SEC überarbeitet ETF-Regeln und rückt Krypto-Fonds stärker in den Fokus
Die SEC bittet um 60 Tage für Kommentare zum automatischen Genehmigungsweg für neue ETFs. Im Fokus stehen dabei vor allem Krypto- und andere nicht-traditionelle Fonds.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die SEC prüft die Regeln für neue ETFs und startet dafür eine 60-tägige Konsultation zum automatischen Genehmigungsweg.
- Die Behörde will auch klären, ob Fonds ohne traditionelle Assets noch unter die Definition einer Investment Company fallen.
- Für Krypto-ETFs ist die Überarbeitung besonders relevant, nachdem Spot Bitcoin ETFs 2024 genehmigt wurden und In-kind-Transaktionen 2025 erlaubt wurden.
Die amerikanische Securities and Exchange Commission richtet ihren Blick auf neue exchange-traded funds und damit auch auf Krypto-ETFs. Im Rahmen einer 60-tägigen Konsultation bittet die Aufsichtsbehörde den Markt um Rückmeldungen zum automatischen Genehmigungsweg für solche Produkte. Gleichzeitig geht es grundsätzlich darum, welche Anlageinstrumente überhaupt unter das ETF-Regime fallen können.
Neue Fragen für ETFs
Nach Angaben der SEC zielt die Überarbeitung nicht nur auf Krypto ab. Die Behörde will auch besser verstehen, wie neue ETFs schneller und transparenter an den Markt kommen können, ohne den Anlegerschutz zu schwächen. SEC-Vorsitzender Paul Atkins betonte, dass Innovation bei ETFs einen konsistenten, transparenten und effizienten regulatorischen Rahmen voraussetzt.
Das derzeitige Verfahren erlaubt Fonds, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, ohne individuellen Befreiungsantrag gelistet zu werden. Dieses Modell hat das Wachstum des ETF-Markts deutlich beschleunigt: von $4 Billionen (€3,5 Billionen) im Jahr 2019 auf $12 Billionen (€10,5 Billionen) im Jahr 2025. Nun will die Kommission unter anderem wissen, ob ein Anbieter, der nicht in traditionelle Assets investiert, überhaupt noch in die Definition einer Investment Company passt.
Warum Krypto davon betroffen ist
Für den Kryptosektor ist die Überarbeitung besonders relevant, weil die SEC ausdrücklich fragt, wie novel ETFs behandelt werden sollen, wenn die zugrunde liegenden Assets keine Wertpapiere im Sinne des Investment Company Act sind. TD-Cowen-Analyst Jaret Seiberg verwies darauf, dass ein breiter gefasster ETF-Markt auch Fonds umfassen könnte, die auf Event Contracts, Krypto-Assets und Single-Stock-Strategien basieren.
Für den Kryptomarkt sendet das ein wichtiges Signal. In den vergangenen Jahren hat die SEC schrittweise mehr Spielraum für kryptobezogene Produkte geschaffen. Im Januar 2024 genehmigte die Behörde nach jahrelangen Ablehnungen die ersten Spot Bitcoin ETFs. Im Juli 2025 folgten In-kind Creations und Redemptions für Krypto-ETFs, wodurch sich diese Produkte traditionellen Commodity ETFs weiter annäherten. Die jüngsten Abflüsse aus Spot-Fonds zeigen zugleich, wie sensibel dieser Markt weiter auf Kursbewegungen und regulatorische Änderungen reagiert, wie auch der Druck auf BlackRocks IBIT nach dem letzten Bitcoin-Rückgang verdeutlicht hat.
Breitere Linie unter Atkins
Die Konsultation fügt sich in die breitere Linie von Atkins ein, der neue Technologien und vor allem Krypto stärker auf die Agenda gesetzt hat. Parallel dazu arbeitet die SEC an umfassenderen Leitlinien zur Tokenization von Securities, während die ETF-Regeln möglicherweise neu gefasst werden.
Außerdem bittet die Kommission um Rückmeldungen dazu, wann ETFs wirksam werden und welche Informationen in diesem Prozess offengelegt werden sollten. Damit richtet die Aufsichtsbehörde den Blick nicht nur auf Krypto-Fonds, sondern auf die gesamte Infrastruktur, über die neue ETFs in den USA an den Markt kommen.