Finst

USA frieren 52 Millionen Dollar an Krypto im Zusammenhang mit Xinbi-Scam ein

Die Aktion folgt auf neue US-Sanktionen und betrifft vor allem die Nutzung von USDT auf TRON, während Xinbi auf USDD auswich.

USA frieren 52 Millionen Dollar an Krypto im Zusammenhang mit Xinbi-Scam ein

Wichtigste Erkenntnisse

  • US-Behörden haben rund 52 Millionen Dollar an scam-bezogener Krypto eingefroren und die Telegram-Kanäle von Xinbi Guarantee übernommen.
  • Xinbi soll seit 2022 mindestens 24 Milliarden Dollar verarbeitet haben und nutzte vor allem Tether auf der TRON-Blockchain für Zahlungen.
  • Nach der Einfrierung wandelte Xinbi rund 2,8 Millionen Dollar in USDD um, während die USA auch Sanktionen gegen unterstützende Parteien verhängten.

Die US-Behörden haben rund 52 Millionen Dollar (44,6 Millionen Euro) an scam-bezogener Krypto eingefroren und die Telegram-Kanäle von Xinbi Guarantee übernommen. Der chinesischsprachige Marktplatz wurde nach Angaben der Behörden von Scamcentern für Betrug, Geldwäsche und die Anwerbung für Compounds in Südostasien genutzt. Die Aktion fiel mit neuen Sanktionen des US-Finanzministeriums zusammen.

Xinbi unter Druck

Elliptic sagt, dass das Unternehmen die Wallets von Xinbi seit Jahren verfolgte und diese Analyse dem Secret Service half, einzugreifen. Nach Angaben des Unternehmens hat Xinbi seit 2022 mindestens 24 Milliarden Dollar (20,6 Milliarden Euro) an Transaktionen verarbeitet und ist damit nach Huione Guarantee einer der größten illegalen Online-Marktplätze, die bislang aufgedeckt wurden. Huione verarbeitete 31 Milliarden Dollar (26,6 Milliarden Euro), bevor es 2025 stillgelegt wurde.

Die US-Staatsanwälte beschlagnahmten zwei Zahlungs-Wallets von Xinbi mit zusammen rund 12 Millionen Dollar (10,3 Millionen Euro) und gingen gegen weitere 47 Wallets vor. Die Behörden sagten außerdem, dass Tether bei den Ermittlungen mitgearbeitet habe. Xinbi nutzte laut der Beschreibung vor allem Tether (USDT) auf der TRON-Blockchain für Zahlungen.

Wechsel zu USDD

Nach der Einfrierung erklärte Xinbi, die Maßnahmen seien willkürlich und man werde Kunden entschädigen. Danach wandelte das Unternehmen rund 2,8 Millionen Dollar (2,4 Millionen Euro) an verbleibendem USDT in Decentralized USD (USDD) um, eine Stablecoin ohne integrierte Freeze-Funktion. Das zeigt, wie schnell solche Marktplätze versuchen, auf andere Zahlungswege auszuweichen, sobald ein Teil ihrer Mittel blockiert wird.

Dieser Weg ist nicht unbegrenzt. Elliptic weist darauf hin, dass USDD teilweise durch USDT gedeckt ist und damit weiterhin mit einer Währung verbunden bleibt, die eingefroren werden kann. Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass solche Fälle zeigen, wie groß die Rolle von Stablecoins und Telegram bei illegalen Krypto-Aktivitäten bleibt und wie schnell Ermittlungen, Sanktionen und Wallet-Tracking dort ineinandergreifen können.

Breiteres US-Vorgehen

Der Fall passt in ein breiteres US-Vorgehen gegen transnationale kriminelle Netzwerke, die digitalen Betrug und Geldwäsche erleichtern. Das Finanzministerium setzte nicht nur Xinbi auf die Sanktionsliste, sondern auch zwei Parteien, die die Operation unterstützt haben sollen: SafeW Technology in Singapur und Anwen Technology in Kambodscha. Im selben Zeitraum meldeten die Behörden auch eine Aktion in Madagaskar, wo von Chinesen betriebene Compounds zerschlagen und Hunderte Menschen festgenommen wurden.


Haftungsausschluss: Dieser Inhalt dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine finanzielle, anlagebezogene, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die bereitgestellten Informationen können unvollständig, ungenau oder veraltet sein und sollten nicht als solche herangezogen werden. Nichts auf dieser Website sollte als Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Kryptowährungen angesehen werden. Investitionen in Krypto-Assets sind mit Verlustrisiken verbunden.