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Polymarket wehrt sich gegen landesweite Sperre in Frankreich

Polymarket hält die französische ISP-Sperre für zu weit gefasst, weil auch Nutzer mit rein informativem Interesse betroffen sind. Der Fall passt zu der strengeren europäischen Aufsicht über prediction markets und mögliche Glücksspielregeln.

Polymarket wehrt sich gegen landesweite Sperre in Frankreich

Wichtigste Erkenntnisse

  • Polymarket geht in Frankreich gegen die landesweite Sperre seiner Website in Berufung.
  • Die französische Aufsichtsbehörde ANJ blockierte die Seite wegen Risiken durch Verluste und mögliche Marktmanipulation.
  • Polymarket sagt, dass die Sperre auch informierte Besucher trifft, die nur Marktwahrscheinlichkeiten verfolgen wollen.

Polymarket geht in Frankreich juristisch gegen die landesweite Sperre seiner Website vor. Nach Angaben des Krypto-Unternehmens betrifft die Maßnahme nicht nur Nutzer, die von Frankreich aus handeln wollen, sondern auch Besucher, die die Plattform vor allem nutzen, um Marktwahrscheinlichkeiten zu beobachten.

Konflikt um den Zugang

Die französische National Gambling Authority ANJ hatte Internetanbieter vergangene Woche angewiesen, Polymarket zu blockieren. Aus Sicht der Behörde setzt die Plattform Nutzer möglichen Verlusten aus und bietet Märkte an, die anfällig für Manipulation sein könnten.

Polymarket hält die Sperre für zu weit gefasst, weil sie auch Menschen trifft, die die Seite nicht zum Traden verwenden. In einer Erklärung teilte das Unternehmen mit, es sei von der Entscheidung überrascht, gerade weil davon auch Besucher betroffen seien, die lediglich Informationen suchen.

Zudem verweist das Unternehmen darauf, dass viele Nutzer laut eigener Darstellung vor allem kommen, um die Wahrscheinlichkeit künftiger Ereignisse zu verfolgen, ohne überhaupt traden zu wollen. Polymarket beschreibt seine Verträge als blockchain-based Finanzinstrumente, die direkt zwischen Nutzern gehandelt werden und deren Preise sich aus der Marktaktivität ergeben.

Strengere Aufsicht in Europa

Der Fall fügt sich in einen breiteren europäischen Trend ein, bei dem prediction markets zunehmend unter regulatorische Beobachtung geraten. Im Mai 2026 wurden Polymarket und Kalshi in Spanien vorübergehend blockiert, ebenfalls mit Verweis auf die Sorge, dass die Plattformen ohne Lizenz als Glücksspielanbieter auftreten könnten. Auch in Frankreich hatte die ANJ bereits im November 2024 einen Geoblock für Finanztransaktionen französischer Einwohner angeordnet, doch die Seite blieb danach weiterhin erreichbar. Daraus ist nun die Sperre auf ISP-Ebene geworden.

Für europäische Krypto-Leser ist vor allem relevant, dass es bei der Debatte nicht nur um den Zugang geht, sondern auch um die rechtliche Einordnung solcher Produkte. Wenn Aufsichtsbehörden prediction markets weiterhin als nicht autorisiertes Glücksspiel einstufen, könnte das auch Auswirkungen darauf haben, wie ähnliche blockchain-basierte Anlageinstrumente in anderen Ländern behandelt werden. Gleichzeitig steht die Branche auch anderswo unter Druck: In den USA verschärft sich der politische und juristische Streit um prediction markets, wo Anbieter und Casino-Interessen in Washington immer häufiger aufeinandertreffen.


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