Senat lässt Clarity Act scheitern, Stablecoin-Belohnungen bleiben
Der US-Senat blockierte einen Versuch, Stablecoin-Belohnungen einzuschränken, während der GENIUS Act und die Rolle von Circle und Coinbase die Debatte über Zinsen auf USDC offenhalten.

Wichtigste Erkenntnisse
- Der US-Senat brachte die Clarity Act am 15. September 2026 nicht weiter, wodurch Beschränkungen für Stablecoin-Belohnungen vorerst ausbleiben.
- Der GENIUS Act verbietet ab dem 18. Januar 2027 Zinsen oder Yield von Emittenten auf Payment-Stablecoins, sofern die Aufsichtsbehörden nicht früher endgültige Regeln festlegen.
- Circle und Coinbase verdienen an USDC-Reserven, während der Markt gemischt auf das Scheitern des Gesetzes reagierte.
Der US-Senat hat die Clarity Act am 15. September 2026 nicht weitergebracht. Damit blieb ein Versuch, Belohnungen auf Stablecoins einzuschränken, vorerst stecken, während die Debatte über Zinsen auf dollar-gekoppelte Token offen bleibt. Für Nutzer von USDC bei Coinbase und dem Emittenten Circle ändert sich zunächst nichts, doch der breitere Konflikt mit Banken und Aufsichtsbehörden ist damit nicht beendet.
Was das Gesetz regeln sollte
Die Clarity Act sollte zwischen Zinsen unterscheiden, die ein Emittent selbst zahlt, und Belohnungen, die aus Handel oder anderen Aktivitäten entstehen. Genau dieser Unterschied war für Kryptoplattformen wichtig, weil Stablecoin-Belohnungen in der Praxis oft wie Zinsen auf einem Sparkonto wirken. Banken sahen darin ein Risiko, weil solche Produkte Einlagen aus normalen Girokonten abziehen könnten.
Diese Spannung bestand schon länger. Der GENIUS Act, der im Juli 2025 unterzeichnet wurde, verbietet Emittenten von Payment-Stablecoins, Inhabern selbst Zinsen oder Yield zu zahlen. Das Gesetz soll am 18. Januar 2027 in Kraft treten, oder 120 Tage nach endgültigen Regeln der föderalen Aufsichtsbehörden. Die gescheiterte Abstimmung über die Clarity Act ändert daran vorerst nichts.
Circle und Coinbase spüren den Druck
Bei der Debatte geht es nicht nur um Gesetzestexte, sondern auch um Geldströme. Laut 247 Wall St. stammen die Belohnungen aus den Reserven hinter USDC, die unter anderem in US-Treasury-Bills und Repurchase Agreements angelegt werden. Im zweiten Quartal 2026 meldete Circle eine durchschnittliche USDC-Umlaufmenge von 76,5 Milliarden Dollar und 668 Millionen Dollar an Reserveerträgen. Coinbase verdiente im selben Zeitraum 292 Millionen Dollar mit Stablecoins, rund ein Viertel des Gesamtumsatzes.
Auch das Zinsumfeld spielt eine Rolle. Die Federal Reserve setzte am 16. September die Obergrenze ihres Zinssatzes auf 4,00 Prozent, während kurzfristige Treasury Bills den zitierten Angaben zufolge zwischen 3,87 und 4,08 Prozent einbrachten. Circle erhält diese Erträge als Reserveeinnahmen und gibt einen Teil an Coinbase weiter, das wiederum einen Teil an Nutzer auszahlt.
Warum das relevant bleibt
Für europäische Krypto-Beobachter ist das vor allem relevant, weil die US-Regeln zu Stablecoins oft als Orientierung für den Rest des Marktes dienen. Wenn Belohnungen auf Stablecoins in den USA weiter eingeschränkt werden, könnte das beeinflussen, wie große Plattformen ihre Produkte gestalten und wie Aufsichtsbehörden in anderen Märkten auf ähnliche Konstruktionen blicken. Die Abstimmung zeigt auch, dass der politische Streit zwischen Banken und Kryptoplattformen noch lange nicht entschieden ist.
Der Markt reagierte derweil gemischt. In der Woche vom 17. September fiel Circle um 5,79 Prozent, während Coinbase um 0,98 Prozent stieg. Am 16. September, dem Tag der Fed-Entscheidung, legten beide Aktien im Sitzungsverlauf zwar um mehr als 5 Prozent zu, von einer klaren Erleichterungsrally nach dem Scheitern des Gesetzes war jedoch keine Rede.
Die gescheiterte Abstimmung fügt sich in eine breitere US-Debatte über Stablecoin-Belohnungen ein. Banken hatten zuvor bereits gewarnt, dass solche Anreize Einlagen abziehen könnten, während Krypto-Unternehmen argumentieren, dass die Regeln für Belohnungen noch nicht endgültig feststehen.