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OCC erteilt World Liberty vorläufige Genehmigung für Bankcharter

Die OCC prüft den Antrag von World Liberty Trust, während die Rolle von Trump, Abu Dhabi und dem Stablecoin USD1 den Fall politisch sensibel macht.

OCC erteilt World Liberty vorläufige Genehmigung für Bankcharter

Wichtigste Erkenntnisse

  • Die OCC hat World Liberty Trust Co. vorläufig und unter Auflagen die Genehmigung für ein Bankcharter erteilt.
  • Der Antrag ist politisch sensibel wegen der Verbindungen zu Einheiten rund um Präsident Donald Trump und der Kritik demokratischer Abgeordneter.
  • World Liberty will keine föderal versicherte Einlageninstitution, keine Bank nach dem Bank Holding Company Act und kein Master Account bei der Federal Reserve.

Die amerikanische Aufsichtsbehörde OCC hat World Liberty Trust Co. vorläufig und unter Auflagen die Genehmigung für ein Bankcharter erteilt. Der Schritt fällt auf, weil das Krypto-Unternehmen teilweise im Besitz von Einheiten rund um Präsident Donald Trump ist, während ausgerechnet dieselbe Regierung die Aufsichtsbehörden anweist, die den Fall prüfen.

Politischer Druck rund um den Antrag

World Liberty reichte den Antrag im Januar ein. Demokratische Abgeordnete stellten sich dagegen, auch wegen der Eigentümerstruktur und der Rolle von Trump bei der Ernennung von Aufsehern, die unter anderem die OCC anleiten. Auch die Beteiligung einer Investmentfirma aus Abu Dhabi, die zuvor eine Beteiligung an World Liberty Financial übernommen hatte, löste Fragen aus.

In dem Brief vom Freitag erklärte die OCC, dass Mitarbeiter der Aufsichtsbehörde den Antrag auf Einhaltung der gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen geprüft hätten. Damit betont die Behörde, dass die Bewertung trotz der politischen Sensibilität des Falls über das normale Verfahren gelaufen ist.

Was das Charter bedeutet

Die Genehmigung ist noch nicht endgültig. World Liberty Trust Company will laut dem Brief keine föderal versicherte Einlageninstitution werden und auch keine Bank im Sinne des Bank Holding Company Act sein. Das Unternehmen will außerdem keinen Zugang zu einem Master Account bei der Federal Reserve.

Diese Struktur macht den Antrag relevant für die breitere Debatte darüber, wie sich Krypto- und Stablecoin-Unternehmen unter föderaler Aufsicht positionieren wollen. Für europäische Leser ist vor allem interessant, dass eine Partei rund um einen Dollar-Stablecoin wie USD1 nun näher an einen formellen amerikanischen Aufsichtsrahmen rückt, während der politische und regulatorische Widerstand zugleich sichtbar bleibt.

Druck auf Stablecoin-Modelle

Der Antrag von World Liberty passt in einen breiteren Trend, in dem Stablecoin-Emittenten und Krypto-Unternehmen nach mehr Klarheit bei Aufsicht, Verwahrung und Emission suchen. In diesem Fall wurde der Antrag auch öffentlich kritisiert, unter anderem von der National Community Reinvestment Coalition, was zeigt, dass nicht nur die technische Struktur, sondern auch die Governance solcher Konstruktionen unter besonderer Beobachtung steht.

Das fügt sich in eine breitere Welle amerikanischer Aufsichtsbehörden ein, die Krypto-Unternehmen strengeren Lizenz- und Compliance-Anforderungen unterwerfen. So wurde auch der Antrag von Zerohash für eine Trust Bank kürzlich von der OCC zurückgeschickt, weil er nach Einschätzung der Behörde in wesentlichen Punkten unzureichend sei.


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