Ripple-Anwalt: “Die SEC muss sich dem Schwert stellen”
Was wie ein gelöster juristischer Albtraum schien, nimmt doch eine unerwartete Wendung.

Was wie ein gelöster juristischer Albtraum schien, nimmt jedoch eine unerwartete Wendung. Nach mehr als vier Jahren Rechtsstreit hatten Ripple Labs und die amerikanische Börsenaufsicht SEC eine Einigung erzielt: Ripple sollte nur 50 Millionen Dollar zahlen von der ursprünglichen Strafe von 125 Millionen, und die SEC würde ihre Berufung gegen das Urteil von 2023 zurückziehen. Der Crypto-Markt atmete erleichtert auf, bis Richterin Analisa Torres dazwischenfunkte.
In einer Entscheidung, die wie eine Bombe in der Krypto-Community einschlug, wies Torres die vorgeschlagene Einigung zurück. Ihr Argument: Es seien keine außerordentlichen Gründe vorgetragen worden, um das frühere Urteil zu überprüfen, und außerdem sei das Verfahren nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden. Folge: Das juristische Tauziehen um XRP zieht sich weiter.
Deaton: “Die SEC muss sich dem Schwert stellen”
Ripple-Anwalt John Deaton ließ sich in einer jüngsten Live-Übertragung kein Blatt vor den Mund nehmen: Die SEC müsse öffentlich anerkennen, dass ihre früheren Anschuldigungen unbegründet waren. Seiner Meinung nach ist eine gangbare Lösung nur möglich, wenn der umstrukturierte Aufseher aktiv mit Ripple zusammenarbeitet, und verweist auf das kommende Kryptogesetz im US-Kongress.
Deaton behauptet, dass der Richter erst einem neuen Vorschlag zustimmen werde, wenn die SEC überzeugend nachweisen könne, dass der XRP-Verkauf durch Ripple keinen Schaden verursacht habe. Im Gegenteil: Das bestehende Verbot behindert Ripple in seinem Geschäftsbetrieb und blockiert institutionelle Partnerschaften. “Ich denke, die SEC muss sich dem Schwert stellen”, sagte Deaton.
Neue Gesichter, neuer Kurs?
Unter der Präsidentschaft von Donald Trump, der sich in seinem Wahlkampf auffällig pro-Krypto positioniert, hat die SEC einen Kurswechsel durchlaufen. Mit dem Abgang des ehemaligen Vorsitzenden Gary Gensler wurden mehrere Rechtsstreitigkeiten eingestellt, darunter jene gegen Consensys, Coinbase und Uniswap.
Für Ripple könnte das möglicherweise Licht am Ende des Tunnels bedeuten. Unter der Führung des neuen Vorsitzenden Paul Atkins wurde eine Crypto-Taskforce gegründet, mit dem Ziel, einen klaren, rationalen Regulierungskorridor für digitale Vermögenswerte zu erstellen. Anwalt Fred Rispoli Beitrag auf X ansehen rechnet damit, dass innerhalb von zwei bis drei Wochen ein erneuter Antrag eingebracht wird. Die Entscheidung der Richterin Torres wird dann Mitte Juni erwartet.
Markt bleibt gespannt: XRP rutscht unter Druck
Vorläufig trifft die Unsicherheit Investoren. Der XRP-Kurs fiel um fünf Prozent nach Ablehnung der Einigung und notiert zum Zeitpunkt dieses Beitrags bei rund 2,39 Dollar. Das ist ein Rückgang vom Höchststand von 2,62 Dollar Anfang dieser Woche, als die Hoffnungen auf einen Durchbruch noch vorherrschten.
Doch ist die Geschichte noch nicht geschrieben. Die strategischen Übernahmen von Ripple weltweit und das Verhalten der XRP-Wale bleiben bullish-signale für die nahende Zukunft. Bleib wachsam, denn in der Welt der Kryptowährungen ist selbst ein Rückschlag manchmal nur der Auftakt zu einer explosiven Rückkehr.