Verkaufen Staker ihr Ether nach dem Shanghai-Update?
Heute Abend geht das Ethereum Shanghai-Upgrade live.

Heute Abend geht das Ethereum Shanghai-Upgrade live. Frühe Investorinnen und Investoren werden erstmals Zugriff auf ihr Ether haben, das seit Dezember 2020 gesperrt ist. Das Upgrade, bekannt als Shanghai oder Shappella, ermöglicht es Stakers, etwa 18,2 Millionen gestakte Ether aus dem Ethereum-Staking-Vertrag abzuziehen. Viele in der Krypto-Branche fürchten einen hohen Verkaufsdruck aufgrund der freigesetzten Ether. Betrachtet man jedoch die On-Chain-Daten und die Staking-Abhebungsregeln, die im Shanghai-Code festgelegt sind, scheint alles im Rahmen zu bleiben.
Wie viel Verkaufsdruck bei Ethereum können wir erwarten?
Nach dem Shanghai-Update kann Ether erstmals vom Staking gelöst werden. Staker haben seit 2020 eine gewisse Menge Ethereum gestakt, um das Netzwerk zu validieren. Natürlich erhielten die Staker dafür eine Vergütung. Mit der Shanghai-Update wird zwischen ETH aus Staking-Belohnungen und ETH unterschieden, das jeder der 566.000 Validatoren einzahlen musste, um einen Validator zu betreiben. Die erste Variante kann schnell freigegeben werden, die zweite nur schrittweise.
Laut Schätzungen des Crypto-Analyseunternehmens Delphidigital.io könnte der maximale Verkaufsdruck aus diesen Quellen in den ersten Tagen nach Shanghai etwa 288.000 Ether betragen, was dem aktuellen ETH-Wechselkurs entspricht und ca. 550 Millionen US-Dollar pro Tag entspricht. Es scheint jedoch unwahrscheinlich, dass alle Staker direkt nach Shanghai ihre Belohnungen verkaufen.
Wichtiger für die langfristige Entwicklung von Ethereum ist jedoch, wie sich die Ethereum-Validatoren nach dem Update verhalten werden. Grundsätzlich gibt es zwei Szenarien, die eine entscheidende Rolle für den Verkaufsdruck nach Shanghai spielen: Anleger setzen mehr Ether ein, was optimistisch stimmt. Bei Bearish-Sentiment cashen Validatoren jedoch ihr Ether aus.
Du fragst dich sicher: Warum sollten Investoren mehr einsetzen, wenn Belohnungen freigesetzt werden? Im Gegensatz zu den letzten drei Jahren reduziert das erfolgreiche Shanghai-Upgrade das Invesitionsrisiko. Denn die gestakten Ethers (infolge des Upgrades) sind nicht mehr auf unbestimmte Zeit blockiert. Menschen können die Belohnungen also abziehen, wann sie wollen. Aus Sicht vieler Anleger könnte ETH dadurch zu einer attraktivieren Investition werden.
Was sagen die On-Chain-Daten?
Ein Blick auf die On-Chain-Daten von Metrika.co zeigt, dass derzeit nur 43 Prozent aller ETH-Validatoren berechtigt sind, ihr gestacktes Ether direkt nach Shanghai zu verkaufen.
Außerdem hat laut Glassnode derzeit nur 0,9 Prozent aller Ethereum-Validatoren entschieden, all ihre Ethereum unverzüglich nach Shanghai zu verkaufen. Was die Ethereum-Kursentwicklung tatsächlich machen wird? Wir werden es heute Abend und morgen sehen.