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Ölpreis steigt über 70 Dollar nach Spannungen zwischen den USA und Iran in der Straße von Hormus

WTI und Brent haben sich nach Angriffen rund um die Straße von Hormus erholt, durch die etwa 20 % des weltweiten Öls fließen. Die geplanten Gespräche in Doha sollen die Schifffahrtsrouten wieder stabilisieren.

Ölpreis steigt über 70 Dollar nach Spannungen zwischen den USA und Iran in der Straße von Hormus

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der Ölpreis kletterte am Montag nach neuen Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran rund um die Straße von Hormus wieder über 70 Dollar pro Barrel.
  • West Texas Intermediate notierte bei 70,17 Dollar, Brent bei 73,21 Dollar pro Barrel. Zuvor waren die Preise auf den niedrigsten Stand seit Februar gefallen.
  • Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ging von 70 Schiffen am 24. Juni auf 48 zwischen dem 26. und 28. Juni zurück. Parallel dazu sind Gespräche in Doha geplant.

Am Montag, dem 29. Juni, zog der Ölpreis wieder über die Marke von 70 Dollar (€61) pro Barrel an. Auslöser waren neue Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran im Umfeld der Straße von Hormus. Obwohl sich beide Seiten darauf verständigt hatten, die Waffen zunächst ruhen zu lassen und wieder zu verhandeln, blieb die Lage an den Energiemärkten angespannt.

Eskalation und Reaktion in der Straße von Hormus

Die jüngste Zuspitzung begann am 25. Juni mit einem Drohnenangriff der iranischen Revolutionsgarde auf das unter singapurischer Flagge fahrende Containerschiff Ever Lovely. Das Schiff wurde nahe der Küste Omans getroffen. Der Vorfall ereignete sich kurz nachdem die Vereinten Nationen einen Evakuierungsplan für Hunderte festliegende Schiffe in der Region angestoßen hatten.

Die Vereinigten Staaten reagierten am 26. Juni mit Luftangriffen auf iranische Militärstandorte. Einen Tag später griffen iranische Drohnen US-Truppen in Bahrain an, woraufhin die USA noch am selben Tag erneut Ziele im Iran beschossen. Am 28. Juni richtete Iran seine Angriffe gegen US-Positionen in Bahrain und Kuwait. Zwischen den einzelnen Eskalationsschritten warnte der Präsident Donald Trump über soziale Medien vor schwerwiegenden Folgen und drohte mit dem Ende Irans als Staat, sollte der Konflikt weiter eskalieren.

Ölpreis und geopolitische Auswirkungen

Die Referenzsorten West Texas Intermediate und Brent legten auf 70,17 Dollar (€62) beziehungsweise 73,21 Dollar (€64) pro Barrel zu. Damit erholten sich die Preise von den Tiefstständen seit Februar, die zu Wochenbeginn erreicht worden waren. Die Straße von Hormus gilt als zentrale Route für rund 20 % des weltweiten Öltransports und einen großen Teil des Flüssigerdgases. Entsprechend stark wirkt sich jede Störung in der Region auf die geopolitische Risikolage aus.

Der Schiffsverkehr durch die Meerenge ging von 70 Schiffen am 24. Juni auf nur noch 48 zwischen dem 26. und 28. Juni zurück. Das verdeutlicht, wie sensibel die globale Ölversorgung auf die Spannungen reagiert. Auch wenn die Märkte auf neue Konfliktsignale schnell reagieren, dürfte die Wirkung diplomatischer Schritte wie der geplanten technischen Gespräche in Doha zunächst begrenzt bleiben.

Verhandlungen und Ausblick

Ein US-Beamter sagte, beide Seiten hätten sich vorerst darauf verständigt, die Waffen ruhen zu lassen und die freie Passage von Schiffen zu ermöglichen. Die für Dienstag geplanten Gespräche in Doha dürften deshalb eine wichtige Rolle dabei spielen, ob sich der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus dauerhaft stabilisieren lässt. Iran beharrt dabei auf seiner exklusiven Kontrolle über das Gebiet, was den zentralen Streitpunkt weiterhin offen hält.

Für die Stabilität der weltweiten Energiemärkte und die geopolitischen Beziehungen im Nahen Osten sind diese Entwicklungen von erheblicher Bedeutung. Die Straße von Hormus spielt dort seit Jahrzehnten eine strategische Rolle.


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