Ripple schließt sich x402 Foundation für KI-Zahlungen an
Die Linux Foundation stellt x402 unter formelle Aufsicht mit Ripple, Visa und Google. Das Protokoll konzentriert sich auf KI- und Machine-to-Machine-Zahlungen über Stablecoins.

Wichtigste Erkenntnisse
- Ripple ist der x402 Foundation beigetreten, die inzwischen 40 Mitglieder zählt und das x402-Protokoll offiziell steuert.
- x402 ist für Software- und KI-Zahlungen ohne menschliche Zwischeninstanz gedacht und nutzt den HTTP-Statuscode 402 für Onchain-Stablecoin-Zahlungen.
- Das Protokoll hat in 30 Tagen rund 75 Millionen Transaktionen verarbeitet, was einem Volumen von etwa 24 Millionen Dollar entspricht.
Ripple hat sich einer breiten Gruppe von Zahlungs- und Technologieunternehmen angeschlossen, die das x402-Protokoll nun unter formelle Aufsicht stellen. Die Linux Foundation teilte am Dienstag mit, dass die x402 Foundation inzwischen 40 Mitglieder umfasst und der Beitrag von Coinbase zum Protokoll abgeschlossen ist. Nach Angaben der Initiatoren richtet sich x402 an Software, die Zahlungen ohne menschliche Zwischeninstanz ausführen kann. Besonders relevant ist das für KI- und Machine-to-Machine-Transaktionen.
Große Namen im Vorstand
Zu den Premier Members zählen neben Ripple auch Visa, Mastercard, American Express, Stripe, Adyen, Fiserv, Shopify, Google, Amazon Web Services und Cloudflare. Hinzu kommen unter anderem Circle, MoonPay sowie die Solana- und Stellar-Foundation. Bemerkenswert ist das vor allem deshalb, weil x402 als offener Standard für Internetzahlungen aufgebaut wird, ohne dass Nutzer dafür zunächst ein Konto, eine Karte oder eine feste Beziehung zu einem Anbieter benötigen.
Das Protokoll nutzt den HTTP-Statuscode 402, Payment Required. Dieser ist seit Jahrzehnten Teil des Webstandards, wurde bislang aber kaum verwendet. In der Praxis läuft x402 so ab: Ein Server beantwortet eine Anfrage mit einem Preis und einer 402-Meldung, anschließend signiert der Client eine Stablecoin-Transaktion und sendet die Anfrage mit der Zahlung erneut. Die Abwicklung erfolgt innerhalb von Sekunden und basiert nach dem Aufbau des Protokolls auf Onchain-Zahlungen.
Warum KI-Unternehmen das beobachten
Das Interesse von KI-Unternehmen ist gut nachvollziehbar. Ein autonomer Agent kann kein Bankkonto eröffnen oder einen SaaS-Vertrag unterschreiben, wohl aber eine Transaktion signieren. Google hat x402 bereits in das eigene Agent Payments Protocol integriert, und Cloudflare bietet es in seinem Agent Toolkit an. Die Kombination aus direkter Abrechnung und niedrigen Kosten dürfte das vor allem für kleine Zahlungen zwischen Softwarediensten interessant machen.
Coinbase hatte bereits zuvor gezeigt, wie das in der Praxis aussehen kann, mit speziellen Konten für KI-Bots inklusive Unterstützung für x402-Machine-to-Machine-Zahlungen. Der Schritt hin zu einer formellen Aufsicht rund um das Protokoll ist deshalb vor allem für Akteure relevant, die Agentenzahlungen standardisieren wollen.
Volumen bleibt vorerst überschaubar
Die x402-Website meldet, dass das Protokoll in den vergangenen 30 Tagen rund 75 Millionen Transaktionen verarbeitet hat. Das entspricht einem Volumen von etwa 24 $ Millionen (21 € Millionen). Im Schnitt sind das rund 32 Cent pro Zahlung, was zeigt, dass das Modell vor allem für Micropayments geeignet ist, die über Kartennetzwerke nur schwer wirtschaftlich wären. Gleichzeitig bleibt dieses Monatsvolumen noch überschaubar im Vergleich zu dem, was die größten Mitglieder des Konsortiums täglich abwickeln.
Unabhängig davon zeigen Daten von DefiLlama, dass eine DEX-Volumenmetrik für x402 am 3. Dezember fast 970.000 $ (850.500 €) erreichte, bevor sie schrittweise auf etwa 16.000 $ (14.000 €) am 13. Juli zurückging. Über die vergangenen 30 Tage lag dieser Wert bei rund 572.000 $ (501.500 €). Für europäische Krypto-Interessierte ist vor allem relevant, dass x402 zeigt, wie Zahlungen, KI und Stablecoins immer stärker in einer technischen Schicht zusammenlaufen, während große Zahlungsnetzwerke und Krypto-Unternehmen dem gemeinsam eine Richtung geben.