Südkorea macht Schritt in Richtung tokenisierter Aktien und Anleihen
FSC und FSS wollen zunächst die Tokenisierung von Fonds und Anleihen testen, später mit Abwicklung über Stablecoins. Der Plan fügt sich in breitere asiatische Schritte rund um digitale Kapitalmärkte ein.

Wichtigste Erkenntnisse
- Südkorea will ab Februar 2027 traditionelle Wertpapiere tokenisieren und mit Stablecoins abrechnen.
- Die Aufsichtsbehörden folgen einer Roadmap in drei Phasen, beginnend mit Fonds, Anleihen und fraktionierten Wertpapieren.
- Der Plan passt in einen größeren regionalen Trend, in dem asiatische Märkte Blockchain und Stablecoins schneller integrieren.
Südkorea will ab Februar 2027 eine Infrastruktur aufbauen, mit der traditionelle Wertpapiere wie Aktien, Anleihen und Fonds tokenisiert und mit Stablecoins abgerechnet werden können. Die Finanzaufsichtsbehörden des Landes gehen damit einen weiteren Schritt in der Digitalisierung des Kapitalmarkts, der über den bisherigen Fokus auf fraktionierte Anlageprodukte hinausgeht.
Drei Phasen bis 2027
Die Financial Services Commission (FSC) und der Financial Supervisory Service (FSS) skizzierten am Freitag eine Roadmap in drei Schritten. In der ersten Phase, die im Februar 2027 beginnen soll, geht es unter anderem um Money Market Funds, Anleihen für institutionelle Anleger, nicht börsennotierte Aktien über Trust-Strukturen und öffentlich angebotene fraktionierte Wertpapiere.
Danach soll die Tokenisierung für alle öffentlich angebotenen Wertpapiere geöffnet werden. In der dritten Phase kommt eine Onchain-Zahlungsinfrastruktur hinzu, die an Stablecoins gekoppelt ist. Für diese späteren Schritte hängt der Zeitplan vom Ausgang der ersten Phase, von der technischen Adoption durch Marktteilnehmer und von noch zu verabschiedender Stablecoin-Gesetzgebung ab.
Markt mit großer Reichweite
Laut der FSC will die Regierung die Ausgabe und den Umlauf traditionellerer Wertpapiere digital ermöglichen, mit dem Ziel, die Infrastruktur des Kapitalmarkts zu modernisieren. Die Aufsicht verweist dabei auf einen Markt, der bereits groß und aktiv ist: Südkorea zählt 11,3 Millionen verifizierte Krypto-Nutzer und hat einen Aktienmarkt, an dem der tägliche Handel oft mit dem an Krypto-Exchanges vergleichbar ist.
Auch in der Region bewegt sich der Markt schnell. Japan kündigte vergangene Woche Pläne für ein nationales Blockchain-Abwicklungssystem für Aktien und Staatsanleihen an, während Singapur diese Woche seinen Stablecoin-Lizenzrahmen abschloss. Ein OECD-Bericht stellte zudem fest, dass Asien im Jahr 2025 für 30% des weltweiten Stablecoin-Handels stand.
Bedeutung für Europa
Für europäische Krypto- und Marktbeobachter zeigt das, wie schnell Stablecoins und Blockchain bei der Abwicklung traditioneller Finanzprodukte eine Rolle spielen. Der Plan Südkoreas könnte für Akteure relevant sein, die verfolgen, wie Aufsichtsbehörden Tokenisierung Schritt für Schritt in bestehende Marktstrukturen einbauen wollen. Die Kombination aus Wertpapieren, Stablecoins und bestehenden Lizenzen macht das vor allem für alle interessant, die auf die praktische Seite digitaler Kapitalmärkte schauen. Auch anderswo arbeiten Aufsichtsbehörden an ähnlicher Infrastruktur: In den USA will die SEC etwa Transfer-Agent-Regeln für Blockchain modernisieren, damit die Wertpapierverwaltung besser zu Tokenisierung und digitalen Registern passt.