MSCI setzt Strategy und Metaplanet erneut unter Druck
MSCI will nicht-operative Unternehmen strenger prüfen, wodurch auch Bitcoin-Treasury-Unternehmen wie Strategy und Metaplanet aus großen Indizes fallen könnten. Die Konsultation läuft bis zum 30. September.

Wichtigste Erkenntnisse
- MSCI schlägt neue Regeln vor, die nicht-operative Unternehmen auf Basis von fünf Finanzkennzahlen aus Indizes ausschließen könnten.
- Strategy, Metaplanet und Yellow Cake wären laut einem Test im Mai 2026 aus dem MSCI ACWI IMI Index entfernt worden.
- MSCI bittet bis zum 30. September um Feedback und will das endgültige Ergebnis um den 16. Oktober bekannt geben.
MSCI hat erneut einen Vorschlag vorgelegt, der große Bitcoin-Treasury-Unternehmen treffen könnte. Strategy und Metaplanet könnten nach dem neuen Ansatz aus mehreren Indizes verschwinden, während der Indexanbieter diesmal nicht mehr direkt auf den Anteil von Krypto in der Bilanz schaut, sondern auf breitere Anzeichen eines nicht-operativen Unternehmens.
Neuer Test für den Indexzugang
Die Konsultation dieses Monats richtet sich an sogenannte nicht-operative Unternehmen innerhalb von MSCI’s Global Investable Market Indexes. Statt einer einfachen Schwelle für Krypto-Bestände will MSCI fünf Finanzkennzahlen verwenden, um zu bestimmen, ob ein Unternehmen noch in die Indexstruktur passt.
Der erste Schritt ist ein Kernscreening: Wenn operative Vermögenswerte mehr als 50 Prozent der gesamten Vermögenswerte ausmachen, folgt keine weitere Prüfung. Liegt ein Unternehmen darunter, kommt es in eine zweite Phase, in der operating asset intensity, expense intensity, cash flow, fair value intensity und capital dependence berücksichtigt werden. Wer vier der fünf Tests nicht besteht, wird ausgeschlossen.
MSCI beschreibt diese Kategorie als Unternehmen, die Wert schaffen, indem sie nicht-operative Vermögenswerte aufbauen und halten, wenig Cash aus echten Aktivitäten generieren und für Wachstum auf externes Kapital setzen. Das liest sich laut dem Text fast wie eine Profilbeschreibung von Bitcoin-Treasury-Unternehmen, ohne diese Gruppe ausdrücklich zu nennen.
Strategy und Metaplanet betroffen
Wenn MSCI den vorgeschlagenen Screen auf den MSCI ACWI IMI Index auf Basis der Krypto-Positionen per Mai 2026 angewendet hätte, wären Strategy, Metaplanet und Yellow Cake entfernt worden. Strategy hat seit 2020 insgesamt 840.447 BTC aufgebaut, im Wert von $53,18 Milliarden (€46,1 Milliarden), und ist damit der größte börsennotierte Bitcoin-Halter. Das in Tokio gelistete Metaplanet kaufte 43.000 BTC mit einem Wert von mehr als $2 Milliarden (€1,7 Milliarden).
Strategy und Metaplanet standen in den vergangenen Wochen bereits häufiger wegen der Auswirkungen ihrer Bitcoin-Positionen auf die Bilanz im Fokus. So verzeichneten beide Unternehmen in einer jüngsten Marktphase auch deutliche Buchverluste auf ihren BTC-Bestand, was die Diskussion über ihr Profil als Treasury-Unternehmen weiter angeheizt hat.
Yellow Cake steht ebenfalls auf der Liste, hält aber Uran statt Bitcoin. Für Anleger zeigt das, dass MSCI die neuen Regeln breiter anwenden will als nur auf Krypto-orientierte Unternehmen.
Was das für Indizes bedeutet
Der Schritt passt zu einem breiteren Trend, bei dem Indexanbieter ihre Kriterien verschärfen, um besser zu ESG-Zielen zu passen. Für europäische Krypto-Beobachter ist das relevant, weil die Aufnahme in große Indizes nicht nur die Sichtbarkeit bestimmt, sondern auch Einfluss auf passive Ströme und darauf haben kann, wie börsennotierte Bitcoin-Vehikel bewertet werden.
Das ist noch keine endgültige Entscheidung. MSCI bittet Marktteilnehmer bis zum 30. September um Feedback und will das Ergebnis um den 16. Oktober bekannt geben. Wenn der Vorschlag angenommen wird, würden die Änderungen in der Index-Review von November 2026 verarbeitet.