Stellar Lumens-Update: Was steckt hinter dem explosiven Anstieg von XLM?
Stellar Lumens ist in der vergangenen Woche um 94% gestiegen.

Stellar Lumens ist in der vergangenen Woche um 94% gestiegen. Ein Sturm in Richtung der Top Ten von CoinMarketCap. Für fast jeden kam dieser Anstieg überraschend. Momentan liegt das Projekt bei einer Marktkapitalisierung von über 13 Milliarden Dollar und rangiert damit auf Platz 14 der wertvollsten Kryptowährungen. Eine einmalige Bewegung oder der Beginn einer Rallye?
Stellar Lumens gehört zu den ältesten Projekten der Branche, gegründet im Jahr 2014. Und es vereint viele Partner in einem Projekt: IBM, die Vereinten Nationen und auch Sam Altman, der Gründer von OpenAI. Mit weltweiten Zahlungen, niedrigen Kosten, vollständiger Transparenz und hoher Geschwindigkeit will Stellar seine Vision verwirklichen — und das sogar auf eine Art, die teils dezentralisiert wirkt. Ein Blick auf die Vision hinter dem Netzwerk, seine Geschichte, die Leistung und seine Zukunftsperspektiven.
Die Herkunft von Stellar Lumens: Ein alternativer Weg für Jed McCaleb
Stellar Lumens wurde vor zehn Jahren gegründet und wird oft als die "kleine Schwester von Ripple" bezeichnet, aufgrund der ähnlichen Technologie und Ziele. Beide Projekte teilen sogar einen Gründer: Jed McCaleb. Er war Mitgründer von Ripple, verließ das Projekt aber, weil er fand, dass Ripple sich zu sehr auf Banken und traditionelle Finanzinstitute fokussierte und zu zentralisiert war. Seine Antwort? Stellar Lumens.
Die Entwicklung von Stellar wird von der Non-Profit-Organisation Stellar Lumens Foundation getragen. Der Quellcode ist Open Source, und Stellar hat im Laufe der Jahre regelmäßig XLM-Token via Airdrops verteilt, um zu verhindern, dass eine kleine Anzahl von Inhabern zu viel Macht erhält. Zudem nutzt das Netzwerk eine einzigartige Konsensmethode, das Stellar Consensus Protocol, das weder Mining noch Staking erfordert. Jeder kann einen Node aufsetzen und Teil des Netzwerks werden. Zurzeit gibt es rund 150 aktive Nodes, von denen drei von der Stellar Lumens Foundation betrieben werden. Das Design sorgt dafür, dass das Netzwerk auch dann weiterläuft, wenn einige Nodes schädlich handeln. Das macht Stellar potenziell weniger anfällig und dezentraler als Ripple.
Eine philanthropische Vision mit echten Anwendungen
Stellar konzentriert sich auf grenzüberschreitende Zahlungen und darauf, den Zugang zu Finanzdienstleistungen für unterversorgte Gruppen und Flüchtlinge zu verbessern. Oft zahlen Migranten hohe Gebühren, um Geld nach Hause zu schicken. Weltweit wurden 2023 rund 900 Milliarden Dollar an solche Überweisungen getätigt, häufig mit Kosten von 10% oder mehr. Zudem leben laut Weltbank etwa 1,7 Milliarden Menschen ohne Bankkonto, vor allem in Entwicklungsländern. In den USA hat zudem rund 5% der Bevölkerung kein Bankkonto. Stellar will diese Probleme lösen, indem es schnelle, kostengünstige Finanzlösungen anbietet.
McCaleb sagte 2015: "Die Zahlungsindustrie hat das Tempo des Internets nicht mitgehalten. Für Menschen in entwickelten Ländern funktioniert das System gut, aber diejenigen, die 10% Gebühr für Überweisungen zahlen oder kein Bankkonto bekommen, werden benachteiligt." Eine der Lösungen von Stellar ist eine Zusammenarbeit mit MoneyGram, einem Unternehmen mit Geldautomaten in mehr als 180 Ländern. Über diese Automaten können Menschen weltweit Geld abheben, direkt von ihren Stellar-Wallets mit USDC, kostenlos.
Stellar hat verschiedene Praxisbeispiele umgesetzt, vor allem in Lateinamerika und der Ukraine. In Zusammenarbeit mit den VN wurden in der Ukraine Millionen Dollar an Hilfszahlungen über Stellar an Geflüchtete verteilt. Dieser innovative Ansatz gewann 2023 zwei Preise. Carmen Hett, Schatzmeisterin der Weltdachorganisation der Flüchtlinge, sagte dazu: "Dies wird die Art und Weise, wie wir Gelder beschaffen, vollständig verändern."
Starke Partnerschaften und Zukunftsperspektiven
Durch die Jahre hat Stellar prominente Berater und Partner angezogen, darunter Sam Altman (CEO von OpenAI) und Matt Mullenweg (Gründer von WordPress). Das Projekt arbeitet mit großen Namen wie Visa, Mastercard, IBM und Circle an verbesserten grenzüberschreitenden Zahlungen zusammen. Zusätzlich hat Stellar Partnerschaften mit Zentralbanken in unter anderem der Ukraine, Indonesien und Brasilien.
Auch arbeitet Stellar mit Franklin Templeton zusammen, einem der größten Vermögensverwalter weltweit. Im Jahr 2021 wurde der Franklin OnChain U.S. Government Money Fund gegründet, der auf Stellar läuft. Dieser Fonds verwaltet aktuell rund eine halbe Milliarde Dollar und kooperiert mit anderen Blockchain-Plattformen wie Polygon.
Franklin Templeton sprach lobend über Stellar. In einem Panel sagte er kürzlich: "15.000 Transaktionen über traditionelle Finanzsysteme kosten uns 15.000 Dollar. Über Stellar Lumens kostet es uns nur 120 Dollar." Zudem erwähnte er, jährlich 200 Millionen Dollar Transaktionskosten zu zahlen, was durch Blockchain-Technologie drastisch reduziert würde.
Stellar Lumens als Investition
Zurzeit ist mehr als die Hälfte aller Stellar Lumens im Umlauf, etwa 30 von insgesamt 50 Milliarden Tokens. Die komplette Umlaufmenge erhöht sich jährlich um ca. 1%. Die aktuelle Marktkapitalisierung liegt bei 15 Milliarden Dollar. Stellar Lumens befindet sich noch rund 53% unter dem Allzeithoch von 2018, als ein Token fast einen Dollar wert war. Derzeit liegt der Preis bei rund 0,44 Dollar.
Ob es zuverlässige Kursprognosen gibt, ist unklar, doch die jüngsten Wachstumszahlen, die Netzwerkaktivität und strategische Partnerschaften deuten darauf hin, dass Stellar Lumens erneut als Langzeitprojekt im Kryptomarkt gewertet wird. Das Team arbeitet seit zehn Jahren beständig an derselben Vision, unabhängig von Marktschwankungen, und zieht nun die Früchte. Wie hoch der Kurs letztlich steigt, hängt jedoch stark von der breiteren Marktentwicklung ab.