Ripple beantragt US-Banklizenz: Angriff auf Tether und Circle?
Ripple hat am Mittwoch eine nationale Banklizenz beim US-Office of the Comptroller of the Currency (OCC) beantragt, berichtet The Wall Street Journal.

Ripple hat am Mittwoch eine nationale Banklizenz beim US-Office of the Comptroller of the Currency (OCC) beantragt, berichtet das The Wall Street Journal. Die Maßnahme würde Ripple ermöglichen, seine Kryptodienstleistungen auf Bundesebene anzubieten – mit staatlicher Aufsicht. Eine strategische Entscheidung, die dem Unternehmen nicht nur Legitimation verschaffen soll, sondern auch direkt auf die Führungsrolle im Stablecoin-Markt abzielt.
CEO Brad Garlinghouse teilte auf X mit:
Als ob das nicht schon reicht, hat Ripple über die Tochter Standard Custody auch ein Masterkonto bei der Federal Reserve beantragt. Damit würde es direkten Zugang zum US-Zentralbanksystem erhalten – ohne Zwischenbank. Folge: Ripple könnte die Reserven für seinen eigenen RLUSD-Stablecoin direkt bei der Fed einlagern, was insbesondere institutionellen Investoren gefallen dürfte.
Und Ripple stillt nicht den Durst. Um RLUSD schneller zu verbreiten, geht das Unternehmen eine Kooperation mit dem Londoner Fintech OpenPayd ein. Zusammen wollen sie eine Infrastruktur für grenzüberschreitende Zahlungen aufrollen – schnell, günstig und natürlich mit Stablecoins.
Andererseits ist es noch kein Selbstläufer. Messari-Daten zeigen, dass Ripple mit RLUSD im Vergleich zu Marktführern wie Tether (USDT) und Circle (USDC) noch ordentlich Luft nach oben hat – sowohl beim Einsatz als auch beim Volumen. RLUSD macht zwar Fortschritte, doch der echte Test kommt erst noch.
Kurz gesagt: Ripple spielt hoch. Eine Banklizenz, Zugang zur Fed und eine eigene Stablecoin könnten, falls die Bausteine zusammenpassen, den Stablecoin-Markt neu anführen. Tether und Circle sollten hellhörig werden.