Sheriffs-Vereinigung lenkt beim US-Clarity Act ein
Die US-Polizeiführung lässt ihre Einwände gegen den Clarity Act fallen, während der Senat noch über Aufsicht, DeFi und Anti-Geldwäsche-Regeln entscheiden muss.

Wichtigste Erkenntnisse
- Die National Sheriffs' Association gibt ihren Widerstand gegen die Digital Asset Market Clarity Act auf und nimmt nun eine neutrale Haltung ein.
- Die Vereinigung bezeichnet das Gesetz als zu komplex und weist darauf hin, dass wichtige Details noch offen sind, während der Senat im September abstimmen will.
- Der Kurswechsel folgt auf Sorgen über Anti-Geldwäsche-Regeln, Mixer, DeFi und mögliche Risiken durch Geldwäsche und Sanktionsumgehung.
Die National Sheriffs' Association hat ihren Widerstand gegen die Digital Asset Market Clarity Act aufgegeben und nimmt nun eine neutrale Haltung ein. Die Polizeiführung sagt, das Gesetz sei zu komplex und viele wichtige Details seien noch offen, während sich der Senat auf eine Abstimmung im September vorbereitet.
Neue neutrale Haltung
NSA-Präsident Sheriff Troy Wellman und Direktor Justin Smith schrieben an Senatsführer John Thune und Minderheitsführer Chuck Schumer, dass es ihrer Ansicht nach besser sei, den Gesetzgebungsprozess seine Arbeit machen zu lassen. Damit zieht die Vereinigung eine frühere Warnung zurück, die vor allem auf die möglichen Folgen für Anti-Geldwäsche-Regeln abzielte.
Im Mai hatte die NSA noch gesagt, dass Abschnitt 604 des Gesetzes Mixern, Tumblern und DeFi-Plattformen eine breite Ausnahme von Anti-Geldwäsche-Regeln gewähren würde. In diesem Schreiben warnte die Vereinigung außerdem davor, dass neue Software, Algorithmen und agentische KI genutzt werden könnten, um digitale Assets ohne Nachverfolgung oder Rechenschaft zu bewegen, mit Risiken für Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Sanktionsumgehung.
Politischer Druck rund um das Gesetz
Der Kurswechsel nimmt einer der lautesten kritischen Stimmen in der Gesetzgebungsdebatte Gewicht. Laut dem ursprünglichen Text gab es nach dem Schreiben im Mai auch Gespräche mit der US-Regierung, um Einwände rund um illegale Finanzierung weiter zu erörtern. Andere Polizeibehörden, darunter die Major County Sheriffs of America, gingen nach zusätzlichen Gesprächen ebenfalls zu einer neutralen Position über.
Die Clarity Act hat seit Monaten einen schwierigen Weg. Der Senat verschob die Abstimmung ohne direkte Schlussabstimmung auf September, und es sind weiterhin Punkte offen, darunter eine wichtige ethische Bestimmung, auf die Demokraten drängen. Das Repräsentantenhaus will seine letzten Abstimmungen abhalten, sobald der Senat zurück ist, weshalb es stark danach aussieht, dass das Gesetz nicht mehr vor den Wahlen im November verabschiedet wird.
Warum das für Krypto wichtig ist
Für Krypto-Unternehmen und Anleger ist vor allem relevant, dass sich die Debatte nun weniger um ein einfaches Ja oder Nein dreht und mehr um die genaue Ausgestaltung der Aufsicht. Das Gesetz soll klarstellen, wie die Zuständigkeiten zwischen der CFTC und der SEC verteilt werden, und genau das macht das Ergebnis für den breiteren Kryptomarkt in den USA wichtig. Gleichzeitig zeigt die Kehrtwende der Sheriffs, dass Sorgen über Geldwäsche und Durchsetzung weiterhin eine große Rolle in der Debatte über DeFi und digitale Assets spielen.