Pakistan richtet Krypto-Ermittlungseinheit gegen Geldwäsche ein
Die FIA fokussiert sich auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung über Krypto, während PVARA parallel den neuen Lizenz- und Aufsichtsrahmen für Exchanges und Wallets umsetzt.

Wichtigste Erkenntnisse
- Pakistan hat innerhalb der FIA eine spezielle Krypto-Ermittlungseinheit geschaffen, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung über Krypto zu bekämpfen.
- Die Einheit ist dem NC3 unterstellt und befasst sich mit Krypto in Strafsachen, während die Regulierung bei der Pakistan Virtual Assets Regulatory Authority, PVARA, bleibt.
- Pakistan verbindet strengere Durchsetzung mit neuer Kryptogesetzgebung, nachdem das Parlament im März 2026 den Virtual Assets Act verabschiedet hat.
Pakistan hat innerhalb der Federal Investigation Agency (FIA) eine eigene Krypto-Ermittlungseinheit aufgebaut, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung über Krypto stärker zu verfolgen. Der Schritt unterstreicht, dass Islamabad die Kontrolle rund um Krypto weiter verschärft, während die formale Regulierung des Sektors inzwischen bei einer separaten Aufsichtsbehörde liegt.
Unter NC3
Die neue Einheit ist dem erst kürzlich aktiv gewordenen National Command and Control Centre, kurz NC3, zugeordnet. Nach Angaben von FIA-Counter-Terrorism-Wing-Direktor Dr. Muhammad Athar Waheed soll sich das Team auf die strafrechtliche Untersuchung von Krypto-Fällen konzentrieren und nicht auf die Marktaufsicht. Diese Aufgabe liegt weiterhin ausschließlich bei der Pakistan Virtual Assets Regulatory Authority, besser bekannt als PVARA.
Waheed forderte zudem die National Cyber Crime Investigation Agency und die Anti-Narcotics Force auf, ähnliche Einheiten aufzubauen. Pakistan versucht damit, Strafverfolgung, Cybercrime-Bekämpfung und Anti-Drogen-Politik enger mit dem raschen Anstieg kryptobezogener Kriminalität zu verzahnen.
Regulierung und Durchsetzung
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt, weil Pakistan in den vergangenen Jahren parallel einen eigenen Regulierungsrahmen für Krypto aufgebaut hat. Im März 2026 verabschiedete das Parlament den Virtual Assets Act, der PVARA als föderale Behörde für Lizenzen und Aufsicht unter anderem über Exchanges, Token-Emittenten, Wallet-Dienste und bestimmte DeFi-Protokolle festlegt. Bereits im Juli 2025 wurde PVARA als Teil dieses Kurswechsels eingerichtet.
Damit unterscheidet sich die Lage in Pakistan deutlich von der Situation unter dem Verbot aus dem Jahr 2018, als die Zentralbank regulierte Anbieter von Virtual Assets vom Markt abgeschnitten hat. Später lockerte die State Bank diese Einschränkungen teilweise, indem sie den Zugang von Krypto-Unternehmen zu Bankdienstleistungen erleichterte.
Warum das relevant ist
Für europäische Krypto-Beobachter ist Pakistan vor allem deshalb interessant, weil das Land Legalisierung und schärfere Strafverfolgung gleichzeitig vorantreibt. Das passt zu einem breiteren internationalen Trend, bei dem Behörden Krypto nicht nur als Markt, sondern auch als Ermittlungsfeld betrachten. Pakistan zählt außerdem zu den größten Kryptomärkten der Welt, weshalb Änderungen bei Aufsicht und Durchsetzung dort zusätzliches Gewicht haben. In dieser Hinsicht ähnelt der Kurs anderen Ländern, die Krypto stärker in ihre Durchsetzungsstrukturen einbinden, etwa Südkorea, wo Aufseher seit Inkrafttreten neuer Gesetze bereits Dutzende Manipulationsfälle prüfen.