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Ondo gibt Layer-1-Pläne auf und startet privates Handelsnetzwerk

Ondo setzt bei tokenisierten Assets auf Privatsphäre und institutionellen Handel. Ondo Perps ist die erste Anwendung, später sollen auch Spot, Lending und Settlement folgen.

Ondo gibt Layer-1-Pläne auf und startet privates Handelsnetzwerk

Wichtigste Erkenntnisse

  • Ondo Finance verabschiedet sich von der Idee einer klassischen Layer-1-Blockchain und setzt stattdessen auf ein privates Handelsnetzwerk für den institutionellen Handel mit tokenisierten Assets.
  • Ondo Network verarbeitet Orders vertraulich und wickelt die finale Abwicklung auf öffentlichen Blockchains ab; Ondo Perps ist die erste Anwendung.
  • Laut rwa.xyz verwaltet das Unternehmen Milliarden an tokenisierten Assets und erhielt in der vergangenen Woche die FINRA-Genehmigung für regulierte Märkte und tokenisierte Wertpapiere.

Ondo Finance hat seine Pläne für eine klassische Layer-1-Blockchain vorerst zurückgestellt und setzt nun auf ein privates Handelsnetzwerk, das besser auf den institutionellen Handel mit tokenisierten Assets zugeschnitten sein soll. Das Krypto-Unternehmen bezeichnet Ondo Network als nächsten Entwicklungsschritt nach der früheren Vision von Ondo Chain. Ondo Perps läuft dabei direkt als erste Anwendung auf dem Netzwerk.

Von der Blockchain zum Handelsnetzwerk

Mit dem neuen Ansatz rückt Ondo von der Idee einer allgemeinen Blockchain für institutionelle Finanzanwendungen ab und konzentriert sich stattdessen auf eine Infrastruktur, die stärker auf Geschwindigkeit und Privatsphäre ausgelegt ist. Nach Angaben des Unternehmens war eine klassische Public Blockchain für die Anforderungen des professionellen Handels nicht die optimale Lösung, da Orderflow, Positionen und Handelsaktivität nicht in jedem Fall für den Markt sichtbar sein sollen.

Dafür trennt Ondo Network die Ausführung von Transaktionen von der endgültigen Abwicklung. Orders werden privat verarbeitet, während die finale Übertragung der Assets auf öffentlichen Blockchains erfolgt. Auf diese Weise will Ondo Blockchain-Settlement mit mehr Kontrolle über sensible Handelsdaten verbinden.

Perps und tokenisierte Sicherheiten

Ondo Perps ist die erste Anwendung auf dem Netzwerk und soll Perpetual Futures mit tokenisierten Assets als Sicherheiten ermöglichen. Das fügt sich in einen breiteren Trend ein, bei dem Perpetual Futures, die lange vor allem aus dem Krypto-Bereich bekannt waren, zunehmend auch im Umfeld traditioneller Assets wie Aktien, Öl und Gold auftauchen.

Der Schritt ist vor allem deshalb relevant, weil Tokenization an der Wall Street weiter an Bedeutung gewinnt. Die Überführung klassischer Assets wie Aktien, Anleihen und Fonds in blockchainbasierte Tokens gilt als möglicher Weg, Kapitalmärkte mit schnelleren Abwicklungen und einem Handel, der rund um die Uhr verfügbar sein kann, weiterzuentwickeln. Das passt zu der breiteren institutionellen Verschiebung hin zu tokenisierten Märkten, wie Wall Street macht Tokenization zur strategischen Priorität beschreibt.

Bedeutung für Europa

Für europäische Krypto-Nutzer ist besonders interessant, dass Ondo sich nicht mehr nur auf die Ausgabe tokenisierter Assets konzentriert, sondern auch die dazugehörige Handelsinfrastruktur aufbauen will. Das dürfte für Marktteilnehmer relevant sein, die beobachten, wie Tokenization, DeFi und regulierte Märkte näher zusammenrücken.

Ondo erklärt zudem, dass das Netzwerk später auch Spotmärkte, Lending, strukturierte Produkte und Settlement-Infrastruktur unterstützen kann. Laut rwa.xyz verwaltet das Unternehmen bereits rund 2,6 $ Milliarden (2,3 € Milliarden) an tokenisierten US-amerikanischen Treasury-Produkten über OUSG und USDY sowie etwa 850 $ Millionen (748 € Millionen) an tokenisierten Equities. Außerdem hat der Broker-Dealer in der vergangenen Woche FINRA-Genehmigung für regulierte Märkte und Dienstleistungen rund um tokenisierte Securities erhalten.


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