Wiederzufluss in ETFs: Ethereum trotzt Bitcoin-Rückgang
In der Nacht von Sonntag auf Montag schien Bitcoin noch eine beeindruckende Aufholjagd Richtung Ethereum zu starten, wobei der Kurs über 122.000 Dollar stieg.

In der Nacht von Sonntag auf Montag schien Bitcoin noch an einer beeindruckenden Aufholjagd in Richtung Ethereum zu beginnen, wobei der Kurs über 122.000 Dollar stieg. Das Feiern hielt jedoch nicht lange: Inzwischen notiert BTC wieder unter 119.000 Dollar.
Ethereum dagegen schaffte es gestern, über 4.300 Dollar zu klettern und diesen Kurs auch zu halten, selbst als Bitcoin fiel. Der Grund? Eine neue Rekordzufuhr in Spot-ETH-ETFs. Bereits gestern floss mehr als 1 Milliarde Dollar in diese Fonds – deutlich über dem bisherigen Tagesrekord von 727 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Das höchste Tagesergebnis bei Bitcoin lag bei 1,2 Milliarden Dollar und damit nur etwas höher.
Bei BTC blieb die Zahl gestern bei 179 Millionen Dollar stehen, was die aktuelle Kluft im Anlegerstimmungsbild deutlich illustriert.
Ethereum-Kenner Anthony Sassano View post on X fasst es auf X prägnant zusammen: “Die ETH-ETFs hatten heute 5,5-mal so viel Nettozufluss wie die BTC-ETFs. Es gibt einen neuen Sheriff in der Stadt.”
Die vergleichsweise geringere Marktkapitalisierung von Ethereum (516 Milliarden Dollar gegenüber Bitcoins 2,36 Billionen Dollar) verstärkt die Auswirkungen dieses Zuflusses erheblich. Während institutionelle Akteure ihre ETH-Positionen weiter ausbauen, zeigen Zahlen von CryptoQuant, dass Privat-Anleger genau verkaufen. Laut Leon Waidmann, Head of Research bei OnchainHQ, kommt das daher, dass viele Retail-Investoren nach Jahren des Verlusts endlich wieder Gewinn erzielen. „Sie drücken auf den Verkaufsknopf,“ View post on XWaidmann. Dennoch erwartet er, dass ETH weiter steigt und dass „Retail bei einem neuen Allzeithoch gezwungen wird, wieder einzusteigen.“
Unterdessen wird der breitere Altcoin-Markt stark getroffen. So verlor Fartcoin in 24 Stunden über 20 Prozent, Story Protocols IP-Token 14 Prozent und PENGU und BONK jeweils rund 12 Prozent.
An den traditionellen Finanzmärkten sorgte US-Präsident Donald Trump für zusätzliche Luft: Am Montag unterzeichnete er eine Executive Order, die eine neue Reihe Importzölle gegen China erneut um 90 Tage verschiebt. Diese würden ansonsten heute in Kraft getreten sein. Anleger richten nun ihren Blick auf die neuesten US-Inflationszahlen, doch auch in den kommenden Tagen stehen mehrere wichtige Wirtschaftsberichte auf der Agenda.