Einlagen geht es wie bei MoneyGram um 24/7-Abwicklung und die Modernisierung bestehender Zahlungsrails, ohne das Bankensystem grundlegend umzubauen.

Soohoo sagte zudem, dass MoneyGram langfristig eine zentrale Finanzinstitution für seine Kunden werden will. Blockchain soll dabei eine der Technologien sein, mit denen sich der finanzielle Zugang für unterbanked Nutzer erweitern lässt.


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