RedotPay wehrt sich gegen Binance-Klage über 470 Millionen Dollar
Im Zentrum des Falls stehen angebliche Verstöße rund um Binance Pay und das Weiterleiten von Nutzern zu RedotPay. Auch die Trennung von Kundengeldern und prepaid cards spielt eine zentrale Rolle.

Wichtigste Erkenntnisse
- RedotPay sagt, dass es sich entschieden gegen eine Klage von Binance über 470 Millionen Dollar verteidigt.
- Binance behauptet, RedotPay habe 470.000 Nutzer weitergeleitet und Vereinbarungen rund um Binance Pay verletzt.
- Die Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten scheiterte schon früher an Streitigkeiten über die Nutzung und Trennung von Binance-Fonds.
RedotPay teilte mit, dass man sich mit Nachdruck gegen die Klage von Binance über 470 Millionen Dollar (407 € Millionen) zur Wehr setze. Im Kern steht der Vorwurf, der Hongkonger stablecoin-betaalkaartuitgever habe 470.000 Binance-Nutzer auf die eigene Plattform umgeleitet und dabei Vereinbarungen rund um Binance Pay verletzt.
Beschuldigungen rund um Binance Pay
Nach Darstellung von Binance sollen RedotPay und die Gründer fast eine halbe Million Kunden auf die konkurrierende Plattform gelenkt haben. Laut der Klage habe das zu Verlusten von rund 473 Millionen Dollar (409 € Millionen) geführt. In der Einreichung heißt es außerdem, Binance habe seit März 2026 festgestellt, dass Binance-Pay-Fonds bei RedotPay ohne Trennung für verbotene Zwecke verwendet worden seien, darunter Card Top-ups für die RedotPay Card.
RedotPay weist diese Vorwürfe zurück. Das Unternehmen sagte in einer E-Mail an CoinDesk, man sei über das Verfahren informiert und werde alle Anschuldigungen entschieden bestreiten. Binance erklärte über einen Sprecher, man äußere sich grundsätzlich nicht zu laufenden Rechtsstreitigkeiten, werde bei Bedarf aber über Gerichte und andere Kanäle vorgehen.
Frühere Vereinbarungen scheiterten schon einmal
Laut Bloomberg schlossen beide Seiten im November 2023 zunächst eine kommerzielle Vereinbarung. Diese Zusammenarbeit endete jedoch weniger als sechs Monate später, nachdem Binance erklärt hatte, dass eigene Mittel zum Aufladen von prepaid cards von RedotPay verwendet worden seien. Im März 2025 folgte eine zweite Vereinbarung mit der klaren Vorgabe, dass Binance-Fonds getrennt bleiben müssten.
Im Rahmen dieser späteren Vereinbarung konnten Binance-Kunden ihre Binance-Pay-Fonds über RedotPay nutzen, um Krypto in Fiat umzuwandeln, In-App-Überweisungen zu tätigen und Markenprodukte zu kaufen. Das Aufladen von RedotPay-Cards war jedoch ausdrücklich ausgeschlossen. Binance kündigte die Vereinbarung im April 2026 im Zuge einer Überprüfung von Merchant-Partnern.
Warum das relevant ist
Der Fall ist für europäische Krypto-Leser relevant, weil er zeigt, wie sensibel Kooperationen zwischen Krypto-Exchanges und Zahlungsprodukten sind, vor allem wenn Kundengelder und Zahlungsströme sauber getrennt bleiben müssen. RedotPay wurde im April 2023 gegründet und wuchs schnell als Hongkonger Fintech rund um Stablecoin-Zahlungen. Später holte das Unternehmen auch Kapital von großen Krypto-Investoren ein. Der Ausgang des Verfahrens dürfte daher nicht nur juristisch, sondern auch kommerziell von Bedeutung sein, vor allem für Anbieter, die Zahlungskarten, Stablecoins und Exchange-Infrastruktur kombinieren. Der breitere Markt bewegt sich derweil eher in Richtung stärker integrierter Zahlungsrails, wie bei Visas Stablecoin-Plattform, über die Banken, Fintechs und Krypto-Unternehmen Stablecoins direkt in ihrer Zahlungsinfrastruktur ausgeben, speichern und bewegen können.