Revolut bestätigt, dass eine Fake-Mail Passdaten und Bitcoin-Daten geleakt hat
Der Angriff traf eine begrenzte Gruppe von Kunden und betraf vor allem Identitäts- und Bitcoin-Transaktionsdaten. Revolut sagt, dass Systeme und Kundengelder nicht betroffen waren.

Wichtigste Erkenntnisse
- Revolut bestätigt, dass ein Angreifer über eine gefälschte Nachricht Kundendateien angefordert hat, darunter Pässe, Selfies und Bitcoin-Datensätze.
- Das Unternehmen sagt, dass Systeme, Kundengelder, Passcodes, Zugangsdaten und biometrische Daten nicht betroffen waren.
- Revolut informierte die betroffenen Kunden, Behörden und Aufsichtsbehörden, während die Polizei zu der verwendeten Regierungsdomain ermittelt.
Revolut hat bestätigt, dass ein Angreifer über eine gefälschte Nachricht Kundendateien anfordern konnte, darunter Pässe, Selfies und Bitcoin-Datensätze. Nach Angaben des Unternehmens handelte es sich um einen ausgefeilten Angriff, der im Kern jedoch mit einer E-Mail begann, die von einer echten Regierungsdomain zu stammen schien. Revolut sagt, dass der Absender sofort blockiert wurde, nachdem das Problem entdeckt worden war.
Fake-Mail wirkte echt
Laut Revolut nutzte eine unbefugte dritte Partei eine legitim wirkende E-Mail-Adresse einer Regierungsbehörde, um betrügerische Anfragen einzureichen. Das Unternehmen sagt, dass seine Systeme und Kundengelder nicht betroffen waren. Auch Passcodes, Zugangsdaten und biometrische Daten sollen nicht offengelegt worden sein.
Dennoch zeichnen die Meldungen an Kunden ein breiteres Bild. Dort ist unter anderem von Pässen, Führerscheinen, Wohnadressen, Kontoauszügen und einem vollständigen Überblick über Bitcoin-Transaktionen die Rede. Revolut will nicht sagen, welche Regierungsdomain verwendet wurde, da noch ein Polizeiverfahren läuft.
Was genau geleakt wurde
Die Bank sagt, dass nur eine begrenzte Gruppe von Kunden betroffen war und dass sie die Betroffenen informiert hat. Auch die Behörden, die Polizei sowie Aufsichtsbehörden für Datenschutz und Finanzen wurden in Kenntnis gesetzt. Blockchain-Researcher ZachXBT hatte zuvor auf die Leaks hingewiesen und gesagt, dass es sich um eine kleine Gruppe von Nutzern handelte, möglicherweise mit vermögenden Kunden im Fokus.
Der Fall passt in eine breitere Welle von E-Mail-Betrug und Impersonation-Angriffen. Microsoft sah Anfang 2026 beispielsweise einen starken Anstieg von Business-Email-Compromise-Angriffen, einer Art Betrug, bei der Kriminelle sich als vertrauenswürdige Partei ausgeben, um Informationen zu erlangen. Auch Aufsichtsbehörden und Cybersecurity-Unternehmen warnen, dass solche Angriffe immer häufiger mit Social Engineering und gestohlenen Zugangsdaten kombiniert werden.
Auch bei anderen Kryptounternehmen zeigt sich, wie sensibel Identitätsdaten sind. KYC- und ID-Systeme bleiben ein attraktives Ziel, gerade weil solche Datensätze weit mehr preisgeben als nur ein Passwort.
Warum das Krypto betrifft
Für Kryptonutzer ist das vor allem relevant, weil Identitätsdaten und Transaktionshistorien oft schon für gezieltes Phishing ausreichen. Ein Passwort kannst du ändern, aber eine Passnummer oder Wohnadresse nicht. Gerade bei Krypto, wo Beträge und Besitz manchmal sichtbar oder ableitbar sind, kann so ein Datenleck für Folgebetrug besonders heikel sein.