Robinhood erhält Dubai-Lizenz, der Start verschiebt sich aber auf 2027
Die DFSA-Genehmigung öffnet die Tür zu Aktien, ETFs, Krypto und tokenisierten Assets im DIFC, doch der Rollout folgt erst 2027.

Wichtigste Erkenntnisse
- Robinhood hat von der DFSA eine Lizenz erhalten, um Privatanleger im Nahen Osten zu bedienen, doch die Produkte gehen erst 2027 live.
- Die Lizenz soll 10 genehmigte Anlageklassen abdecken, darunter Aktien, ETFs, Krypto und Investment Tokens.
- Robinhood betritt damit einen stark umkämpften Markt in Dubai, in dem unter anderem eToro, Interactive Brokers, Baraka, Kraken und Bybit bereits aktiv sind.
Robinhood hat von der Dubai Financial Services Authority (DFSA) eine Lizenz erhalten, um Privatanleger im Nahen Osten zu bedienen. Die Produkte gehen jedoch erst 2027 live. Auffällig ist außerdem, dass die Genehmigung bereits am 20. Juli erteilt wurde, also drei Monate vor der öffentlichen Ankündigung.
Was die Lizenz umfasst
Robinhood MENA Limited wird vom Dubai International Financial Centre aus operieren, besser bekannt als DIFC. Nach Angaben des Unternehmens deckt die Lizenz alle 10 von der DFSA genehmigten Anlageklassen ab, darunter Aktien, ETFs, Krypto und Investment Tokens, also tokenisierte Wertpapiere.
Die öffentliche Registrierung wirkt allerdings etwas eingeschränkter. Dort sind vor allem Genehmigungen für die Vermittlung von Transaktionen aufgeführt, einschließlich Futures und Optionen. Das deutet darauf hin, dass Handel und Verwahrung möglicherweise über andere Konzerngesellschaften laufen.
Vlad Tenev, Vorsitzender und CEO von Robinhood, sagte, das DIFC sei eines der wichtigsten Finanzzentren der Welt und die Expansion bringe das Unternehmen einem globalen Plattformangebot für hochwertige Finanz-Assets näher.
Dicht umkämpfter Markt in Dubai
Der Schritt passt in ein Jahr, in dem sich Dubai weiter als Finanzknotenpunkt positioniert hat. Das DIFC wurde im September von den 40th Global Financial Centres Index zum besten FinTech-Zentrum der Welt gekürt. Im Juli zählte das Zentrum mehr als 10.000 aktive registrierte Unternehmen, darunter 1.134 regulierte Finanzdienstleister.
Robinhood trifft damit auf einen Markt, in dem bereits viele Anbieter aktiv sind. Im DIFC gibt es laut DFSA-Daten bereits 72 Broker, gegenüber 49 im Jahr 2022. Unter anderem eToro, Interactive Brokers und die lokale App Baraka bedienen bereits Anleger in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Konkurrenz im Golf
Für Krypto-native Anbieter geht es noch schneller. Standard Chartered hat zuvor bereits mit dem Spot-Krypto-Handel in Dubai begonnen, was zeigt, wie schnell auch traditionelle Banken in denselben Markt vordringen. Kraken erhielt am 12. Oktober die vollständige Genehmigung der Dubai Virtual Assets Regulatory Authority, mit einem Start, der innerhalb weniger Wochen erwartet wird. Dieser Schritt umfasst auch xStocks, tokenisierte Aktien. Bybit ergänzte am Donnerstag eine VARA-Lizenz für den Spot-Handel.
Robinhood hat noch nicht gesagt, welche Länder genau bedient werden sollen. Für europäische und nahöstliche Krypto-Beobachter zeigt das vor allem, wie schnell Dubai zu einem Markt wird, in dem traditionelle Broker, Krypto-Exchanges und Tokenisierungs-Anbieter immer häufiger aufeinandertreffen.