Musk setzt Bitcoin in den Energie-Kontext, BTC bleibt 36 % unter seinem Wert
Musk verknüpft Geld mit Energie, während Capriole-Gründer Charles Edwards erklärt, dass Bitcoin rund 36 % unter seinem Energy Value notiert. Die Debatte betrifft auch das hohe Hashrate-Niveau und Proof-of-Work.

Wichtigste Erkenntnisse
- Elon Musk deutete an, dass Geld in Zukunft eher in Energie, Masse und Leistung als in Dollar gemessen wird.
- Analyst Charles Edwards sagt, dass Bitcoin auf Basis seines Energy-Value-Modells rund 36 % unter seinem Energie-Wert gehandelt wird.
- Die Debatte unterstreicht den Unterschied zwischen Bitcoin als monetärem Netzwerk und als Asset, dessen Wert mit dem Energieverbrauch zusammenhängt.
Elon Musk hat erneut angedeutet, dass Geld in Zukunft in Watt und Tonnen statt in Dollar gemessen wird. Gleichzeitig sagt Analyst Charles Edwards, dass Bitcoin bereits darauf basiert und dass BTC rund 36 % unter seinem Energie-Wert gehandelt wird. Damit geht es in der Debatte nicht nur um eine auffällige Aussage von Musk, sondern auch um die Frage, wie der Kryptomarkt den Wert von Proof-of-Work einordnen sollte.
Musk verknüpft Geld mit Energie
Musk äußerte sich in einem Interview mit seinem Biografen Walter Isaacson im The Builders Podcast. Das Gespräch wurde Anfang August aufgezeichnet und am 20. Oktober veröffentlicht. Er sagte, dass KI und Robotik Geld und Arbeit weniger wichtig machen werden, ging aber nicht so weit zu sagen, dass das Ende von Währungen bevorstehe.
Laut Musk wird es weiterhin eine Währung geben, diese werde in Zukunft aber in grundlegenden physikalischen Größen wie Leistung, Masse und Energie gemessen. Die Idee ist nicht neu. Bereits im Juni schrieb er auf X, dass Masse und Energie an die Stelle von Dollar treten würden.
Auffällig ist, dass Musk Bitcoin in diesem Interview nicht erwähnte. Dennoch berührt seine Argumentation einen Kernpunkt von Proof-of-Work: Das Netzwerk ist direkt mit dem Energieverbrauch verknüpft.
Edwards sieht BTC unter dem Energie-Wert
Edwards, Gründer von Capriole Investments, reagierte innerhalb weniger Stunden auf Musks Aussagen. Sein Energy-Value-Modell aus dem Jahr 2019 versucht, einen fairen Wert für Bitcoin aus dem Stromverbrauch der Miner abzuleiten. Dabei berücksichtigt er unter anderem die Hashrate, die Hardware-Effizienz, das Angebotswachstum und eine feste Konstante pro Joule.
Laut Capriole bewegt sich der Kurs langfristig oft wieder in Richtung dieses Energy Value. Beim aktuellen Stand von rund $83.264 (€74.200) liegt BTC nach Edwards’ Berechnung etwa 36 % unter diesem Wert von $131.057 (€116.900). Das würde einem Abstand von ungefähr 57 % entsprechen, um diese Linie zu erreichen.
Die jüngste Hashrate zeigt, dass die Rechenleistung hinter Bitcoin hoch bleibt. Blockchain.com meldete im Oktober 2025 einen Spitzenwert von mehr als 1,1 Zettahash pro Sekunde, bevor die Kennzahl wieder in Richtung 900 Exahash pro Sekunde zurückging. Inzwischen liegt sie wieder über 1 Zettahash pro Sekunde. Gleichzeitig fiel der Kurs im Jahr 2025 fast um die Hälfte vom Rekordstand im Oktober, bevor Bitcoin im Juni einen Boden bei rund $60.000 (€53.500) fand.
Warum das für Anleger wichtig ist
Für europäische Kryptonutzer ist das relevant, weil es zeigt, wie unterschiedlich Marktteilnehmer auf Bitcoin blicken. Die eine Seite sieht BTC vor allem als monetäres Netzwerk, die andere als ein Asset, dessen Wert teilweise aus dem Energieverbrauch entsteht. Diese Debatte gibt es schon länger, bekommt aber zusätzliches Gewicht, weil KI, Rechenzentren und Stromverbrauch im Gespräch über digitale Infrastruktur immer zentraler werden.
Musk selbst hat auch die Kehrseite von Bitcoin schon früher angesprochen. Im Mai 2021 setzte Tesla Zahlungen in Bitcoin aus, mit der Begründung des fossilen Brennstoffverbrauchs beim Mining. Gleichzeitig ist die Hashrate kein direkter Stromzähler, weil neuere Maschinen mehr Hashes pro Watt liefern können. Deshalb bleibt der Vergleich zwischen Energie und Preis eine Annäherung, keine exakte Messung.
Auch der Wettbewerb um Strom zwischen KI und Minern spielt in dieser Debatte eine Rolle: Vitalik Buterin wies darauf hin, dass KI-Firmen an teuren Standorten Bitcoin-Miner überbieten können, gerade weil Mining und KI unterschiedlich mit Strom und Hardware umgehen.