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RWA-Markt wächst weiter, bleibt on-chain aber weitgehend still

Laut einer neuen Studie liegt der RWA-Markt über 60 Milliarden Dollar, doch der Handel bleibt stark konzentriert und oft inaktiv. In Europa spielt eine MiCA-ähnliche Regulierung bei Liquidität und Nutzung eine Rolle.

RWA-Markt wächst weiter, bleibt on-chain aber weitgehend still

Wichtigste Erkenntnisse

  • Der Markt für tokenisierte Real-World Assets liegt inzwischen über 60 Milliarden Dollar, bleibt aber stark konzentriert und nur eingeschränkt handelbar.
  • Von 1.289 tokenisierten Assets mit einem Wert von mehr als 100.000 Dollar hatten 910 keine wöchentlichen Transfers. Zusammen kamen sie auf 32,9 Milliarden Dollar.
  • EU-regulierte Produkte stehen für 3,3 Milliarden Dollar beziehungsweise 6 % des Kernmarkts. Das unterstreicht die Bedeutung regionaler Regeln.

Der Markt für tokenisierte Real-World Assets hat inzwischen die Marke von 60 Milliarden Dollar (52,6 Milliarden Euro) überschritten. Laut einer neuen Studie ist der Großteil dieses Volumens jedoch stark konzentriert, nur begrenzt handelbar oder auf chain kaum aktiv. BeInCrypto Intelligence beschreibt damit einen Bereich, der zwar schnell wächst, aber noch nicht in allen Teilen wie ein ausgereifter Markt funktioniert.

Konzentration bleibt extrem

Der Bericht Real State of Tokenization in 2026, der auf Marktdaten von RWA.xyz basiert, erfasst mehr als 7.000 Produkte in 12 Anlageklassen. Demnach entfallen 88 % des Marktwerts auf nur 62 Assets, während fünf Produkte zusammen bereits rund die Hälfte des Gesamtwerts ausmachen.

Auch bei der Aktivität zeigt sich ein deutliches Ungleichgewicht. Von 1.289 tokenisierten Assets mit einem Wert von mehr als 100.000 Dollar (87.700 Euro) verzeichneten 910, die zusammen 32,9 Milliarden Dollar (28,8 Milliarden Euro) wert sind, keine wöchentlichen Transfers. Der Bericht macht damit deutlich, dass ein großer Teil des Markts zwar on-chain existiert, sich aber kaum bewegt.

Institutionelle Reibung spielt mit rein

Nach Einschätzung der von BeInCrypto befragten Experten hängt ein Teil des Problems damit zusammen, wie Institutionen mit unterschiedlichen Blockchains und regulatorischen Vorgaben umgehen müssen. Archax-CEO Graham Rodford argumentiert, große Vermögensverwalter sollten sich nicht zwischen Netzwerken entscheiden müssen, und spricht sich für eine regulierte Ebene für Issuance, Trading, Custody und Settlement aus.

Das fügt sich in einen breiteren Trend ein: Institutionelle Akteure testen tokenisierte Wertpapiere zunehmend innerhalb bestehender Marktinfrastrukturen, während Aufseher in verschiedenen Regionen nach praktikablen Rahmenbedingungen suchen. Der Live-Test der DTCC mit tokenisierten Wertpapieren zeigt, welche Rolle die traditionelle Settlement-Infrastruktur dabei spielen kann. Gleichzeitig bleibt der Markt stark konzentriert, wobei tokenisierte US-Treasuries einen großen Teil des Gesamtwerts ausmachen. Das unterstreicht die Abhängigkeit von wenigen Produktkategorien.

Bedeutung für Europa

Für europäische Kryptonutzer ist vor allem relevant, dass der Bericht nur 3,3 Milliarden Dollar (2,9 Milliarden Euro) an EU-regulierten Produkten ausweist, also 6 % des Kernmarkts. Das spricht dafür, dass regionale Regeln und Marktstrukturen weiterhin maßgeblich beeinflussen, wo sich Liquidität und Nutzung entwickeln.

Sygnum warnt in diesem Zusammenhang vor getrennten regionalen Liquiditätspools, falls Jurisdiktionen weiter unterschiedliche Standards anwenden. Für die Tokenisierung bedeutet das nicht nur, mehr Produkte on-chain zu bringen, sondern vor allem sicherzustellen, dass sie innerhalb lokaler Compliance-Anforderungen und bestehender Finanz-Workflows nutzbar bleiben.


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