New York veröffentlicht Adressliste von 31.000 teuren Wohnungen
Die Liste gehört zur pied-à-terre tax und enthält Straßenadressen sowie Unit-Nummern von Luxuswohnungen. Krypto-Gründer warnen, dass die durchsuchbaren Daten auch das Risiko für Privatsphäre und Sicherheit erhöhen könnten.

Wichtigste Erkenntnisse
- New York hat eine Liste mit 31.000 teuren Wohnungen veröffentlicht, darunter Straßennamen, Gebäudeadressen und Apartmentnummern.
- Die Veröffentlichung steht im Zusammenhang mit der pied-à-terre tax, die Zweitwohnungen besteuert und seit dem 1. Juli gilt.
- Krypto-Gründer befürchten, dass die durchsuchbare Liste die Privatsphäre wohlhabender Bewohner einschränken und Missbrauch erleichtern könnte.
New York City hat eine Liste mit 31.000 Wohnungen veröffentlicht, in der Straßennamen, Gebäudeadressen und Apartmentnummern aufgeführt sind. Für Krypto-Gründer und andere wohlhabende Bewohner wirkt das wie eine Art fertige Karte bis zur Haustür. Die Stadt verweist dagegen darauf, dass die Veröffentlichung notwendig sei, um eine neue Steuer auf Zweitwohnungen durchzusetzen.
Was New York veröffentlicht hat
Die Liste wurde am 24. Juli veröffentlicht und gehört zur sogenannten pied-à-terre tax, die seit dem 1. Juli gilt. Besteuert werden Wohnungen, in denen der Eigentümer nicht selbst lebt. Für Apartments und Co-ops liegt die Schwelle bei 1 $ million (0,9 € million), bei Häusern bei 5 $ million (4,4 € million).
Das erklärt auch, warum die Liste vor allem aus Apartments besteht: 24.700 gegenüber 6.800 Häusern. Die Stadt hatte ursprünglich mit rund 10.000 Objekten gerechnet, lag am Ende aber bei mehr als dem Dreifachen. Nach dem Gesetz musste New York jedes Objekt aufführen, das möglicherweise unter die Steuer fällt. Bei Co-ops gehören dazu auch die Straßenadresse und die Unit-Nummer.
Ben Williams, Property-Tax-Anwalt bei Rosenberg & Estis, bezeichnete die Liste gegenüber Bloomberg als deutlich zu weit gefasst und rechnet damit, dass nach Einsprüchen viele Wohnungen wieder herausfallen. Die Stadt will die Bescheide spätestens am 30. August verschicken. Danach haben Eigentümer 30 Tage Zeit, Widerspruch einzulegen. Die endgültige Liste soll am 31. Dezember vorliegen.
Warum Krypto-Gründer alarmiert sind
Uniswap-Gründer Hayden Adams sagte, dass er in Luxusgebäuden nicht nur die Units von Personen gefunden habe, die er kennt, sondern fast alle Apartments in diesen Türmen. Helius-CEO Mert Mumtaz verwies darauf, dass die Daten zwar schon zuvor öffentlich waren, nun aber deutlich sauberer aufbereitet und leichter durchsuchbar sind.
Castle Island Ventures-Partner Nic Carter zog einen Vergleich zu jüngsten Entführungen und Erpressungsfällen im Krypto-Umfeld in Europa. Sein Punkt ist nicht, dass New York Krypto-Adressen veröffentlicht. Vielmehr könne eine leicht durchsuchbare Liste wohlhabender Bewohner für Kriminelle als Ausgangspunkt für datengetriebenes Targeting dienen.
Breiteres Signal für Europa
Die Veröffentlichung passt zu einem breiteren Trend, bei dem Städte Luxus- oder wenig genutzte Wohnungen stärker besteuern, um Spekulation und Leerstand einzudämmen. Ähnliche Maßnahmen gibt es auch in Städten wie Paris und Brüssel. Für europäische Krypto-Leser ist vor allem relevant, dass Adressen, Steuerdaten und Vermögensprofile immer häufiger digital zusammengeführt werden. Dadurch werden die Datenschutzrisiken rund um öffentliche Register sichtbarer. Das berührt auch breitere Debatten darüber, wie Behörden Finanz- und Identitätsdaten kombinieren, etwa in der Diskussion über age verification und andere digitale Register.