Storj beantragt Chapter 11, STORJ-Inhaber warten auf die Entscheidung
Storj sagt, dass das Netzwerk weiterläuft, doch das Gericht muss entscheiden, ob STORJ-Inhaber später Equity bekommen oder sich hinter die Gläubiger einreihen.

Wichtigste Erkenntnisse
- Storj hat in den Vereinigten Staaten Chapter 11-bankruptcy protection beantragt, während das Netzwerk und der STORJ-Token laut Unternehmen weiter normal laufen.
- Das Unternehmen hält es für möglich, dass Token-Inhaber später einen Anteil am restrukturierten Storj erhalten könnten, die konkreten Bedingungen sind aber noch offen.
- In einem Chapter-11-Verfahren stehen Gläubiger zuerst an, weshalb für STORJ-Inhaber weiterhin Unsicherheit besteht.
Storj hat am Sonntag in den Chapter 11-bankruptcy protection in den Vereinigten Staaten beantragt. Nach Angaben des Unternehmens läuft das Netzwerk zusammen mit dem STORJ-Token jedoch unverändert weiter. Für Token-Inhaber steht damit vor allem eine Frage im Raum: Erhalten sie später einen Anteil am restrukturierten Unternehmen, oder werden zunächst die Gläubiger bedient?
Warum Storj vor Gericht gegangen ist
Storj Labs hat den Antrag bei einem Bundes-Insolvenzgericht in West Virginia unter dem Aktenzeichen 5:26-bk-00512 eingereicht. Chapter 11 bedeutet in den USA nicht, dass ein Unternehmen den Betrieb einstellen muss. Vielmehr kann es weiterarbeiten, während das Gericht die Schuldenordnung und die Restrukturierung begleitet.
Laut Storj geht es dabei um alte Verpflichtungen aus einer früheren Unternehmensphase. Kaloyan Raev, Director Software Engineering, schrieb, das zugrunde liegende Geschäft sei stark und von der Größe her gut passend, doch legacy obligations aus früheren Jahren bremsten das Wachstum. Den Brief an die Token-Inhaber unterschrieb er selbst, nicht CEO Colby Winegar.
Was STORJ-Inhaber jetzt wissen
Nach Angaben von Storj ändert sich für den Token derzeit nichts. Das Netzwerk verarbeitet weiterhin Daten über Zehntausende Speicherstandorte in mehr als 100 Ländern. Zugleich stellt das Unternehmen Token-Inhabern einen Anteil an Storj in neuer Form als Equity in Aussicht, wobei die genauen Kriterien dafür noch nicht feststehen.
Genau darin liegt die zentrale Unsicherheit. In einem Chapter-11-Verfahren haben Gläubiger Vorrang, erst danach folgen die Eigentümer. Storj räumt selbst ein, dass es bislang nur um eine Absichtserklärung geht, nicht um ein festes Ergebnis. Entscheidend wird daher die rechtliche Ausgestaltung sein, nicht das Versprechen allein.
Warum das auch darüber hinaus wichtig ist
Für europäische Krypto-Interessierte ist das relevant, weil der Fall zeigt, wie anfällig Token-Strukturen werden können, wenn ein Krypto-Unternehmen in eine Restrukturierung gerät. In früheren Insolvenzverfahren in den USA erhielten unsecured creditors, darunter auch Token-Inhaber, teils nur einen kleinen Teil ihrer Forderungen zurück. Hinzu kommt, dass digitale Assets je nach Einzelfall unterschiedlich behandelt werden, was die Lage für STORJ-Inhaber schwer kalkulierbar macht.
Zusätzlich fällt der Zeitpunkt ins Gewicht. Inveniam Capital Partners hatte im Oktober 2025 noch angekündigt, Storj zu übernehmen, und dabei keine Änderungen an Verträgen, Preisen oder der Führung versprochen. STORJ notierte damals bei rund 0.187 $2 (0,16 €) und liegt inzwischen etwa 60 Prozent tiefer. Aktuell wird der Token bei rund 0.074 $5 (0.065 €) gehandelt, mit einem Tagesplus von 1,5 Prozent, einem Volumen von 5,6 $ Millionen (4,9 € Millionen) und einer Marktkapitalisierung von 10,7 $ Millionen (9,4 € Millionen).