Standard Chartered sieht Morpho bis 2030 bei 60 US-Dollar
Standard Chartered zählt Morpho zu den wichtigsten DeFi-Lending-Protokollen und hält es für möglich, dass institutionelle Zuflüsse über die Vaults das Projekt bis 2030 weiter stützen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Standard Chartered hat Morpho ins Coverage aufgenommen und setzt ein Kursziel von $60 zum Ende von 2030 an.
- Die Bank sieht einen schrittweisen Anstieg von $3,50 im Jahr 2026 auf $40 im Jahr 2029.
- Laut Standard Chartered hebt sich Morpho innerhalb von DeFi durch die Vaults ab, mit Spielraum für mehr institutionelle Zuflüsse.
Standard Chartered hat Morpho erstmals ins Coverage aufgenommen und nennt für Ende 2030 ein Kursziel von $60 (€53). Vom aktuellen Kurs aus entspräche das einem Aufwärtspotenzial von fast 30x und unterstreicht, dass die Bank DeFi als langfristig relevantes Thema einstuft.
Zum Zeitpunkt des Berichts lag Morpho bei rund $2,05 (€1,80) und damit mehr als 10 Prozent im Tagesplus. Im Markt wird der Token derzeit bei etwa $2,08 (€1,83) gehandelt, während Bitcoin und Ethereum bei rund $58.452 (€51.300) beziehungsweise $1.567,81 (€1.380) notieren.
Bank sieht Wachstumspfad
Nach Einschätzung von Analyst Geoff Kendrick von Standard Chartered könnte sich Morpho in mehreren Stufen entwickeln: auf $3,50 (€3,07) im Jahr 2026, $11 (€9,65) im Jahr 2027, $22 (€19) im Jahr 2028, $40 (€35) im Jahr 2029 und schließlich $60 (€53) im Jahr 2030. Damit rechnet die Bank mit einem klaren Aufwärtstrend, der Morpho dieser Prognose zufolge im Zeitverlauf sogar stärker laufen lassen könnte als Bitcoin und Ethereum.
Bemerkenswert ist auch der Vergleich mit früheren Einschätzungen der Bank. Erst im vergangenen Monat hatte Standard Chartered das eigene Ethereum-Ziel nach unten angepasst, wenige Wochen zuvor aber bereits für Aave ein deutliches 50x-Szenario formuliert. Das zeigt, dass die Bank DeFi-Protokolle im Kryptomarkt weiterhin sehr genau als Anlage- und Wachstumsthema beobachtet.
Warum Morpho auffällt
Morpho ist nach Aave das zweitgrößte DeFi-Lending-Protokoll. Gemeinsam vereinen beide Protokolle 57 Prozent der Einlagen und 63 Prozent der aktiven Kredite innerhalb der Lending-Protokolle auf sich. Das verdeutlicht, wie konzentriert der Wettbewerb in diesem DeFi-Segment inzwischen ist.
Standard Chartered unterteilt Morpho in zwei Bausteine: Morpho Markets, das funktional an Aave erinnert, und Morpho Vaults, das die Bank als Infrastruktur für On-Chain-Asset-Manager oder Curators beschreibt. Gerade diese Vaults gelten für die Analysten als der entscheidende Unterschied, weil sie größere TradFi-Fonds auf die Blockchain ziehen könnten.
Die Bank geht davon aus, dass DeFi-Assets bis 2030 um das 37-Fache wachsen. Morpho dürfte nach dieser Logik von diesen Zuflüssen profitieren, auch wenn Standard Chartered zugleich darauf hinweist, dass sich Wachstum in Wellen vollziehen kann und stark davon abhängt, wie schnell institutionelle Marktteilnehmer einsteigen.
Relevant für europäische Leser
Für europäische Krypto-Anleger ist vor allem interessant, dass eine große Traditionsbank DeFi nicht mehr nur als Nische behandelt, sondern als Bereich mit institutioneller Infrastruktur. Morpho verwaltet inzwischen rund $9,8 Milliarden (€8,6 Milliarden) an Einlagen, und Anbieter wie Fireblocks, Anchorage und Taurus haben die Vaults bereits in ihre Systeme integriert. Damit rückt die Frage, wie schnell Kapital und Custody-Lösungen in Richtung On-Chain-Lending fließen, noch stärker in den Fokus des breiteren Kryptomarkts.
Auch bei Aave hatte Standard Chartered bereits zuvor ein auffallend bullishes Szenario skizziert. Das spricht dafür, dass die Bank DeFi-Lending insgesamt als relevantes Wachstumsthema einordnet.