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Saylor hält Strategy-Modell trotz Bitcoin-Dividenden für tragfähig

Saylor verweist auf Strategy mit 843.775 BTC im Bestand und sagt, dass ein jährlicher Bitcoin-Anstieg von 3,3 % ausreichen dürfte, um die Preferred Dividends zu decken.

Saylor hält Strategy-Modell trotz Bitcoin-Dividenden für tragfähig

Wichtigste Erkenntnisse

  • Michael Saylor sagt, dass Bitcoin im Durchschnitt nur um 3,3 % pro Jahr zulegen muss, damit Strategy die Preferred Dividends weiterhin aus Kapitalgewinnen bezahlen kann.
  • Strategy meldete 843.775 BTC im Bestand, während die Preferred Dividends jährliche Verpflichtungen von rund 1,76 $ Milliarden verursachen.
  • Kritiker verweisen vor allem auf Bilanzrisiken, möglichen Verkaufsdruck und die hohe Volatilität der Bitcoin-Position.

Michael Saylor hat die Logik hinter Strategy’s Bitcoin-Strategie erneut verteidigt. Nach Angaben des Executive Chairman reicht es aus, wenn Bitcoin im Schnitt um 3,3 % pro Jahr steigt, damit die Preferred Dividends des Unternehmens weiterhin aus Kapitalgewinnen finanziert werden können. Damit rückt eine der meistdiskutierten, aber auch am stärksten kritisierten Kennzahlen des Krypto-Unternehmens wieder in den Mittelpunkt.

Die Rechnung hinter BTC Breakeven ARR

Saylor verwies am Dienstag, 7. Juli, auf die sogenannte BTC Breakeven ARR. Diese Kennzahl setzt die jährlichen Verpflichtungen für Preferred Dividends, die laut den Unternehmensdaten derzeit bei rund 1,76 $ Milliarden (1,5 € Milliarden) liegen, ins Verhältnis zum Wert der Bitcoin-Reserve. Saylor bezeichnete sie als eine der „am meisten missverstandenen“ Kennzahlen rund um Strategy, das frühere MicroStrategy.

Im jüngsten Update meldete das Unternehmen 843.775 BTC im Bestand. Bei einem Bitcoin-Kurs von rund 63.603 $ (55.600 €) entspricht das einem Gegenwert von etwa 53,8 $ Milliarden (47,1 € Milliarden). Im Mai waren noch 818.334 BTC ausgewiesen, sodass Strategy seitdem mehr als 25.000 Coins hinzugefügt hat. Das Wachstum dieser Reserve bleibt damit ein zentraler Baustein des Finanzierungsmodells.

Warum Anleger kritisch bleiben

Die Struktur basiert auf Preferred Stock, darunter die STRC-Serie mit einer jährlichen Dividendenrendite von 11,5 %. Diese Ausschüttungen werden in Cash geleistet, wodurch feste Verpflichtungen entstehen, die sich nicht automatisch mit dem Bitcoin-Kurs verändern. Genau das macht die Bilanz anfällig, wenn der Kryptomarkt unter Druck gerät.

Strategy gibt an, dass die Kombination aus Bitcoin-Reserve und einem Cashbuffer von 2,55 $ Milliarden (2,2 € Milliarden) bei null Wachstum Zahlungen für etwa 31 Jahre abdecken könnte. Der Puffer allein reiche nach Unternehmensangaben für rund 17 Monate. Zugleich zeigt die Historie, wie schwankungsanfällig der Ansatz ist: Die Bitcoin-Position brachte im Q3 2025 einen nicht realisierten Gewinn von 3,9 $ Milliarden (3,4 € Milliarden), im Q4 2025 aber einen Verlust von 17,4 $ Milliarden (15,2 € Milliarden).

Die Bedenken drehen sich nicht nur um die Berechnung, sondern auch um möglichen Verkaufsdruck. JPMorgan warnte kürzlich, dass Strategy’s Bitcoin-Verkaufsstrategie bis zu 1,25 $ Milliarden (1,1 € Milliarden) an Verkaufsdruck auslösen könnte. On-Chain-Daten deuteten außerdem auf einen Verkauf von 491 BTC am 1. Juli hin, der sich später als deutlich größer herausstellte als zunächst angenommen. In einem separaten Beitrag wurde dieser Verkauf zudem mit der Finanzierung von Dividendenverpflichtungen und der Dollarreserve des Unternehmens verknüpft, nachdem Strategy 3.588 Bitcoin verkauft hatte.

Was das für den Markt bedeutet

Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem deshalb relevant, weil Strategy weiterhin zu den größten und sichtbarsten Bitcoin-Käufern weltweit zählt. Wenn ein börsennotiertes Unternehmen seine Bitcoin-Position teilweise zur Deckung fester Dividendenverpflichtungen nutzt, zeigt das, dass institutionelle Akteure BTC nicht nur als Reserve, sondern auch als Finanzierungsquelle betrachten. Damit rücken Liquidität, Verkaufsdruck und Bilanzrisiken stärker in den Fokus als nur bei einem einzelnen Unternehmen.

Saylor betont derweil weiter, dass bereits ein vergleichsweise moderater jährlicher Anstieg ausreichen könnte, um das Modell aufrechtzuerhalten. Ob das in der Praxis aufgeht, dürfte letztlich von der Entwicklung von Bitcoin selbst abhängen und davon, wie viel der Verpflichtungen am Ende aus Kapitalgewinnen und wie viel aus tatsächlichen BTC-Verkäufen gedeckt wird.


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