Privacy bekommt neuen Schub mit pERC-20 und STRK20 auf Ethereum
Ethereum bekommt neue Privacy-Standards, die Transaktionen abschirmen und gleichzeitig Compliance unterstützen. Lies, wie pERC-20 und STRK20 Privatsphäre zurück in DeFi bringen.

Wichtigste Erkenntnisse
- pERC-20 ermöglicht es, Tokens privat zu besitzen und zu übertragen, während die Gesamtmenge öffentlich bleibt und Transaktionen kryptografisch verifizierbar sind.
- STRK20 erweitert die Privatsphäre auf DeFi-Anwendungen wie Lending, Staking und Swaps, mit Unterstützung für mehrere Assets und Post-Quantum-Kryptografie.
- Beide Vorschläge verbinden Privatsphäre mit Compliance, was vor allem für europäische Nutzer und Aufsichtsbehörden relevant ist.
Privatsphäre war lange Zeit eines der wichtigsten Versprechen der Krypto-Welt, geriet aber durch den Fokus auf Skalierbarkeit und strengere Regulierung in den Hintergrund. Jetzt bekommt das Thema im Ethereum-Ökosystem wieder mehr Aufmerksamkeit, mit neuen Vorschlägen wie pERC-20 und STRK20, die Privatsphäre und Compliance miteinander verbinden.
Neue Tokenstandards für Privatsphäre
Der pERC-20-Standard ermöglicht es Nutzern, Tokens zu besitzen und zu übertragen, ohne dass ihr Kontostand, ihre Transaktionen oder ihre Gegenparteien öffentlich sichtbar sind. Im Gegensatz zu den traditionellen ERC-20-Tokens, die transparent und für alle einsehbar sind, existieren pERC-20-Tokens als verschlüsselte kryptografische "Notizen". Das sorgt für Vertraulichkeit, während das Netzwerk trotzdem prüfen kann, dass Transaktionen nicht manipuliert wurden. Die gesamte Tokenmenge bleibt öffentlich, damit keine versteckte Ausgabe von Tokens stattfinden kann. Außerdem enthält der Vorschlag einen Compliance-Mechanismus, mit dem Emittenten bestimmte Notizen über eine kryptografische Blacklist blockieren können, ohne die Privatsphäre normaler Nutzer zu verletzen.
Privatsphäre über Tokenübertragungen hinaus
Neben pERC-20 hat Starknet vor Kurzem STRK20 vorgestellt, ein Framework, das Privatsphäre auf dezentralisierte Finanzanwendungen wie Lending, Staking und Token Swaps ausweitet. Laut Eli Ben-Sasson, Mitgründer von StarkWare, liegt die größte Herausforderung nicht in der Kryptografie, sondern in der Benutzerfreundlichkeit. Privacy-Tools hatten historisch oft mit langsamen Wallets und eingeschränkter Kompatibilität zu kämpfen, was die Nutzung und damit die Anonymität erschwert. STRK20 bietet eine einheitliche Privacy-Schicht für mehrere Assets und unterstützt Interaktionen mit dezentralen Anwendungen, ohne dass Privatsphäre verloren geht. Außerdem nutzt es Post-Quantum-Kryptografie, was für den künftigen Schutz vor Quantencomputern wichtig ist.
Relevanz für europäische Nutzer
Der erneute Fokus auf Privatsphäre innerhalb von Ethereum könnte auch für europäische Nutzer interessant sein, gerade angesichts der wachsenden Aufmerksamkeit von Aufsichtsbehörden für Compliance und Datenschutz. Die Kombination aus Transparenz bei der Gesamtmenge der Tokens und kryptografischer Privatsphäre mit eingebauten Compliance-Mechanismen passt zu dem Bedarf an sicheren und rechtlich sauberen digitalen Transaktionen. Das könnte die Adoption von privacyfreundlichen Anwendungen im breiteren Kryptomarkt fördern, sofern sich die Benutzerfreundlichkeit weiter verbessert.