Ondo Finance prüft Übernahme im Volumen von bis zu 500 Millionen US-Dollar
Ondo, bekannt für tokenisierte US-Staatsanleihen und Aktien, könnte sich über M&A in Wealthtech und institutioneller Infrastruktur breiter aufstellen. Das Unternehmen verwaltet nach eigenen Angaben mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar an Produkten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Ondo Finance prüft eine mögliche Übernahme im Bereich von 250 Millionen bis 500 Millionen US-Dollar, um das Wachstum über Fusionen und Übernahmen zu beschleunigen.
- Nach Angaben einer mit der Sache vertrauten Person hat das Unternehmen bislang keine formellen Berater mandatiert und führt derzeit keine Gespräche mit einer Partei.
- Der mögliche Deal fügt sich in einen breiteren Krypto-Trend ein, bei dem Infrastruktur, Tokenization und institutionelle Dienstleistungen immer häufiger über Übernahmen ausgebaut werden.
Ondo Finance prüft derzeit eine mögliche Übernahme im Volumen von 250 Millionen US-Dollar (218 Millionen Euro) bis 500 Millionen US-Dollar (436 Millionen Euro), während das auf tokenisierte Assets spezialisierte Unternehmen über weiteres Wachstum per M&A nachdenkt. Wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtet, sind bislang keine formellen Berater an Bord. Der Schritt passt in einen Kryptomarkt, in dem Infrastruktur, Tokenization und institutionelle Dienstleistungen zunehmend über Übernahmen ausgebaut werden.
Wachstum über Übernahmen
Das in New York ansässige Unternehmen Ondo schaut sich laut derselben Quelle unter anderem Ziele im Wealthtech-Bereich an. Gegründet wurde Ondo 2021 von ehemaligen Führungskräften von Goldman Sachs. Das Unternehmen positioniert sich als Tokenization-Plattform, die traditionelle Finanzanlagen onchain bringt. Ondo gibt tokenisierte US-Staatsanleihen und Aktien aus und verwaltet nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar (2,2 Milliarden Euro) an Produkten.
Ein Sprecher teilte per E-Mail mit, dass das Unternehmen als schnell wachsender Anbieter den Markt regelmäßig im Rahmen des normalen Geschäfts überprüfe. Aktuell liefen jedoch keine Gespräche mit einer Partei.
Konsolidierung in der Krypto-Infrastruktur
Die mögliche Transaktion kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Krypto-Dealaktivität auch 2026 auf hohem Niveau bleibt. Im ersten Quartal wurden laut Architect Partners 89 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von 3,2 Milliarden US-Dollar (2,8 Milliarden Euro) gezählt. Im zweiten Quartal kamen gemeldete Deals im Wert von 12,9 Milliarden US-Dollar (11,2 Milliarden Euro) hinzu. Besonders gefragt sind dabei Zahlungsdienste, Stablecoins, Custody, Tokenization und institutionelle Trading-Infrastruktur, also Bereiche, in denen Käufer Skalierung und ein breiteres Produktangebot suchen.
Zu den jüngeren Beispielen zählen die Übernahme der Trading- und Brokerage-Aktivitäten von BlockFills durch Keyrock, der Kauf von Bitnomial durch Kraken für 550 Millionen US-Dollar (479 Millionen Euro) sowie der Deal, mit dem Bullish die Investmentplattform Equiniti für 4,2 Milliarden US-Dollar (3,7 Milliarden Euro) übernommen hat. Auch der breitere Markt zeigt damit, dass etablierte Finanzunternehmen und Kryptofirmen sich Lizenzen, Custody und Vertrieb zunehmend über Zukäufe sichern wollen.
Bedeutung für Europa
Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass Tokenization immer stärker von einer Nische zu einer Infrastruktur-Ebene wird. Sollte Ondo weiter expandieren, könnte das den Wettbewerb rund um regulierte Produkte und Dienstleistungen verstärken, die auf institutionelle Nachfrage ausgerichtet sind. Die jüngste US-amerikanische Klarheit zur Anwendung bestehender Wertpapierregeln auf Krypto-Assets könnte diesen Trend zusätzlich stützen, auch wenn das noch nichts über den Ausgang dieser konkreten Übernahmeprüfung aussagt.