Polygon (MATIC) plant große Blockchain-Transformation
Polygon plant, seine Blockchain grundlegend zu verändern.

Polygon will seine Blockchain grundlegend verändern. Warum geht das Projekt diesen drastischen Schritt, und welche Rolle wird die Polygon-Token, MATIC, in Zukunft spielen?
Mihailo Bjelic, der Mitgründer von Polygon, präsentierte vor Kurzem einen Vorschlag, um die aktuelle Polygon Proof of Stake (PoS) Blockchain in eine zkEVM-Validium Ethereum Layer-2-Blockchain zu transformieren. Einfach gesagt bedeutet das, dass er die Technologie hinter der aktuellen Polygon PoS-Blockchain grundlegend erneuern will. Disney, Reddit, Nike, Starbucks und viele andere große Akteure bauen derzeit ihre Projekte auf der Polygon PoS Chain.
Die Veränderung soll das Ökosystem von Polygon sicherer, kosteneffizienter und vor allem schneller machen langfristig. Geplant ist, dass das Upgrade im ersten Quartal 2024 live geht.
Die geplante Aufrüstung zu einem echten Ethereum Layer-2-Netzwerk wirft ein Debatten-Thema auf, das in der Kryptogemeinschaft nur selten diskutiert wird: der Unterschied zwischen Sidechains und Layer-2-Netzwerken. Aber warum ist das so wichtig? Was steckt hinter dem Vorschlag des Polygon-Mitgründers? Und welche Folgen hat das Upgrade für MATIC?
Sidechain vs. Layer-2-Netzwerk: ein grundlegender Unterschied
Das aktuelle Polygon-Layout funktioniert wie eine Sidechain von Ethereum. Eine Sidechain ist eine eigenständige Blockchain, die parallel zur Mainchain läuft, in diesem Fall Ethereum. Sie hat ihren eigenen Konsensmechanismus, in Polygons Fall Proof of Stake, und bietet Skalierbarkeit, indem Transaktionen verarbeitet werden, die die Ethereum-Mainchain nicht belasten. Doch sie hat einen großen Nachteil: Die Sicherheit der Sidechain hängt von ihrem eigenen Netzwerk und ihren Teilnehmern ab, nicht von der Sicherheit der Ethereum-Blockchain.
Ein Ethereum Layer-2-Netzwerk dagegen, wie Optimism und Arbitrum, wird über der Sicherheit von Ethereum aufgebaut. Obwohl Transaktionen Off-Chain verarbeitet werden, um Skalierbarkeit zu ermöglichen, werden sie letztlich durch die Sicherheitsinfrastruktur von Ethereum geschützt. Das bedeutet, Layer-2-Lösungen profitieren von der etablierten und robusten Sicherheit der Ethereum-Blockchain. Sie müssen kein eigenständiges sicheres Netzwerk mit eigenem Konsensmechanismus aufbauen, sondern können das der Ethereum-Mainchain anvertrauen. Dafür zahlen sie jedoch eine gewisse Gebühr an die Ethereum-Mainchain pro Transaktion. Dennoch sparen L2-Lösungen deutlich Kosten im Vergleich zu Layer-1-Blockchains oder Sidechains.
Warum Polygon diese Transformation anstrebt?
Polygon will die Kritik an seiner aktuellen Position als Sidechain adressieren und die Sicherheitslücke schließen, indem es zu einem echten Ethereum L2 wird. Dieser Schritt dürfte nicht nur Sicherheit und Vertrauen in Polygon erhöhen, sondern auch das gesamte Polygon-Ökosystem auf das nächste Level heben. In seinem Vorschlag skizziert der Polygon-Mitgründer eine umfassende Zukunftsvision, die sich deutlich von Konkurrenten wie Arbitrum unterscheidet.
Polygon 2.0 Vision: ein Netzwerk aus verschiedenen Layer-2s
Seine Vision von Polygon 2.0 ist ein Ökosystem aus Layer-2-Skalierungslösungen, alle basierend auf Zero-Knowledge (ZK) Technologie. Ziel ist es, verschiedene Layer-2-Lösungen zu schaffen, die sich auf unterschiedliche Anwendungsszenarien spezialisieren und miteinander kommunizieren können. Der Übergang von PoS zu zkEVM-Validium ist ein wichtiger Schritt, diese Vision zu realisieren.
Der Übergang zu einem echten Layer-2-Netzwerk erfordert eine signifikante Veränderung der zugrunde liegenden Technologie. Polygon muss seine bestehende PoS-Blockchain in eine zkEVM-Validium-Blockchain umwandeln.
Eine solche Blockchain kombiniert Zero-Knowledge Proofs und Validium, eine Off-Chain-Daten-Speicherlösung, um die Skalierbarkeit zu verbessern. Gleichzeitig sorgen diese beiden Technologien dafür, dass Polygon von der Sicherheit der Ethereum-Mainchain profitieren kann. Im Gegensatz zu Optimism oder Arbitrum plant Polygon daher nicht, ein Optimistic-Rollup-Netzwerk zu werden, sondern setzt auf Zero-Knowledge-Technologie und Validium.
Vorteile des Wechsels und Rolle von MATIC
Der Wechsel bringt einige Vorteile mit sich, darunter niedrigere Transaktionskosten, größere Skalierbarkeit und stärkere Datenschutzgarantien dank ZK-Proofs.
Der MATIC-Token, die native Asset des Polygon-Netzwerks, wird weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Er wird genutzt, um Transaktionsgebühren zu zahlen und am PoS-Konsensmechanismus teilzunehmen. Mit der neuen Infrastruktur und gesteigerter Effizienz kann der Wert und die Nutzung des MATIC-Tokens weiter wachsen. Natürlich hängt das jedoch vom Erfolg des Upgrades ab.
Insgesamt markiert der Übergang einen wichtigen Schritt in der Geschichte von Polygon und zeigt den Wunsch des Projekts, stärker in das Ethereum-Ökosystem integriert zu werden. Schließlich hat insbesondere in den letzten Monaten der Aufstieg von Arbitrum, Optimism und Co. gezeigt, dass echte Ethereum-L2s bei Investoren und Entwicklern sehr beliebt sind.
Zum Vergleich: während Arbitrum derzeit ein Total Value Locked (TVL) von über 2,18 Milliarden US-Dollar hat, liegt man auf der Polygon PoS-Blockchain derzeit bei 950 Millionen US-Dollar. Der Plan von Polygon, eine echte ETH-L2 zu werden, scheint somit ein Schritt zu sein, um weiteren Marktanteil nicht an die Konkurrenz zu verlieren.