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Morgan Stanley sieht Tokenisierung als Ende klassischer Bankzeiten

Morgan Stanley verbindet Tokenisierung mit 24/7-Märkten und Echtzeit-Settlement, während E*TRADE bereits Spothandel in Bitcoin, Ether und Solana anbietet.

Morgan Stanley sieht Tokenisierung als Ende klassischer Bankzeiten

Wichtigste Erkenntnisse

  • Morgan Stanley sagt, dass Tokenisierung, 24/7-Märkte und Echtzeit-Settlement die klassische Bankzeit zunehmend an Bedeutung verlieren lassen.
  • Die Bank erweitert ihr digitales Angebot selbst um Spothandel und Krypto-ETFs für verschiedene Kundengruppen.
  • Nach Einschätzung von Morgan Stanley kann Tokenisierung Zahlungen beschleunigen, Collateral effizienter machen und neue Anlagemöglichkeiten eröffnen.

Führungskräfte von Morgan Stanley gehen davon aus, dass die klassische Bankzeit immer weniger Gewicht hat, weil Tokenisierung, 24/7-Märkte und Echtzeit-Settlement den Finanzsektor spürbar verändern. Aus Sicht der Bank rückt damit nicht nur Krypto in den Vordergrund, sondern eine breitere Infrastruktur, in der Geld und Anlageinstrumente jederzeit bewegt und gehandelt werden können.

Bankzeiten verlieren an Bedeutung

Betsy Graseck, Global Head of Banks and Diversified Finance Research bei Morgan Stanley, sagte in einer Diskussionsrunde zu digitalen Assets, dass Tokenisierung weit über Kryptowährungen hinausreiche. Ihrer Darstellung nach geht es vor allem darum, die Finanzinfrastruktur für eine Always-on-Ökonomie neu aufzustellen.

Sie formulierte es deutlich: Aus ihrer Sicht zeichnet sich das Ende der Banker Hours ab, während Batch Processing zunehmend an Relevanz verliert. Diese Einschätzung passt zu einem breiteren Trend, bei dem Banken, Börsen und Verwahrer in Systeme investieren, die Assets rund um die Uhr und an sieben Tagen pro Woche bewegen können.

Krypto hat bereits gezeigt, dass Märkte im 24/7-Modus technisch funktionieren können. Immer häufiger wird dieses Prinzip nun auch auf klassische Assets übertragen, etwa bei Zahlungen, Settlement und Verwahrung.

Morgan Stanley baut Angebot aus

Die Aussagen fallen in eine Phase, in der Morgan Stanley sein digitales Angebot selbst weiter ausbaut. Über E*TRADE bietet die Bank inzwischen Spothandel in Bitcoin, Ether und Solana an. Gleichzeitig wurde der Zugang zu Kryptowährungs-ETFs für Wealth-Management-Kunden erweitert. Im Wealth-Management-Bereich brachte Morgan Stanley Anfang dieses Jahres seinen ersten Spot-Bitcoin-ETF auf den Markt, gefolgt von Spot-Ether- und Solana-ETFs in dieser Woche.

Laut Graseck dreht sich die Nachfrage institutioneller Anleger inzwischen nicht mehr nur um Bitcoin oder andere Krypto-Assets. Tokenisierung kann ihrer Einschätzung nach dazu beitragen, Cash schneller zu bewegen, Collateral effizienter einzusetzen und neue Anlagemöglichkeiten zu schaffen. Zugleich warnte sie, dass Marktteilnehmer, die ihre Rails nicht modernisieren, ins Hintertreffen geraten könnten, wenn sich Flows weiter in Richtung digitaler Asset-Rails verschieben.

Warum das relevant ist

Für europäische Krypto- und Marktbeobachter ist das vor allem deshalb relevant, weil Tokenisierung immer häufiger als Brücke zwischen klassischem Finance und Blockchain-Infrastruktur gesehen wird. Wenn mehr Produkte 24/7 handelbar werden, braucht es nicht nur neue Handelsmodelle, sondern auch größere technologische Upgrades, Echtzeit-Monitoring und stärkere Cybersecurity bei Finanzinstituten.

Morgan-Stanley-Wealth-Management-Stratege Denny Galindo sagte außerdem, dass tokenisierte Geldmarktfonds und Aktien in diesem Jahr schnell gewachsen sind. Seiner Einschätzung nach können solche Produkte viele Anleger erstmals mit Blockchain in Berührung bringen, noch bevor sie selbst Krypto kaufen. Ali Wallace, Global Head of Capital Markets and ETF Strategy bei Morgan Stanley Investment Management, verwies unterdessen auf das wachsende Interesse an digitalen Asset-ETFs mit mehreren Währungen als nächsten Schritt in der Produktentwicklung.

Auch andere große Anbieter gehen diesen Weg bereits. DTCC setzt tokenisierte Wertpapiere im Wall-Street-Test live ein hat kürzlich gezeigt, dass bestehende Wertpapiere bereits in einer Blockchain-Umgebung verarbeitet werden und durch die Settlement-Infrastruktur laufen können.


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